Faustball
Zweite Liga: TB Oppau will schnell aus dem Tabellenkeller
Der Anspruch, den die Trainer Matthias Bog und Thomas Blümbott, vor allem aber auch die jungen ehrgeizigen Oppauer Faustballer haben, ist klar. „Wir versuchen, früh hinten rauszukommen, damit wir mit den Abstiegsplätzen nichts zu tun haben“, umreißt Matthias Bog die schwierige Aufgabe.
Aber genau diesem Anspruch ist die Zweitliga-Mannschaft des Turnerbundes Oppau, die gerade erst wieder in die Zweite Faustball-Bundesliga aufgestiegen ist, am ersten von drei Heimspieltagen nicht gerecht geworden. Sehr unglücklich, ja bitter, haben sie die Chance auf einen ersten Befreiungsschlag vergeben und sich vor allem für ihren überragenden Kampfgeist nicht belohnt. Es gab ein 1:3 bei ausgeglichenem Spiel gegen Absteiger TV Waibstadt und dann noch, sehr viel knapper, ein 2:3 gegen den TV Dieburg. Mit 11:9 und 11:6 gingen auf dem gepflegten vereinseigenen Rasenplatz an der Jahnstraße die Sätze eins und drei an den TBO, mit 8:11 und 6:11 die Sätze zwei und vier an Dieburg. Den entscheidenden fünften Satz verlor Oppau tragisch 12:14. Kapitän Felix Schulze, mit seinen 30 Jahren der älteste Spieler, meinte einfach nur „Sch …“ Mit 4:8-Punkten belegt Oppau Platz sieben unter neun Mannschaften, schon in zwei Wochen haben die TBO’ler die beiden Tabellenletzten TV Wendel und TV Völklingen zu Gast.
Die Oppauer hatten in der Hallenrunde erstaunlich gut vorne mitgespielt, standen nach Platz zwei in der Runde sogar in den Aufstiegsspielen zur Ersten Liga. „Aber die Feldrunde ist halt was anderes. Das Feld ist größer, man braucht mehr Kraft und weniger Präzision“, erklärt Bog, „die Feldrunde ist aber auch viel ausgeglichener. Wir spielen gegen Mannschaften wie Waibstadt, deren Spieler schon mit dem Ball im Kinderwagen lagen, während bei uns viele erst in der U18 mit dem Faustball angefangen haben.“
Gute Jugendarbeit
Die Jugendarbeit ist es, die den TB Oppau nach wie vor ausgezeichnet. Zwei Zweitligaspieler, nämlich Luca Stimac und Gianluca Anfuso, trainieren Oppauer Nachwuchsteams. Matthias Bog versucht wieder, über eine Schul-AG junge Spieler zu begeistern, wobei auch klar ist: Faustball steht sehr oft in Konkurrenz zu anderen Sportarten, die oft individuell ausgeübt werden. Und gerade weil es in der Feldrunde seine Zeit braucht, bis man aufgeholt hat, was langjährige Spieler an Erfahrung voraus haben, ist auch der TBO auf Zugänge von außerhalb angewiesen. Der Südpfälzer Felix Schulze ist so einer, der nun seit einigen Jahren als überragender Schlagmann beim TBO glänzt.
Ein anderer, der mit seinen 19 Jahren schon sehr viel Spielverständnis mitbringt, ist Martin Bachmeier, der aus Niefern-Öschelbronn bei Pforzheim zum Training und den Spieltagen anreist. Als Mittelmann ist er Abräumer und Zusteller zugleich, und auch mit seinem Charakter bringt er sich sehr wertvoll für den Teamgeist ein. Zweigleisig war der Studierende bei der Polizei lange gefahren, entschied sich aber nach 13 Jahren gegen den Fußball und für den Faustball, und das, obwohl sich erst in Öschelbronn und dann in Bretten seine Faustball-Mannschaften auflösten. „Viele Vereine waren im Gespräch, ich habe mich zukunftsorientiert für die junge Oppauer Mannschaft entschieden, weil ich da gefühlt ewig weiter spielen kann und weil es da menschlich passt“, sagte Bachmeier, dessen jüngerer Bruder Robin (16) mit Jan Schulze, Luca Stimac, Markus Holder, Florian Kaiser und Karim Al-Scheich Talas im Aufgebot stand. Nach seiner Schulteroperation Ende März verzichtete Gianluca Anfuso noch auf einen Einsatz. „Es ist ärgerlich. Wir waren nah dran, aber immer mal hat es kurz gehapert, was dann halt spielentscheidend sein kann“, umriss Bachmeier den Spieltag, der als Typ immer das Ziel hat aufzusteigen. Aber er weiß natürlich, dass es jetzt erst einmal darauf ankommt, „sich vom Tabellenende wegzubewegen“.