Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Anwohner in Friesenheim über Amokfahrer schockiert

Polizisten durchsuchten die Wohnung in Friesenheim.
Polizisten durchsuchten die Wohnung in Friesenheim.

Die Polizei hat am Montagabend die Wohnung des mutmaßlichen Amokfahrers in Friesenheim durchsucht. Dabei wurden auch Datenträger sichergestellt. Die Auswertung läuft.

Vor dem Mehrfamilienhaus in Friesenheim, in dem der mutmaßliche Amokfahrer gelebt hat, haben sich am Dienstag Medienteams versammelt. Zwei Reporter eines privaten TV-Senders sprechen Passanten und Nachbarn an, weil sie erfahren wollen, was für ein Mensch der 40-jährige Täter ist. Im Quartier hat es sich unterdessen schon herumgesprochen, dass der Ludwigshafener, der am Rosenmontag mit seinem Kleinwagen durch die Mannheimer Fußgängerzone gerast ist, hier zu Hause ist, wie eine Passantin berichtet.

Die ältere Frau und ihr Ehemann verweilen kurz vor dem Gebäude. Das Paar ist fassungslos über die Amokfahrt und die Folgen. Nur ein Wahnsinniger könne so etwas tun, meint die Frau erschüttert. Ihr Mann ergänzt, dass er sich angesichts der Vielzahl ähnlicher Ereignisse in der jüngsten Vergangenheit nicht mehr sicher fühle. Besonders für die vielen Kinder im Viertel bedauern die Eheleute, dass alle Fasnachtsveranstaltungen abgesagt wurden. Nach Feiern ist den beiden aber auch nicht zumute.

Digitale Geräte sichergestellt

Bei der Durchsuchung der Wohnung am Montagabend war ein schwerbewaffnetes Einsatzkommando der Polizei im Einsatz. Die Beamten stellten unter anderem auch digitale Geräte sicher. Die Auswertungen laufen noch, heißt es vom Landeskriminalamt Stuttgart, das die Ermittlungen von der Mannheimer Polizei übernommen hat. Die Ludwigshafener Polizei unterstützte bei der Durchsuchung der Wohnung in dem kleineren Mehrfamilienhaus.

Der Tatverdächtige aus Ludwigshafen ist am Dienstagnachmittag einem Haftrichter vorgeführt worden, der einen Untersuchungshaftbefehl wegen des Verdachts des zweifachen Mordes gegen den 40-Jährigen erließ und eine Unterbringung in einer Justizvollzugsanstalt anordnete. Die Ermittler gehen davon, dass das Motiv für die Amokfahrt in einer psychischen Erkrankung des Mannes liegen könnte. Zwei Menschen starben, elf wurden verletzt – mehrere davon schwer.

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