Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Abschied im Rathaus-Center, Aufbruch in der Rhein-Galerie

Als „Marktplatz“ beschreibt der Centermanager das Rathaus-Center und bedauert das Aus.
Als »Marktplatz« beschreibt der Centermanager das Rathaus-Center und bedauert das Aus.

Die Zeit läuft: In drei Monaten schließt das Rathaus-Center. Für immer. Während man sich dort auf den Abschied vorbereitet, ziehen in die Rhein-Galerie neue Mieter ein. Darunter TK Maxx – den man aus der Mall am Rathausplatz kennt.

„Das Hochstraßenprojekt gibt die Taktung vor. Man muss das Beste daraus und für alle Beteiligten machen“, sagt Christoph Feige beim Gespräch am Freitag in seinem Büro. Der Centermanager des Rathaus-Centers betont: Das Aus des Einkaufszentrums zum Jahresende sei nicht die Entscheidung des Betreibers ECE gewesen. Im Gegenteil: Dass es schließen muss, sei „wirklich schade“. Die Stadt hatte entschieden, das gesamte Gebäude für 46 Millionen Euro zu kaufen, um es dann abzureißen – zumindest ein Teilabriss wäre für die neue Stadtstraße von vorneherein notwendig gewesen. Während das ebenfalls im Center beheimatete Stadtmuseum am 2. Oktober zum letzten Mal seine Türen öffnet, werden viele der Geschäfte noch einige Monate in der Mall bleiben, wie Feige betont. Der eine oder andere habe seinen Vertrag, der eigentlich bereits ausgelaufen wäre, sogar verlängert.

„Ende einer Ära“

Wer dieser Tage im Rathaus-Center unterwegs ist, trifft noch erstaunlich viele Menschen dort, obwohl von den einst 75 Geschäften nur noch 21 Mieter übrig sind. Die Mall ist nicht nur ein Einkaufszentrum, sondern auch eine Passage in Richtung Hemshof. Sie habe eine „Scharnierfunktion zwischen den Stadtteilen“, sagt der 46-jährige Centermanager und ergänzt: „Wir hatten hier immer eine sehr gute Grundfrequenz.“ Auch zum „Marktplatz“ sei das Rathaus-Center in seiner über 40-jährigen Geschichte geworden: Man treffe sich, rede, besuche Veranstaltungen. „Eine Ära geht zu Ende“, sagt Feige. Das sei auch die Rückmeldung, die er von Mietern und Besuchern erhalte.

Neben dem Tagesgeschäft, das für Christoph Feige noch bis zur Schließung weiter geht, stimme er sich mit der Stadt über das Betriebsende und die Übergabe ab. Denn: Am 31. Dezember ist Schluss. Bis dahin seien Mall und Parkhaus auf jeden Fall noch geöffnet. Wie viele Geschäfte bis wann noch vor Ort seien, dazu gebe es Gespräche, sagt Feige und spricht von einem „gestaffelten Schließen“. Zuletzt hatte Tedi das Center verlassen. Die größten noch verbliebenen Mieter sind Rewe und TK Maxx.

Event zum Abschied

Auch dazu, wie es mit ihm weitergeht, äußert sich der 46-Jährige nicht konkret. Er fühle sich in der Region sehr wohl, sagt Feige, der in Mannheim wohnt. Von April 2014 bis Oktober 2016 war er zum ersten Mal Chef im Rathaus-Center und kehrte im Jahr 2018 nach anderthalb Jahren im Einkaufszentrum „K in Lautern“ wieder nach Ludwigshafen zurück. 13 ECE-Mitarbeiter arbeiten im Rathaus-Center. Für sie alle werde versucht, „passende Positionen“ an anderer Stelle zu finden.

„Wir hätten das Center gerne weiterbetrieben“, sagt Feige nochmal und ergänzt, dass die Situation auch ECE-weit „etwas Einmaliges“ sei – „aber das nicht im positiven Sinne“. Dass ein Einkaufszentrum des Hamburger Betreibers schließt und anschließend abgerissen wird, habe es so noch nie gegeben. „Hier schlägt das Herz von Ludwigshafen“, sagt nicht nur Feige. Es ist auch das Motto des Rathaus-Centers und an vielen Stellen in der Mall zu finden. Bevor es damit vorbei ist, möchte sich das Center noch von seinen Kunden verabschieden. Feige spricht von einem „großen Event“. Mehr verrät er nicht.

Unterdessen scheint in nur wenigen Minuten fußläufiger Entfernung die Rhein-Galerie nach der Pandemie wieder in Schwung zu kommen. Was schon jahrelang hinter den Kulissen im Gespräch war, wird nun umgesetzt: Im ersten Quartal des kommenden Jahres soll der Modeanbieter TK Maxx im ECE-Center am Fluss eröffnen. Bislang ist er noch im Rathaus-Center.

Hussel kommt zurück

Einen konkreten Eröffnungstermin kann Galerie-Manager Patrick Steidl noch nicht nennen. Das hänge an der Baugenehmigung, die noch ausstehe, sagt der 43-Jährige und rechnet im Januar oder Februar mit einem Start bei TK Maxx. Das Unternehmen zieht auf eine knapp 2000 Quadratmeter große Fläche im Erdgeschoss: zwischen Saturn und Müller. Außerdem soll im Oktober die zwischenzeitlich geschlossene Hussel-Filiale wiedereröffnen. Die Dachgesellschaft der Süßwarenkette hatte während der Pandemie Insolvenz angemeldet.

Und es gibt weitere Neuigkeiten in der Rhein-Galerie: Das Fotostudio Picture People soll ins Erdgeschoss ziehen. Zudem hat vor einigen Tagen ein gemeinsamer Camp David- und Soccx-Laden eröffnet. Die Modeanbieter waren in der Vergangenheit schon einmal Mieter im Center gewesen und sind nun mit einem „Flagshipstore“ – also einer besonders großen Ladenfläche – zurück, wie Steidl sagt. Kasper Wohndesign, ein Anbieter für Möbel und Wohnaccessoires, soll in den nächsten 14 Tagen im Obergeschoss eröffnen. Zudem sei man „an zwei weiteren Themen dran“, sagt Steidl, verrät aber nur, dass es dabei um Modegeschäfte geht. „Wir sind froh, dass die Gespräche bei den Vermietungen wieder anlaufen“, sagt er. Unterschiedlicher könnte die Zukunft der beiden Ludwigshafener Einkaufscenter nicht sein.

In der Rhein-Galerie gibt es nach den Hochphasen der Pandemie wieder Bewegung.
In der Rhein-Galerie gibt es nach den Hochphasen der Pandemie wieder Bewegung.
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