Chronik RHEINPFALZ Plus Artikel Rathaus-Center: Vom Bau bis zum Abrissbeschluss

Der Rathausturm.
Der Rathausturm.

Ein Überblick über die Entwicklung vom Bau des Rathaus-Centers bis zum am Montag beschlossenen Abriss.

Am 1. März 1979 wurde das Rathaus-Center als Kombination aus dem Hauptsitz der Stadtverwaltung und einem Einkaufszentrum eröffnet – als eines der ersten Center dieser Art in Deutschland. 50.000 Menschen kamen zur Eröffnung des neuen Wahrzeichens der City. Nach drei Jahren Bauzeit war es fertig (Kosten: 100 Millionen Euro). Im Einkaufszentrum lockten zunächst 50 Geschäfte und ein Vollwarenhaus die Kunden. Der Neubau veränderte das Gesicht der City. Die Anbindung an die Fußgängerzonen sowie die Verbindung der Stadtmitte mit dem Hemshof und das Hochstraßensystem gehörten zur Planung.Zum 25-jährigen Bestehen brauchte das Center neue Impulse: Nach einem 15 Millionen Euro teuren Umbau des ehemaligen Kaufhof-Flügels zog der Saturn-Markt als Ankermieter dorthin.Mit täglich über 30.000 Besuchern und 75 Shops etablierte sich das Rathaus-Center als Einzelhandelsstandort in der Stadt. Das Center-Management hat die Hamburger ECE 1981 im Auftrag der Eigentümergesellschaft übernommen.35 Jahre nach der Eröffnung des Centers wurde die Sanierung der Hochstraße Nord diskutiert. Der Stadtrat beschloss 2014, die 1,8 Kilometer lange Trasse abzureißen und durch eine ebenerdige Stadtstraße zu ersetzen. Vorteil: Entlang der neuen Straße kann mit der „City West“ ein neues Stadtviertel geschaffen werden. Doch für diese Planung muss der nördliche Teil des Centers, das mit Parkdecks und Rampen mit der Hochstraße verbunden ist, abgerissen werden. Die Stadtspitze unter OB Eva Lohse (CDU) stellte aber den Fortbestand des Rathauses nicht in Frage.Wegen des Teilabrisses war der Center-Eigentümer beunruhigt. Da die Haustechnik im Abrissteil untergebracht ist, war klar, dass das Center nicht weiterbetrieben werden kann, wenn die Arbeiten beginnen. Um langwierige Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzforderungen zu verhindern, kaufte die Stadt schließlich Anfang 2019 das Center für 46 Millionen Euro. Die Schließung des Einkaufszentrums Ende 2021 war damit beschlossene Sache.Das Rathaus im 18-stöckigen Turm, der im Eigentum der Stadt ist, wurde ebenfalls zum Sanierungsfall. Im Herbst 2015 informierte die Stadtspitze, dass der gesamte Turm komplett saniert werden muss. Fenster sind undicht, neue Brandschutzlinien machten einen Umbau erforderlich. Der Turm wurde Ende 2016 zwischen den Etagen sechs und 15 geräumt. 333 Mitarbeiter zogen in angemietete Ausweichquartiere. Im Rathaus blieben 300 Mitarbeiter in den tieferen Etagen. Sie sollten erst ausziehen, wenn die Großsanierung startet.Ein von der Verwaltung in Auftrag gegebenes Gutachten untersuchte mehrere Varianten. Zielvorgabe der neuen OB Jutta Steinruck (SPD): Möglichst viele Mitarbeiter der Stadt sollen unter einem Dach arbeiten. Zwei Varianten blieben übrig: Sanierung des Turms mit Erweiterungsbau (Kosten: 300 Millionen Euro) sowie Abriss des Turms plus Rathaus-Neubau (295 Millionen Euro). Bevor eine Entscheidung fiel, kam die OB im September 2020 mit einem neuen Vorschlag: Abriss des Turms und ein auf dem Areal versetzter Neubau. Dadurch könnte die neue Stadtstraße parallel zum Abriss der Hochstraße gebaut werden, was zwei Jahre Bauzeit spart. mix

Entwurf der neuen Stadtstraße – noch mit Rathaus.
Entwurf der neuen Stadtstraße – noch mit Rathaus.
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