Landau Verein Stadtbildpflege: Städte dürfen nicht immer austauschbarer werden

Das Projekt Fitter Campus missfällt dem Verein Stadtbildpflege.
Das Projekt Fitter Campus missfällt dem Verein Stadtbildpflege.

Der Verein Stadtbildpflege weist eine Aussage im Kommentar „Holpriger Neuanfang“ zum Großprojekt Fitter-Campus in der Ausgabe vom 28. März als polemisch zurück. Wie berichtet, hatte der Verein in einer Bürgerinformationsveranstaltung zur Bebauungsplanänderung für das Projekt scharfe Kritik an der Architektur des Vorhabens geäußert. Kerstin Weinbach, Abteilungsleiterin Stadtplanung und Stadtentwicklung, hatte sich auf keine Architekturdebatte eingelassen: Dies sei nicht Thema der Veranstaltung. DIE RHEINPFALZ hatte kommentiert, der Verein nehme für sich in Anspruch, den guten Geschmack gepachtet zu haben. Der Vereinsvorsitzende Mario Albers schreibt, es sei ein weit verbreitetes Missverständnis, „dass die Schönheit generell allein im Auge des Betrachters liege“.

„Nicht dem schnellen Profit opfern“

Lokale Umfragen bestätigten immer wieder, dass etwa 80 Prozent der befragten Bürger architektonische Entwürfe bevorzugen, die eine abwechslungsreichere Gestaltung aufweisen. „Großteilige Formen, ungestaltete, reduzierte Fassaden und Flachdächer werden als unbefriedigend abgelehnt“, so Albers. Die Position des Vereins habe „etwas mit soziologischen, gestaltungspsychologischen und wirtschaftlichen Erkenntnissen zu tun, nichts mit vermeintlicher Überheblichkeit“.

Der Verein empfinde es „als zutiefst undemokratisch, wenn das ästhetische Empfinden einer Mehrheit von Bürgern seit langem auf dem Altar des schnellen Profits, des elitären Denkens oder der ideologischen Verblendung nicht weniger Vertreter eines einzelnen Berufsstandes geopfert wird“. Städte dürften nicht immer austauschbarer und unansehnlicher werden. Ob der Fitter Campus diese Probe bestehen wird, werde die Zukunft zeigen.

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