Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Holpriger Neuanfang beim Großprojekt Fitter Campus

Auf dem größten Teil dieses Grundstücks will Grünewalt bauen.
Auf dem größten Teil dieses Grundstücks will Grünewalt bauen.

Die Stadt hatte dem Bauherrn des Fitter Campus auferlegt, mit seinen Nachbarn zu verhandeln. Im Bebauungsplan spiegelt sich das nicht wider.

Die anspruchsvollen Pläne für den Fitter Campus hatten die Nachbarschaft aus gut nachvollziehbaren Gründen verschreckt. Niemand will einen Riesenklotz vor die Nase gesetzt bekommen, auf dem abends lautstark Party gemacht wird. Zeitweise sah es aufgrund der Proteste so aus, als könne der Bauherr nur einen kleineren Teil seiner Pläne umsetzen. Er sollte deshalb auf die Anwohner zugehen. Damit tat er sich zunächst schwer, aber nun bescheinigen ihm die Nachbarn, kompromissbereit gewesen zu sein. Fundamentalkritik kam nur noch vom Verein Stadtbild, der für sich in Anspruch nimmt, den guten Geschmack gepachtet zu haben.

Vor diesem Hintergrund ist es überraschend, dass die Stadt nun einen Bebauungsplan aufstellen will, der überhaupt nichts von den Bedenken abbildet. An der dank Fotovoltaikanlage fünfstöckigen Optik ändert sich nichts, und sogar das Baufenster für die Sporthalle findet sich wieder im Entwurf des Bebauungsplans. Dass ein Lärmgutachten für Nachtruhe sorgen werde, ist bisher nicht mehr als ein Versprechen. Das alles ist also nicht gerade vertrauensbildend, trotzdem wirkten die Anlieger recht entspannt. Das ist gut, aber die Stadt wird noch beweisen müssen, dass sie beiden Seiten helfen will.

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