Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Muss das ehemalige Hotel Brenner abgerissen werden?

Dass das Haus innen feucht ist, sieht man an den Fenstern.
Dass das Haus innen feucht ist, sieht man an den Fenstern.

Aus Sicherheitsgründen ist seit zwei Wochen die Straße vor dem früheren Hotel Brenner gesperrt. Die Frage ist: Droht das Haus einzustürzen?

Seit rund zwei Wochen ist die Linienstraße in Landau vor dem früheren Hotel Brenner gesperrt – und die Frage ist, was mit dem Haus geschehen soll. Denn die Bauaufsicht habe bei einem Ortstermin einen Wasserschaden festgestellt, hat die Stadt damals mitgeteilt. Dadurch sei das Gebäude gravierend beschädigt worden. Die Straße sei gesperrt worden, um Passanten nicht zu gefährden. Auch wenn die Verwaltung nicht klarer wurde liegt der Gedanke, dass das Gebäude möglicherweise einsturzgefährdet sein könnte, bei so einer Aussage zumindest nahe. Wie geht es nun also weiter?

Das liegt vor allem am Ergebnis eines Gutachtens, erklärt Stadtsprecherin Sandra Diehl. Das Bauamt hat dem Gebäudeeigentümer auferlegt, innerhalb der nächsten vier Wochen die Standsicherheit des Gebäudes von einem Statiker bescheinigen zu lassen. Passiert dies nicht, werde die Stadt ein Zwangsgeld „in mittlerer vierstelliger Höhe“ verhängen, erklärt Diehl weiter. Liege das Gutachten nicht fristgerecht vor, werde die Verwaltung ein solches beauftragen, „um zeitnah Klarheit über die Standsicherheit des Gebäudes zu haben“. Auch das werde der Eigentümer bezahlen müssen. Die Sperrung der Straße werde ihm bereits in Rechnung gestellt.

Entscheidend ist ein Gutachten

Liegt das Gutachten vor, gibt es zwei Möglichkeiten. Erstens: Der Gutachter sagt, das Gebäude ist standsicher, also nicht einsturzgefährdet. In diesem Fall müsse der Eigentümer die Mängel beseitigen, die zur Räumung des Gebäudes im Februar geführt hatten. Bei einer Überprüfung durch das Bauamt im Oktober 2025 haben sich erhebliche Brandschutzmängel gezeigt, hieß es. Zuletzt hatten 25 Personen in dem Gebäude gewohnt. „Auch hier gibt es die üblichen Eskalationsstufen des Verwaltungsrechts, also Androhung von Zwangsgeldern, Zwangsgeldfestsetzungen, Wiederholung solcher Festsetzungen mit steigenden Summen und irgendwann dann die Ersatzvornahme“, erklärt Diehl.

Die zweite Möglichkeit: Das Gutachten ergibt, dass das Gebäude nicht mehr standsicher ist – also einsturzgefährdet. Sollte dem so sein, müsse der Eigentümer das Gebäude „unverzüglich“ so weit abreißen, dass von ihm keine Gefährdung für die Öffentlichkeit mehr ausgeht, sagt Diehl. „Auch hier wird – mit deutlich verkürzten Fristen – über Beugemittel Druck aufgebaut, die Ersatzvornahme erfolgt hier aber sehr viel schneller als bei der Maßgabe, Gutachten vorzulegen oder Auflagen aus der Baugenehmigung zu erfüllen, einfach wegen der akuten Gefährdung der öffentlichen Sicherheit.“

Stadt: Im Moment geht es um Sicherheit

Ab dem Moment, in dem von dem Gebäude keine Gefahr mehr ausgeht, endet der Einfluss der Bauaufsicht. Sollte das Gebäude als Folge der Räumung und der Schäden länger leer stehen oder zur Ruine werden, müsse die Verwaltung neu nachdenken. Erst dann komme wie in anderen Fällen auch der Erlass eines Baugebots infrage – so wie es bei der als „Seibel-Ruine“ bekannten früheren Volksbank auch bereits praktiziert wurde.

In solchen Fällen werde das Grundstück dann aber verkauft und von einem anderen Eigentümer „entwickelt“, also neu bebaut. „Im Moment geht es vor allem darum, die öffentliche Sicherheit im Bereich der Linienstraße wiederherzustellen und den Eigentümer dazu zu bringen, sein Gebäude wieder instand zu setzen oder es zu verkaufen und von jemand anderem instand setzen zu lassen“, sagt die Stadtsprecherin.

Das frühere Hotel Brenner hat seine großen Zeiten schon lange hinter sich. Das Gebäude wurde 1905 als Hotel „Zum weißen Rössel“ gebaut und von Bernhard Brenner 1967 durch einen neuzeitlichen Anbau um 20 Betten auf die doppelte Kapazität erweitert. Berühmte und wichtige Künstler, Sportler und Politiker gehörten zu den Gästen, darunter Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl, Ex-Fußball-Nationaltrainer Sepp Herberger und Schauspieler Hans-Joachim Kulenkampff.

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