Landau
Testlauf für Bréal-Marathon: Welcher Anstieg es in sich hat
Wer sich häufiger auf Rennen vorbereitet, kennt das: Der Trainingsplan sieht eine anstrengende Woche vor. Der Körper fühlt sich in guter Form. Und dann – eine Erkältung. Schwer krank war ich während meiner Vorbereitung auf den Bréal-Marathon in Landau zwar nicht. Aber es hat gereicht, um den zweiten Halbmarathon nicht laufen zu können, nachdem ich vor Kurzem noch das erste Teilstück der Route getestet hatte. Dennoch: Eine gute Streckenkenntnis ist mein Vorteil gegenüber fitteren Läufern. Also ab auf das Fahrrad und dahin, wo sich der Marathon vom Halbmarathon trennt – die Kreuzung von Ost- und Nordring.
Zu Beginn des zweiten Halbmarathons gibt es nur eine nennenswerte Steigung: die Horstbrücke. Langweilig wird es aber nicht
: Nachdem die Route nach rechts in die Brandenburger Straße abknickt, hält sie auf Höhe des Eduard-Spranger-Gymnasiums eine Überraschung bereit: Einmal links abgebogen, und schon bin ich im Queichpark. Der Weg? Schmal. Der Untergrund? Eine steinige Abwechslung zum Straßenbelag der letzten Kilometer – aber nicht die erste Abkehr vom gewohnten Untergrund der Strecke. Schließlich ist nach 15 Kilometern schon das Landauer Fort zu durchlaufen.
Aufmerksame Streckenposten nötig
Verglichen mit dieser Belastung geht es im Queichpark einfacher voran: Der Boden ist härter. Und es ist flach. Inwieweit das Läuferfeld sich mit dem schmalen Weg begnügt und auf übermotivierte Abstecher über das Gras verzichtet, dürfte von den Streckenposten aufmerksam beobachtet werden. Weiter geht es entlang der Queich, die den Marathon bereits vier Kilometer stromaufwärts – sprich: neun Kilometer auf der Strecke – begleitet hat.
Mit Mörlheim erreicht der Marathon dann sein drittes Stadtdorf und den östlichsten Punkt der Strecke. Im Gegensatz zu anderen Stadtdörfern, die weniger großflächig gesperrt werden, ist Mörlheim beim Ereignis am 3. Oktober laut dem Verkehrskonzept des Veranstalters weitgehend dicht. Am südlichen Ortsausgang (Kilometer 27) wartet eine Verpflegungsstation auf die Läufer. Die Stärkung kommt gelegen: Die nächsten Kilometer, auf denen man sich dem ehemaligen Landesgartenschaugelände nähert, ziehen sich sogar auf dem Fahrrad wie Kaugummi.
Welcher Anstieg die Läufer am meisten fordert
Schnurgerade geht es die meiste Zeit gen Westen, bis auf dem Landesgartenschau-Gelände eine kurze Ehrenrunde ansteht. Direkt unter dem Aussichtsturm sind knapp 150 Meter in Richtung Innenstadt zu absolvieren, bevor die Läufer umdrehen und sich Wollmesheim zuwenden. Zum Überblick: 33 Kilometer sind im vierten Stadtdorf geschafft. Jetzt wird es ernst. Der nächste Anstieg ist der schwerste des Rennens, wie mir in Gesprächen mit Organisatoren und Läufern bestätigt wurde. Er beginnt in der Wollmesheimer Hauptstraße mit einem Rechtsknick in den Unterweg.
Auf dem nächsten Kilometer läuft man bergauf in Richtung Arzheim, bevor man zur Wollmesheimer Höhe abbiegt. Auch auf dem Rad ist mir klar: Das dürfte einige an ihre Grenzen bringen. Wer noch Reserven hat, sollte sie nach dem Anstieg mobilisieren: noch etwas mehr als sechs Kilometer bis ins Ziel. Schwierigkeiten weist die Strecke keine mehr auf. Durch die Südstadt geht es vorbei am Schwanenweiher wieder auf den Ostring. Jetzt dürfen auch die Marathonläufer in Richtung Rathausplatz abbiegen und sich feiern lassen.
Motivation wird benötigt
Nach einem Lauf und einer Radtour kann ich die Strecke gut beurteilen. Für Rekorde ist sie wirklich nicht gemacht. Wer seine Bestzeit unterbieten will, muss also etwas mehr investieren. Dafür hält der Marathon einige Stellen bereit, an denen gut angefeuert werden kann: Auf den Ringen und in der Weißenburger Straße kommen die Läufer sogar mehrmals vorbei.
Die Motivation wird benötigt. Um 16 Uhr müssen alle Marathonläufer fertig sein, schon um 14.30 Uhr schließt das Ziel für den Halbmarathon. Wer die sechs Stunden voll ausnutzt, verpasst die Marathon-Siegerehrungen, die schon um 15 Uhr beginnen. Die Freude über die eigene Leistung dürfte das aber in den Hintergrund treten lassen.