Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Landau bekommt 645.000 Euro Bundesmittel für Innenstadt

Die Landauer Innenstadt soll lebendig bleiben.
Die Landauer Innenstadt soll lebendig bleiben.

Die Stadt Landau bekommt 645.000 Euro Bundesmittel aus dem Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“. Das haben der Bundestagsabgeordnete Thomas Hitschler und die Stadtverwaltung am Montag mitgeteilt.

Die Stadt hatte sich erst Anfang Oktober beworben, in einem Alleingang der Verwaltung ohne Beteiligung des Stadtrates oder seiner Ausschüsse. Das war bei der Opposition, aber auch bei den mitregierenden Grünen auf scharfe Kritik gestoßen. Der Fördertopf soll dazu dienen, Innenstädte lebendig und handlungsfähig zu erhalten. Diese leiden nicht nur unter Corona, sondern auch unter der starken Konkurrenz durch den Internethandel. Die Stadt will von 2022 bis 2025 gerne 872.000 Euro in verschiedene Projekte investieren.

Strategiepapier dauert noch

Schon vor der Bewerbung um die Bundesmittel hatte die Stadt damit begonnen, ein Strategiepapier zum Erhalt der Innenstadt zu erarbeiten. Startschuss war eine Expertenanhörung im Frühjahr. Das Papier sollte eigentlich bis zum Jahresende vorliegen, wird nach Angaben des Oberbürgermeisters wohl aber noch etwas mehr Zeit brauchen. Grund dafür seien krankheitsbedingte Ausfälle im Rathaus und die Bewältigung der Corona-Pandemie, die Arbeitskraft binde.

Der Oberbürgermeister wertete die Bundeszusage als wichtiges Signal zur rechten Zeit. Weil sich der Verein der Aktiven Unternehmer (Aku) auflöst, will Hirsch das Stadtmarketing ausbauen. „Für unsere Bewerbung haben wir einzelne, besonders innovative Maßnahmen herausgegriffen, die eine gute Chance auf eine Förderung durch den Bund hatten – und können damit jetzt einen großen Erfolg verbuchen“, so der OB. Er hob hervor, dass es der Stadt abermals mit dem richtigen Projekt gelungen sei, auf ein neues Förderprogramm zu reagieren. „Wir freuen uns sehr, dass wir nun mit Unterstützung des Bundesprogramms die Möglichkeit bekommen, viele Ideen umzusetzen und unsere attraktive Innenstadt fit für die Zukunft zu machen“, so der Stadtchef.

Abhilfe beim Geisterhaus möglich?

Beworben hatte sich Landau mit der Neuorganisation des Stadtmarketings, einer Machbarkeitsstudie für die digitale Weiterentwicklung der Innenstadt und der Beauftragung eines Sachverständigen für schwer zu entwickelnde Immobilien wie das „Geisterhaus“ an der Stiftskirche. Außerdem sind Pop-up-Spielmöglichkeiten, mobile Grünflächen und Sitzmöglichkeiten sowie transportable Event- und Ausstellungsboxen geplant.

„Der strukturelle Wandel in den Städten wird uns in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen stellen – das hat die Corona-Krise wie durch ein Brennglas sichtbar gemacht“, so Hirsch. Mit dem Rückenwind aus Berlin könnten nun die Aufenthaltsqualität, Klimaanpassung und eine zeitgemäße Gestaltung der Innenstadt vorangetrieben werden.

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