Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Hirsch will Strategiepapier für Innenstadt

Es ist nicht mehr viel los auf dem Rathausplatz und in der Innenstadt.
Es ist nicht mehr viel los auf dem Rathausplatz und in der Innenstadt.

Die Stadt will in den kommenden Monaten eine Art Masterplan zur Zukunft der Innenstadt ausarbeiten. Die Anhörung am Donnerstag ist der Auftakt zu einem länger dauernden Prozess.

Innenstädte sind keine Selbstläufer mehr, was das Wirtschaften und das öffentliche Leben angeht. Corona ist dabei zwar ein schwerer Stressfaktor, aber nur einer neben etlichen anderen, wie zum Beispiel dem zunehmenden Online-Einkauf. Immerhin 250 von 450 Einzelhandelsbetrieben befinden sich in der Innenstadt, in der es derzeit 33 Leerstände gebe. Daneben gibt es den Trend zum Homeoffice, der unter anderem der Gastronomie weiter zusetzt.

Hirsch nennt aber auch den Klimawandel und Wetterextreme als Faktoren, die eine Neuausrichtung der Innenstädte verlangen. So gewinnen Innenstadt-Grün, Wasserflächen und Rückhalteräume für Starkregen zunehmend an Bedeutung – Themen, die im Klimaanpassungskonzept berücksichtigt sind und die Stadtplanung prägen.

Weiterhin sieht Hirsch einen Trend zum Wohnen in der Innenstadt, der nahezu zwangsläufig zu Konflikten mit hergebrachten Nutzungen führe, insbesondere zu lärmintensiven Veranstaltungen wie Stadtfesten oder zur Außengastronomie.

Auch die Verkehrswende sieht Hirsch als besondere Herausforderung. Nicht nur, weil beispielsweise eine Ladeinfrastruktur für E-Mobilität weiter ausgebaut werden muss, sondern auch, weil für den Ausbau des öffentlichen Personen-Nahverkehrs viel Geld erforderlich ist. Auf der anderen Seite müsse aber sichergestellt werden, dass Menschen aus dem Umland auch künftig noch nach Landau kommen könnten.

Es würden bereits etliche Lösungsansätze diskutiert, sagt der Oberbürgermeister. Beispielsweise, ob sich Städte bei Gewerbeimmobilien selbst engagieren, um weniger zahlungskräftigen Frequenzbringern beispielsweise aus dem Kulturbereich Räume zur Verfügung stellen zu können.

Viele Probleme könne Landau nicht alleine managen, sondern nur mit Partnern. Als kleines Beispiel nennt er, dass es endlich einer rechtssicheren Regelung für verkaufsoffene Sonntage bedürfe. Für alle diese und etliche weitere Aspekte soll die Anhörung sensibilisieren. Hirsch hofft auf viele Anregungen, die dann bis zum Jahresende in ein Strategiepapier einfließen sollen.

Termin

Virtuelle Anhörung am Donnerstag 22. April, 16 bis 19 Uhr. Anmeldung per E-Mail an presse@landau.de
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