Landau RHEINPFALZ Plus Artikel In Landau sinken die Müllgebühren drastisch

Bei der Müllentsorgung ändert sich einiges.
Bei der Müllentsorgung ändert sich einiges.

Nicht alles wird teurer: Die Landauer müssen im kommenden Jahr deutlicher weniger für die Müllabfuhr zahlen als bisher. Andere Entwicklungen beim Thema Entsorgung sind noch nicht voll abzusehen. Das Tonnentaxi könnte künftig kostenpflichtig werden.

Für die sinkenden Müllgebühren gibt es vor allem zwei Gründe: hohe Rücklagen und deutlich sinkende Verbrennungsgebühren im Müllheizkraftwerk Pirmasens. Die Gebührenzahler sollen deshalb um rund 2,5 Millionen Euro entlastet werden.

Unter der Voraussetzung, dass der Verwaltungsrat am Donnerstagabend zustimmt, bedeutet dies konkret, dass die Müllgebühren um fünf bis 55 Prozent sinken, je nach Müllart, Müllgefäß und Leerungsrhythmus. Ein paar Beispiele: Wer eine 80-Liter-Restmülltonne und eine Biotonne hat, zahlt bei vierwöchentlicher Leerung künftig 6,80 Euro statt elf Euro pro Monat (minus 38 Prozent). Bei der 120-Liter-Restmülltonne und ansonsten den gleichen Bedingungen sind es 10,30 Euro statt 16 Euro (minus 36 Prozent).

Künftig Zwang zur Biotonne?

Noch höher sind die Entlastungen für Haushalte, die keine Biotonne haben, also selbst kompostieren: Wer nur eine 80-Liter-Mülltonne hat, die alle vier Wochen geleert wird, kommt künftig mit vier Euro pro Monat statt 8,80 Euro davon (minus 55 Prozent). Bei 120 Litern Restmüll und zweiwöchentlicher Leerung fallen 6,10 Euro statt 12,80 Euro an (minus 52 Prozent). Das setzt sich bei größeren Gefäßen bis hin zum Müllcontainer ähnlich fort.

Ganz glücklich über diese Entwicklung ist EWL-Vorstand Bernhard Eck nicht. Denn wenn der Restmüll deutlich billiger entsorgt werden kann, Biomüll aber nicht, fürchtet Eck, dass Haushalte ihre Biotonne abbestellen und viel Biomüll im Restmüll landet. Das widerspricht dem Kreislaufwirtschaftsgesetz und dem Umweltgedanken. Eck betont, dass per Gesetz eigentlich jedes Grundstück eine Biotonne braucht. Der Landauer Sonderweg des Eigenkompostierens gerät daher unter Druck und könnte zum Auslaufmodell werden.

Neue Entgelte auf Wertstoffhof

Größere Änderungen wird es beim Wertstoffhof geben: Wer dort Restmüll anliefert, muss ab dem kommenden Jahr nur noch 23 Euro pro 200 Kilogramm zahlen statt bisher 50 Euro (minus 54 Prozent). Wer Grünschnitt bringt, muss 21,90 Euro statt 20 Euro berappen (plus zehn Prozent). Für alle anderen Abfallarten werden künftig Entgelte kalkuliert. Diese werden ständig an die Entwicklung der Entsorgungspreise angepasst. Konkrete Zahlen gibt es noch nicht, doch Eck rechnet mit sinkenden Preisen.

Unklar ist noch die Entwicklung beim Behälterservice. Dieses Tonnentaxi hatte der EWL eingeführt, als er aus Sicherheitsgründen viele Straßen nicht mehr anfahren konnte, weil es beim Rückwärtsfahren von Müllfahrzeugen zu oft zu schweren Unfällen gekommen war. Stattdessen hatte der EWL Sammelplätze angelegt und angeboten, die Tonnen kostenlos zu diesen Plätzen und wieder zurück zum Grundstück zu bringen. Diese Lösung ist zwar bürgerfreundlich, stellt jedoch einen Verstoß gegen das Kommunal-Abgabengesetz dar, weil die Leistung nur von wenigen genutzt wird, aber die Kosten auf alle Gebührenzahler umgelegt werden. Der Tonnenservice könnte also künftig kostenpflichtig werden.

Viele Sammelplätze bleiben

Vor einer Entscheidung darüber klärt der EWL jedoch, wie viele Straßen er dank neuer Kamera- und Sicherheitstechnik an Müllfahrzeugen er künftig wieder anfahren kann. Das dauert noch. Ein Wunder ist von der neuen Technik aber nicht zu erwarten: Von 70 bisher überprüften Stellen können laut Eck nur neun wieder angesteuert werden. Es wird also bei vielen Sammelplätzen für Tonnen und Wertstoffsäcke bleiben.

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