Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Fusionspläne: Unsere Krankenhausversorgung ist in Gefahr

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Der geplatzte Krankenhaus-Verkauf von Annweiler nährt die Sorgen an einem Scheitern der geplanten Fusion von städtischem Klinikum und Stift.

Das Aus für das Annweilerer Krankenhaus vor drei Jahren war für viele Menschen in der Region ein Schock. Der Kreis Südliche Weinstraße und die Stadt Landau als Gesellschafterinnen des Klinikums verwiesen darauf, das Kapitel lieber jetzt zu beenden, statt durch die immer schwieriger werdenden Bedingungen in der Gesundheitslandschaft womöglich in einen Abwärtsstrudel gezogen zu werden. Denn der könnte den kompletten Klinikverbund erfassen.

Dann wuchs im Sommer auf einmal der Glaube an einen Neuanfang in Annweiler. Landrat Dietmar Seefeldt und Klinikum-Geschäftsführer Guido Gehendges präsentierten mit allerlei Hoffnungsrhetorik einen Käufer für das Klinikgelände. Er wolle darauf ein großes Gesundheitszentrum errichten. Jetzt müsse eigentlich nur noch der Stadtrat einen Bebauungsplan beschließen.

Keine Goldgräberstimmung

Doch schon damals wirkte es befremdlich, dass sich der angebliche Heilsbringer nicht öffentlich zu erkennen geben wollte. Der Wunsch nach Anonymität führte sogar dazu, dass manche im Annweilerer Stadtparlament abstimmten, ohne den Namen des Investors zu kennen. Als es nun ernst wurde, sprang der Käufer ab. Der Traum vom Gesundheitswunder ist geplatzt.

Landrat und Klinikchef sind trotzdem guter Dinge, dass schon bald ein neuer Investor auftaucht. Immerhin gebe es für das Klinikareal einen Bebauungsplan, das schaffe Planungssicherheit. Diese Argumentation wirkt jedoch so, als sei der Wunsch Vater des Gedankens. In der Gesundheitsbranche herrscht keine Goldgräberstimmung.

Stift: Auch Caritas hat Geldprobleme

Der gescheiterte Deal von Annweiler strahlt psychologisch auch auf das kommunale Klinikum insgesamt aus. Dieses soll mit dem Vinzentius-Krankenhaus fusionieren. Die Verantwortlichen sagen, nur so könne die Krankenhausversorgung in Stadt und Kreis gesichert werden. Denn das Klinikum schreibt seit 2024 rote Zahlen. Die Kommunen schossen der Einrichtung erst kürzlich mehrere Millionen Euro zu, um die Liquidität zu sichern.

Mit Blick auf die Fusion gibt es bisher aber keine Erfolgsmeldungen. Ein Gutachten für Fusionsszenarien liegt immer noch nicht vor. Zudem steckt die Caritas als Trägerin des Stift selbst in Finanzproblemen. Die kirchliche Einrichtung fährt einen harten Sanierungskurs, Mitarbeiter erhalten deshalb weniger Gehalt.

Verantwortliche machen keine gute Figur

Landaus Oberbürgermeister Dominik Geißler betonte vor wenigen Tagen, die Gespräche zwischen Klinikum und Caritas dauerten so lange wie nötig, die Sache sei nun mal komplex. Mag sein. Doch Zeit spielt bei Verhandlungen eben auch immer eine Rolle, weil sich die Lage verändern kann – und dann vielleicht plötzlich alles infrage steht, was man sich da ausgemalt hat.

Weder Geißler, Seefeldt noch Gehendges haben eine überzeugende Figur gemacht bei der Rettungsaktion Gesundheit für Annweiler. Mit Blick auf die Klinikfusion ist das nicht vertrauenserweckend. Dabei ist dieses Projekt zu wichtig, um zu scheitern. Denn am Ende geht es um die ganz große Frage für die Menschen in der Stadt und im Landkreis: Wird es hier künftig überhaupt noch ein Krankenhaus geben?

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