Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel „Es geht ums Ganze“: Wolfgang Harsch will in den Landtag

Wolfgang Harsch (FW) will vor allem in der Bildungspolitik ansetzen – damit die Schulen und Schüler wieder wettbewergsfähig werd
Wolfgang Harsch (FW) will vor allem in der Bildungspolitik ansetzen – damit die Schulen und Schüler wieder wettbewergsfähig werden können.

Wolfgang Harsch tritt für die Freien Wähler zur Landtagswahl an. Der Landauer tanzt auf vielen Hochzeiten – und hat viel Erfahrung. Wichtig ist ihm vor allem die Jugend.

Meinungsstark, klare Standpunkte, einen Sinn für Humor, bekannt und gut vernetzt – es gibt viele Dinge, die sprechen dafür, dass Wolfgang Harsch nicht als chancenloser Kandidat ins Rennen um ein Mandat im Landtag geht. Dagegen spricht aber, dass der 62-Jährige nicht für eine der beiden großen Parteien antritt, sondern für die Freien Wähler. Das senkt seine Chancen. Denn abgesichert über die Landesliste ist Harsch nicht.

Harsch ist in der Gegend ein Name – klar, der gebürtige und bekennende Landauer hat sein Leben in der Südpfalz verbracht. Viele Menschen kennt er beruflich, schließlich leitet der Versicherungsfachmann eine Allianz-Agentur in Annweiler. Weitere kennen ihn seit fast 15 Jahren als einen der Köpfe der Landauer Stunksitzung. Und weitere wegen seines ehrenamtlichen Engagements.

Eine Woche im Monat fürs Ehrenamt

Viele Landtagskandidaten forderten derzeit eine Stärkung des Ehrenamts, sagt Harsch, und „das Ehrenamt ist mir ein Begriff“. Der Vater von Zwillingen sei rund zehn Jahre in den Elternbeiräten von vier verschiedenen Schulen gewesen, berichtet er, an zwei Schulen noch Elternsprecher. Dazu komme eine Mitgliedschaft im Vorstand des Landeselternbeirats der Realschulen plus. Zudem sei er „weit über zehn Jahre“ in wechselnden Funktionen im Vorstand des Vereins Landau-West gewesen – plus einer Zeit, in der er noch die Jugend trainiert habe.

In der aktivsten Phase, so erinnert sich Harsch, habe er fast eine Woche pro Monat ins Ehrenamt investiert. Als Leiter der Versicherungsagentur habe er die Zeit und das Geld gehabt, denn bei einigen Ehrenämtern habe er eigentlich Geld draufgelegt. Das gehe schnell: beispielsweise als Jugendtrainer, wenn man nach einem Sieg Pommes oder Eis für alle spendiert, sagt Hundeliebhaber Harsch. Der Lohn sei für ihn nie Geld gewesen, sondern das Strahlen in den Augen der Kinder oder das Gefühl, etwas erreicht zu haben.

Wegen des Umgangs mit der AfD aus der FWG ausgetreten

Spricht man eine Weile mit Harsch, kommt der Landauer Stadtrat auch immer wieder aufs Lokale zu sprechen. Im Gremium und auch sonst positioniert er sich immer wieder gegen die AfD. Im November 2024 hat er den Vertretern der rechtsextremen Partei im Rat in einer vielbeachteten Rede die Leviten gelesen. Und wegen der AfD habe er auch mit der FWG, der lokalen Freie-Wähler-Gruppe, gebrochen.

Früher sei er dort Mitglied gewesen, berichtet Harsch. Ausgetreten sei er im Frühjahr 2021, weil die damalige Stadtratsfraktion zwei Mitglieder aufgenommen hat, die auf dem AfD-Ticket in den Rat gewählt wurden. Danach habe er mit anderen zusammen den lokalen Ableger der Partei Freie Wähler gegründet. Für die sitzt er nun im Rat.

Praxisschocks vermeiden

Warum man ihn wählen sollte? „Ich hab do Bock druff“, sagt er, zudem gestehe er sich die Kompetenz zu. „Ich bin 62 Jahre alt, habe Erfahrung. Außerdem muss es jemand machen, den die Themen interessieren.“ Eines der wichtigsten für ihn ist die Bildungspolitik. Hier habe die Landesregierung in den vergangenen Jahren „versagt“, attestiert er. Es brauche eine bessere Infrastruktur, mehr Gebäude und mehr Personal. Nicht nur in Schulen, auch in den Kindertagesstätten.

Zudem müsse die Lehrerausbildung geändert werden, die Lehramtsanwärter müssten früher praxisbezogen lernen. Damit ließen sich die „Praxisschocks“, die Menschen haben, die es nicht gewohnt sind, tatsächlich vor einer Klasse zu stehen, vermeiden. Dass Änderungen nicht sofort Früchte tragen, ist Harsch klar. Aber: „Wir können jetzt anfangen, dafür zu sorgen, dass wir in zehn Jahren wettbewerbsfähig sind“, betont er.

„Land auf solide Basis stellen“

Er wisse zudem aus dem Gesundheitssektor, dass es dort massive Probleme gebe – nicht nur der Finanzierung wegen, sondern auch wegen des Personalmangels. „Ich sehe, was da passiert. Wir müssen aufpassen, es muss sich einiges ändern.“ Das gelte aber nicht nur für die beiden Politikfelder.

„Im Land geht es jetzt ums Ganze. Wir müssen das Land auf eine solide Basis stellen“, sagt Wolfgang Harsch. Er würde gerne dazu beitragen.

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