Landau Auflösung der AfD-Fraktion beschert FWG Zuwachs
[Aktualisiert: 16.40 Uhr] Die dreiköpfige AfD-Fraktion im Landauer Stadtrat hat sich erwartungsgemäß am Montag aufgelöst. Sowohl der Fraktionsvorsitzende Christian Gies als auch sein Fraktionskollege Hermann Eichhorn bestätigten auf Nachfrage, dass sie am Montag per Brief an den Oberbürgermeister ihren Austritt aus der Fraktion erklärt haben. Beide wollen ihre Mandate behalten. Gies sagte, er habe am Dienstag einen Aufnahmeantrag bei der bisher dreiköpfigen FWG-Fraktion gestellt; Eichhorn trägt sich mit demselben Gedanken. Beide sagen, dass sie von Anfang an einen guten Kontakt zur FWG gehabt hätten. Gies sagt, er schätze deren Art, Politik zu machen. Eichhorn hält die FWG für „eine gute Alternative, besser als die Alternative“. Als er in die AfD eingetreten sei, habe diese sich auf dem Weg in die gesellschaftliche Mitte befunden, doch den habe sie verlassen und sich nach weit rechts bewegt. „In diese Richtung kann ich nicht mitgehen“, so Eichhorn. Der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Norbert Herrmann will zumindest vorerst in der AfD bleiben. Er nimmt es seinen bisherigen Mitstreitern übel, dass sie die Auflösung nicht in einer gemeinsamen Fraktionssitzung besprochen, sondern ihn vor vollendete Tatsachen gestellt haben. „Die haben mich aus den Ausschüssen rausgeschossen, das ärgert mich“, so Herrmann. Das hängt damit zusammen, dass nur Fraktionen Sitz und Mitspracherecht in Ausschüssen haben. Herrmann deutet allerdings an, dass er seine „Angel ausgeworfen“ habe, um möglicherweise wieder Fraktionsstatus zu erlangen. Und er glaubt, dass die vor der Wahl bekanntgewordenen Pläne von Gies und Eichhorn die AfD bei der Landtagswahl vor Ort ein bis zwei Prozent gekostet hätten.
Der FWG-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Freiermuth sagte auf Anfrage, der Wechsel gehe klar. Seine Fraktion habe lange Zeit gehabt, die beiden Ratsmitglieder in Rats- und Ausschusssitzungen kennenzulernen und ihr Abstimmungsverhalten zu erleben. Sie seien unzweifelhaft bürgerliche Kräfte, die einen Gewinn für die FWG darstellen könnten.