Meinung
Die Trittbrettfahrer
Und täglich grüßt das Murmeltier ... Die Landauer müssen sich wie der Wetteransager in der US-Komödie mit Bill Murray fühlen, der in einer Zeitschleife festhängt und ein und denselben Tag immer wieder aufs Neue erlebt. So ist es mit der Landauer CDU und dem Thema Sicherheit.
Zum wiederholten Mal möchte sie den Hauptbahnhof mit einer Videoüberwachung bestücken. Auch die Rede von den Angsträumen ist die Wiederholung der Wiederholung. Die Christdemokraten, denen das Thema in den vergangenen eineinhalb Jahren gar nicht mehr so wichtig war wie im Wahlkampf beschworen, springen nun auf den Zug von Parteifreund Patrick Schnieder auf.
Der Bundesverkehrsminister möchte die deutschen Bahnhöfe sicherer und sauberer machen. Auch von Videoüberwachung ist die Rede. Allerdings nur in den großen Städten, wo Hauptbahnhöfe ein ganz anderes Gesicht haben als in Landau. Die Südpfalzmetropole ist kein Kriminalitätsschwerpunkt, stellt die Bundespolizei nüchtern fest. Die Fallzahlen sind seit 2023 sogar rückläufig. Streifen seien dort regelmäßig unterwegs, teilt die Behörde mit.
Mit anderen Worten: keine Chance für eine Videoüberwachung am Landauer Hauptbahnhof. Auch der Plan, Dunkelräume in Parks zu beseitigen, ist bereits gescheitert. Was also bleibt von der CDU-Forderung am Ende übrig? Vielleicht nur die Erkenntnis, dass ein wenig Glanz der allseits gelobten Schniederschen Bahninitiative für Sicherheit und Sauberkeit auch für die Landauer Christdemokraten hätten abfallen sollen. Man könnte es auch politische Trittbrettfahrerei nennen. Oder parteitaktische Spielchen, um im Gespräch zu bleiben. Doch dieser Plan ist mit Sicherheit allzu billig.
