Landau / SÜW Ameisenplage: SPD für Bekämpfung mit heißem Wasser
Die SPD-Stadtratsfraktion Landau fordert einen konsequenten, aber ökologisch verantwortungsvollen Umgang mit der invasiven Ameisenart Tapinoma magnum, die sich zunehmend auch in Landau und Umgebung ausbreitet. Nach einer Ortsbegehung in Godramstein und dem Austausch mit Fachleuten setzt sich die Fraktion für ein strukturiertes wie auch transparentes Vorgehen auf wissenschaftlicher Basis und im Austausch mit bereits betroffenen Kommunen ein, unterstreicht Fraktionsvorsitzende Jennifer Braun.
Die SPD hatte jüngst im Stadtrat den Antrag gestellt, ein Gutachten erstellen zu lassen, das Aufschluss über den Befall gibt, damit die Bekämpfung koordiniert werden kann. Der Antrag war in einen Ausschuss auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verwiesen worden. Erst danach kam Bewegung in die Sache. Die Stadt hat mittlerweile die Stabstelle Bürgerbeteiligung mit dem Thema befasst. Das begrüßen die Sozialdemokraten. „Das genügt aber nicht. Vielmehr braucht es gezielte Maßnahmen und eine konkrete Strategie zur Eindämmung der Tapinoma magnum“, erklärt Braun.
Ameisen: Befall in Kehl zum Teil eingedämmt
Die Erfahrungen aus Baden-Württemberg und pfälzischen Nachbarkommunen zeigten, dass eine flächendeckende Bekämpfung mit Pestiziden nicht nur ökologisch bedenklich, sondern auch wenig erfolgversprechend sei, betont Klaus Eisold, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Er hat Kontakt mit der Stadt Kehl aufgenommen. Neben einer systematischen Erfassung der Fundstellen mit Dokumentation und Kartierung der Ausbreitung sei es wichtig, dass Anwohner und Kommune bei der Bekämpfung der Ameisenart gemeinsam vorgingen. „Denn mit Insellösungen, die letztlich nur zu einer Verdrängung auf die angrenzenden Grundstücke führen, ist niemandem geholfen“, so Eisold. In Kehl hätten durch den Einsatz des Heißwassersprühgeräts mit fast 100 Grad heißem Wasser bereits zahlreiche Kolonien erfolgreich eingedämmt werden können. Das Gerät könnte Betroffenen auch für ihre Grundstücke zur Verfügung gestellt werden.
Der SPD-Antrag steht auf der Tagesordnung der öffentlichen Stadtratssitzung am Dienstag, 1. Juli, ab 17 Uhr im Rathaus. Dort wird auch der Antrag der CDU-Fraktion vom 13. Juni behandelt. Ralf Eggers und Peter Lerch hatten vorgeschlagen, eine Ansprechperson zu benennen, die alle Aktivitäten und Zuständigkeiten koordiniert und Bürger berät. Außerdem solle die Verwaltung zu einer Informationsveranstaltung einladen und eruieren, welche Erkenntnisse in der Wissenschaft und anderen Kommunen vorliegen.
Umweltamt und Uni bei Ameisenplage an Bord
Die Stadt hat unterdessen zu einer Veranstaltung für Dienstag, 8. Juli, 19 Uhr, in die Kinck’sche Mühle in Godramstein eingeladen. Dabei soll es unter anderem um diese Fragen gehen: Was hat es mit dieser Ameise auf sich? Wie kann man sie erkennen? Wie kann ein Befall mit Tapinoma magnum vermieden oder eingedämmt werden?
Neben Oberbürgermeister Dominik Geißler und Bürgermeister Lukas Hartmann werden Vertreter des städtischen Umweltamtes und Stadtbauamtes sowie die wissenschaftlichen Experten Manfred Verhaagh vom Naturkundemuseum Karlsruhe und Professor Carsten Brühl von der RPTU in Landau anwesend sein.
Darüber hinaus stellt die Stadt Landau jetzt auf ihrer Webseite unter www.mitredeninLD.de umfangreiche Informationen zum Thema Tapinoma magnum bereit.


