Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Zukunftssicher: Wie eine Verbundleitung Burgalbens Wasser sichert

Gruppenbild mit Dame (von links): Projektleiter Frank Ecker von den Stadtwerken Kaiserslautern, Bürgermeister Michael Oestreiche
Gruppenbild mit Dame (von links): Projektleiter Frank Ecker von den Stadtwerken Kaiserslautern, Bürgermeister Michael Oestreicher, Stadtwerke-Vorstand Arvid Blume, Umweltministerin Katrin Eder und Verbandsbürgermeister Felix Leidecker.

Umweltministerin Katrin Eder hat die Baustelle oberhalb von Maria Rosenberg besucht. Dort wird gebaut, um die Trinkwassersicherheit in Burgalben sicherzustellen.

Der Ortsteil Burgalben hängt an nur einer Bezugsquelle bei der Trinkwasserversorgung. Das ändert sich jetzt. Es wird eine überörtliche Verbundleitung gebaut, die an die Wasserversorgung in Donsieders anschließt. Drei Millionen Euro gibt das Land an Fördergeld dazu.

Diese Verbundleitungen seien wichtig, um die Versorgungsnetze zukunftssicher zu gestalten, erklärte Umweltministerin Katrin Eder (Grüne). „Wir nennen das Resilienz“, sagte Eder und zeigte auf, welche Engpässe und Störungen dazu führen können, das Wasser gezielt umverteilt werden muss. Neben den sich verändernden klimatischen Bedingungen, sinkenden Grundwasserpegeln können das zum Beispiel technische Störungen, IT-Probleme, Störungen in der elektrischen Versorgung oder Hackerangriffe sein.

Wichtige Arbeit für selbstverständliches Gut

Eder unterstrich wie wichtig solche Verbundlösungen seien, dass die Zeiten vorbei seien, in denen sich Ortsgemeinden alleine versorgen können, vorbei seien. Durch den Wassercent, der in Rheinland-Pfalz erhoben werde, stünden im Land zweckgebunden finanzielle Mittel zur Verfügung, um solche Verbundlösungen im Wasserversorgungsnetz zu fördern. 2,2 Millionen Euro stellt das Land für die Baumaßnahme in Waldfischbach-Burgalben als zinsloses Darlehen bereit, 800.000 Euro Zuschuss werden gewährt.

Für den Bürger sei es selbstverständlich sauberes Trinkwasser zu haben. Aber das sei nicht selbstverständlich, verdeutlichte Waldfischbach-Burgalbens Bürgermister Michael Oestreicher und ergänze, „dass wir dafür was tun müssen“. Mit dem Bau der Verbundleitung, damit einhergehender neuer technischer Anlagen, werde nun „ein entscheidender Schritt zur Sicherstellung unserer Wasserversorgung gemacht und damit zur Daseinsvorsorge, die für uns alle von existenzieller Bedeutung ist“, sagte Oestreicher, der daran erinnerte, dass die Planungen für das Projekt 2022 begonnen haben.

Gegenseitige Unterstützung und Solidarität zwischen Gemeinden werde durch ein solches Projekt möglich und technisch abgesichert, dankte er der Nachbargemeinde Donsieders und der Nachbarverbandsgemeinde Rodalben, für die gute Zusammenarbeit.

Infrastruktur ist in die Jahre gekommen

1000 Kubikmeter Wasser, so Oestreicher, können nach der Fertigstellung pro Tag durch die Verbundleitung transportiert werden. Mit den Verbandsgemeindewerken Rodalben wurde ein entsprechender Wasserliefervertrag abgeschlossen.

Die Investition ist auch wichtig, weil die Infrastruktur in die Jahre gekommen ist. Auch daran erinnerte die Ministerin, die sich von Frank Ecker (Stadtwerke Kaiserslautern) das Großprojekt detailliert erläutern ließ. Die Stadtwerke haben die Betriebsführerschaft bei den Gemeindewerken in Waldfischbach-Burgalben inne.

Betriebsführer Hilmar Württemberger, der urlaubsbedingt bei der Übergabe des Bescheides passen musste, hatte im Vorfeld schon die Notwendigkeit der Investition unterstrichen. Für die Sicherheit in punkto Trinkwasserversorgung ein ganz wichtiges Projekt, sagte er. Geplant wurde das Bauvorhaben von der SWK gemeinsam mit der WVE aus Kaiserslautern.

Seit Jahren mahnt das Gesundheitsamt des Kreises, das die Trinkwassersicherheit prüft, notwendige Investitionen für die Wasserversorgung in Burgalben an. Die werden nun getätigt. 3,5 Millionen Euro Kosten sind aktuell für das Projekt veranschlagt, das Anfang Juli startete und in zwei Bauabschnitten umgesetzt wird. Im ersten Abschnitt wird die Verbindungsleitung über eine Streckenlänge von einem Kilometer zwischen Donsieders und Burgalben verlegt. Diese Arbeiten laufen bis Ende des Jahres.

Dort, wo im zweiten Bauabschnitt ab 2026 der neue Wasserhochbehälter gebaut wird, der ein Fassungsvermögen von 350 Kubikmeter haben wird, übergab die Ministerin den Förderbescheid. Im zweiten Bauabschnitt, skizzierte Oestreicher, werde nicht nur der Hochbehälter gebaut, sondern auch eine innerörtliche Verbindungsleitung verlegt und eine neue Übergabestation gebaut, die es ermöglicht den Wasserdruck je nach Bedarf zu mindern oder zu erhöhen. Für deren Bau hatte der Rat im Juli die Planungsleistungen für die Statik erweitert.

Im August hatte der Verbandsgemeinderat beschlossen, einen Kredit in Höhe von 1,6 Millionen Euro aufzunehmen, da die Bauarbeiten zum Teil vorfinanziert werden müssen. Von diesem Betrag sind 1,1 Millionen Euro für die Modernisierung der Wasserversorgung in Burgalben veranschlagt.

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