Vinningen RHEINPFALZ Plus Artikel Was aus der alten Salamanderfabrik in Vinningen wird

Der Investor Salvatore Federico hat die frühere Salamanderfabrik in Vinningen für 660.000 Euro ersteigert.
Der Investor Salvatore Federico hat die frühere Salamanderfabrik in Vinningen für 660.000 Euro ersteigert.

Ein Immobilienunternehmer hat nach der Übernahme des Helmitin-Geländes Expansionsgelüste in der Südwestpfalz. Neustes Projekt: die frühere Salamanderfabrik in Vinningen.

2019 hat Salvatore Federico das riesige Helmitin-Areal mit 31.000 Quadratmetern Hallenfläche in Pirmasens übernommen und großteils mit neuem Leben gefüllt. 250 Arbeitsplätze seien dort schon entstanden, erzählt der aus Remchingen bei Karlsruhe stammende Unternehmer, der sich inzwischen zusätzlich ein Gelände bei Petersberg und vor sechs Wochen die frühere Salamanderfabrik in Vinningen gekauft hat.

Im Vergleich zum Helmitin-Gelände ist das Vinninger Projekt geradezu bescheiden mit seinen 7600 Quadratmetern Hallenfläche. Federico konnte es für 660.000 Euro ersteigern. „Vinningen habe ich vorher gar nicht gekannt“, gesteht er beim Rundgang durch die inzwischen großteils leergeräumten Hallen. Ohne lange zu zögern, hat Federico mit der Räumung und Sicherung der großen Halle begonnen. „Da hat es ein bisschen reingeregnet“, berichtet er. Die Lücken im Dach seien mittlerweile geschlossen.

Lagerbox-System geplant

Vor Federico gehörte das Gebäude dem Unternehmen Ludy Galvanosysteme. Reste von deren Maschinen und Geräten werden derzeit für die Entsorgung sortiert. Im Keller befindet sich eine überdimensionierte Ölheizung aus den Tagen, als Salamander in der Halle Schuhe produzierte. Die ist zwar schon lange außer Betrieb, muss aber noch demontiert werden, was sich vorige Besitzer gespart hatten. Federico kündigt an, die Heizung auseinander schweißen zu lassen. Er will das Gebäude blank haben. Aktuell werde mit Gas geheizt.

Das Untergeschoss, in das ebenerdig mit Transportern eingefahren werden kann, will er an Handwerker und den Bauhof der Gemeinde als Lager vermieten. Federico schwebt eine Art Lagerbox-System vor, bei dem sich Interessenten einen abgegrenzten Lagerraum mieten können. Eine Schreinerei und ein Heizungsbauer seien schon dabei. Weitere werden kommen, dessen ist er sich sicher.

Rund 300.000 Euro sollen investiert werden

Das Obergeschoss sei für einen Produktionsbetrieb geeignet, konkrete Interessenten gebe es aber noch nicht. Das könnte sich ändern, wenn erst die Grobsanierung fertig ist, glaubt der Unternehmer. Aus dem Obergeschoss ließen sich zwei Hallen separieren, wobei eine davon noch eine eigene Einfahrt bekommen könnte. Dafür hatte Federico im Februar das Außengelände teilweise roden lassen. Was eine anonyme Anzeige zur Folge hatte, da Anwohner vermuteten, er habe nach dem 1. März gerodet – das ist wegen der Brutzeit verboten. „Wir haben im Februar die Bäume und Hecken geschnitten und im März die geschnittenen Teile klein geschnitten“, erklärt Federico, der zudem betont, dass er nicht das gesamte Außengelände gerodet habe. Große Teile und Hecken sowie einige Bäume stehen noch immer. Er habe lediglich Platz für die potenzielle zweite Zufahrt benötigt. „Das soll gleich losgehen, wenn ich einen Mieter habe“, sagt er.

Im Obergeschoss residiert bereits eine Elektrofirma für Schaltanlagen. Die nutzt aber nicht viel Platz. Federicos Mitarbeiter – seine Firma kommt aus der Elektrotechnik – werden in den kommenden Wochen die Elektrik im gesamten Haus auf Vordermann bringen und überall Starkstromanschlüsse legen. Vorerst wolle er aber nur Reparaturen erledigen und weitere Arbeiten erst dann ausführen, wenn feststeht, wer als Mieter reingeht. „Das soll passend für den Mieter werden.“ Den Investitionsbedarf für die Vollvermietung beziffert Federico mit rund 300.000 Euro.

Nicht das erste Projekt in der Region

Allerdings lässt er derzeit noch offen, ob er das Gelände überhaupt nur für Gewerbe nutzen will. Ringsum haben sich Wohnhäuser an die frühere Salamanderfabrik angegliedert. Im unteren Bereich befindet sich ein relativ neues Wohngebiet. Wenn er in zwei Jahren keine größeren Vermietungen habe, könne er sich vorstellen, alles abzureißen und auf dem Gelände 50 Einfamilienhäuser bauen zu lassen. „Das ist eh schon Wohngebiet.“ Eine gewerbliche Nutzung würde er jedoch bevorzugen, weil die Region die Arbeitsplätze benötige.

Vinningen war nicht die erste Erweiterung von Federico in der Region. Vor längerer Zeit habe er bereits eine frühere Fabrik bei Petersberg mit großem Freigelände und Hallen gekauft. Einen Mieter habe er dafür schon gefunden, eine Art Bürohalle sei noch verfügbar.

„Die Pfalz ist mega“

In der Innenstadt habe er sich zudem einen Parkplatz gekauft, im Vorgriff auf den Kauf eines Wohn- und Geschäftshauses, um später genügend Parkraum für die Mieter zu haben. Was genau er in der Innenstadt kaufen will, wollte er noch nicht verraten. Die Eigentümer hätten momentan etwas zu hohe Preisvorstellungen, befindet er.

Generell ist Federico vom Standort Pirmasens und der Südwestpfalz begeistert. „Die Pfalz ist mega. Ich finde die Leute hier toll“, schwärmt er von der Region. Generell seien Pirmasens besser als die Bewohner selbst glaubten. Eine Wohnung habe er hier, sein Hauptwohnsitz ist aber immer noch in Remchingen, wo auch die Familie lebt und der Stammsitz der Elektrotechnikfirma ist.

Im Obergeschoss des Gebäudes gibt es viel Platz – zum Beispiel für einen Produktionsbetrieb.
Im Obergeschoss des Gebäudes gibt es viel Platz – zum Beispiel für einen Produktionsbetrieb.
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