Bechhofen Sankt Martin reitet jetzt doch durch Bechhofen – auch Aktionen in anderen Dörfern
Die Idee geht auf Britta Grötsch zurück, die in Bechhofen Pferde hält, mit denen sie therapeutisches Reiten anbietet. Zusammen mit ihrer Tochter und dem Sohn einer Freundin reitet sie – jeder in anderen Straßen – als Sankt Martin verkleidet durchs Dorf. Die Kinder sollen an den Fenstern ihre Laternen zeigen und den Reitern zuwinken.
Nachdem sie die Aktion vergangene Woche auf Facebook vorgestellt hatte, erhielt sie immensen Zuspruch, aber dann kam die Entscheidung aus Berlin, das öffentliche Leben im November stark zurückzufahren. Die Verbandsbürgermeister im Landkreis Südwestpfalz einigten sich zusammen mit der Landrätin darauf, alle Martinsumzüge abzusagen. Das traf auch die Bechhofer Aktion, die beim Ordnungsamt als Martinsumzug angemeldet war. Auch diese Entscheidung erhielt große Resonanz auf Facebook – diesmal aber kein Lob, sondern Unverständnis.
Das Ordnungsamt wird am Dienstag kontrollieren
Zusammen mit Verbandsbürgermeister Björn Bernhard, der sich laut Britta Grötsch „sehr für unsere Aktion eingesetzt hat“, fand sich nun doch eine Lösung: Der Ritt, der an sich nicht gegen die Corona-Auflagen verstößt, wird nicht angemeldet. „Man braucht es nicht genehmigen zu lassen, wenn ein einzelner Reiter im roten Mantel durch die Straßen reitet“, sagte Grötsch im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Da so auch nicht mehr vom Martinsumzug die Rede ist, fällt er auch nicht mehr unter die kreisweite Vereinbarung. Allerdings wird das Ordnungsamt kontrollieren, dass sich unterwegs keine Gruppen im Freien treffen, was wiederum nicht erlaubt wäre – sofern es mehr als zwei Haushalte oder mehr als zehn Personen sind.
„Die Menschen sollen einfach in ihren Häusern bleiben und mit ihren Laternen den Reitern zuwinken“, erklärt Grötsch. Deshalb steht der Abend auch unter dem Motto „Ich wink’ mit meiner Laterne“. Am vor einer Woche geplanten Ablauf ändert sich nichts. Die drei Reiter starten am Dienstag um 17.30 Uhr und werden etwa zwei Stunden unterwegs sein. Britta Grötsch reitet auf ihrem Pferd Wilma, ihre Tochter Nele auf Pony Charlie und Matheo Winter, der Sohn einer Freundin, nimmt das Mini-Pony Pepper. Die Kinder warten mit ihren Laternen am Fenster und winken Sankt Martin dann zu. Auf die Idee kam Britta Grötsch durch einen Ponyhof im Saarland, der eine ähnliche Aktion plant.
Björn Bernhard hofft, dass die Leute die Regeln einhalten
Verbandsbürgermeister Björn Bernhard freut sich für die Kinder, dass der Abend nun doch stattfindet. Dass die Verbandsgemeinde ihn zunächst erlaubt und dann doch untersagt hatte, dazu steht er nach wie vor. Es habe eine klare Absprache gegeben, keine Martinsumzüge zu erlauben, und als solcher sei der Ritt angemeldet worden. Schließlich habe man auch andere Veranstaltungen abgesagt, etwa einen Umzug in Battweiler. Und er habe auch gehört, dass sich schon Leute verabredet hätten, sich zu treffen. Es gebe tatsächlich keine rechtliche Grundlage, jemandem zu verbieten, durch Bechhofen zu reiten. Er appelliere aber an die Vernunft der Leute, sich an die Regeln zu halten.
Es gibt bereits weitere Ideen für Sankt Martin: In