Reifenberg
Ohne Führerschein 50 Kilometer vor Polizei geflüchtet – Staatsanwaltschaft wartet auf Gutachten
An einem Samstagabend Ende Juli wollte eine Streife der Landstuhler Polizei den Autofahrer kontrollieren. Als der den Streifenwagen sah, flüchtete er. Die Flucht erstreckte sich über mehrere Dörfer der Landkreise Kaiserslautern und Südwestpfalz und endete schließlich in der Hauptstraße von Reifenberg, wo das Auto, umringt von vier Polizeiautos, gestoppt wurde. Zwischendurch waren an der Verfolgung sechs Streifenwagen beteiligt.
Es stellte sich heraus, dass der 56-jährige aus dem Landkreis Kaiserslautern keinen gültigen Führerschein hatte und möglicherweise unter dem Einfluss von Medikamenten stand. Ob dem so war, das kann die Zweibrücker Staatsanwaltschaft noch nicht sagen, da das Untersuchungsergebnis hierzu noch nicht vorliegt. Laut der Leitenden Oberstaatsanwältin Iris Weingardt hat sich die Verfolgungsfahrt über 47 Kilometer erstreckt. Beinahe wäre es dabei zu einem Unfall mit einem Streifenwagen gekommen.
Auf seiner Flucht sei der Beschuldigte ein Stück über einen abgeernteten Acker und dann wieder auf die Straße gefahren, hat Weingardt den Akten entnommen. Die Polizei hatte Ende Juli versehentlich gemeldet, dass der Acker Endstation gewesen sei: „Flucht vor Polizeikontrolle endet in Acker“, heißt die Überschrift der Polizeimeldung.Dass die RHEINPFALZ diese Information übernahm, sorgte auch für Spott und Belustigung bei den Reifenbergern. „Die Hauptstraße von Reifenberg ist zwar sanierungsbedürftig aber noch kein Acker“, schrieb etwa der zweite Beigeordnete Markus Semmet. Mittlerweile wird die Hauptstraße auch tatsächlich saniert – was aber nichts mit der Verfolgungsjagd und dem Acker zu tun hat.
An dem Juli-Wochenende machte in Reifenberg das Gerücht die Runde, die Polizei habe einen Drogenhändler gefasst. Oberstaatsanwältin Weingardt sagte aber auf Anfrage der RHEINPFALZ: „Das Gerücht, die Polizei habe einen Drogendealer gestellt, kann ich nicht bestätigen.“