Ludwigswinkel
Millionenförderung: So hilft die Daniel-Theysohn-Stiftung
„2024 war ein spannendes Jahr“, sagt Hans G. Pieper, Vorstandsvorsitzender der Daniel-Theysohn-Stiftung. Seit 54 Jahren unterstütze die Stiftung die Region, in Summe seien in dieser Zeit 93 Millionen Euro in die Südwestpfalz investiert worden. „Wir sind ein verlässlicher Partner, der für Kontinuität steht“, betont Pieper. Immer wieder stelle sich der Vorstand die Frage, wie sich die Stiftung weiterentwickeln lasse, immer mit dem Ziel, die Region bestmöglich zu fördern.
Im vergangenen Jahr habe die Stiftung 80 Projekte in der Südwestpfalz unterstützt. In Summe seien 2,16 Millionen Euro investiert worden, 661.710 Euro davon flossen in die Ausbildungsförderung. Unter anderem förderte die Stiftung ein Projekt für IT-Ersthelfer an Schulen.
Individuelle Einzelförderung möglich
„Wir reagieren auf das, was von außen kommt“, nennt Pieper eine der Säulen der Daniel-Theysohn-Stiftung. Das könnten ganz individuelle Fälle sein. So wie im Fall eines Medizinstudenten, der sich bei der Stiftung gemeldet hatte. Dank eines Stipendiums der Initiative „Ärzte für die Westpfalz“ studiere er Medizin in Ungarn, doch ihm habe Geld für den Lebensunterhalt gefehlt. Die Stiftung habe ihre Förderung zugesagt. „Wir freuen uns, wenn jemand mit neuen Ideen kommt“, erklärt Pieper. Unterstützung sei auch im Einzelfall möglich, wenn das Konzept überzeuge und klar sei, wo die Person hinwolle.
Auch die Daniel-Theysohn-Stiftung selbst hat im vergangenen Jahr Neuland betreten und zum ersten Mal ein stiftungseigenes Langzeitprojekt auf die Beine gestellt: In den kommenden Jahren sollen Quellen in der Südwestpfalz renaturiert werden. Den Anfang machten die Quelle des Saarbrunnens zwischen Ludwigswinkel und Eppenbrunn, die Quellen des Magazinecks bei Nothweiler sowie des Rossbrunnens bei Fischbach. In diese Maßnahme flossen 100.000 Euro. Noch sei nicht alles fertig, doch er sei zuversichtlich, dass mit Beginn der Vegetationsperiode die Renaturierung beginnen werde. Grundwasser sei vor dem Hintergrund des Klimawandels ein bedeutendes Thema und bei den Quellen sehe die Stiftung die Möglichkeit, sich aktiv für den Pfälzerwald einzusetzen, so Pieper.
Lebensqualität vor Ort verbessern
Die Stiftung wirke in der Region, um dort vor Ort die Lebensqualität der Menschen zu verbessern, schildert Geschäftsführer Gerhard Andreas. Dabei sei es wichtig, dass Projekte abgeschlossen werden, denn nur dann komme das eingesetzte Geld den Menschen auch zu gute, betont Pieper. Aus diesem Grund habe sich die Stiftung dazu entschieden, den Förderbetrag für die Sanierung der Burgruine Drachenfels in Busenberg zu erhöhen, nachdem die Kosten in unvorhergesehener Weise gestiegen seien. Das Projekt haben einen Stiftungszuschuss in Höhe von 381.000 Euro erhalten, die Gesamtkosten beliefen sich auf 913.000 Euro. „Wir sind ein verlässlicher Partner, der auch da ist, wenn es einmal eng wird“, betont Pieper.
Mit ihren finanziellen Mitteln unterstütze die Stiftung das ehrenamtliche Engagement der Menschen vor Ort. Ganz besonders schön sei es, die Freude über gelungene Projekte mitzuerleben. So wie beim SV Lemberg, den die Daniel-Theysohn-Stiftung mit 4000 Euro beim Umbau der Flutlichtanlage unterstütz habe. Mit seinem Engagement für den Umweltschutz belegte der SV Lemberg den vierten Platz im Bundesfinale des Wettbewerbs „Sterne des Sports“.
Finanzmittel für den Tierschutz
Die Daniel-Theysohn-Stiftung fördert neun Tierschutzvereine und -organisationen in der Region Südwestpfalz. Die Hälfte der Kosten für Tierfutter, Medikamente und Arztrechnungen des vergangenen Jahres habe die Stiftung getragen, so Pieper. Weiter seien verschiedene Projekte unterstützt worden, etwa der Neubau einer Tierarztpraxis beim Tierschutzverein Pirmasens. In Summe investierte die Daniel-Theysohn-Stiftung 326.200 Euro in den Tierschutz.
Aktuelle Finanzmarktlage nicht einfach
Die aktuelle Lage am Finanzmarkt sei nicht einfach, doch die Stiftung werde dank guter Ergebnisse bei der Kapitalanlage auch im Jahr 2025 wieder in gleicher Höhe fördern können wie 2024, sagt Pieper.
Als besonderes Zeichen der Wertschätzung sieht es Pieper, dass es im vergangenen Jahr gleich vier Zustiftungen gab, also Menschen, die sich entschlossen haben, die Stiftung finanziell zu unterstützen, weil sie deren Arbeit bedeutsam finden. Das sei ein großes Kompliment und eine Verpflichtung, so Pieper.
Auch intern einiges neu
Intern habe es viele Entwicklungen geben, dazu zählte der Wechsel in der Vorstandschaft. Laut Satzung gehören die Ortsbürgermeister von Fischbach und Ludwigswinkel dem Vorstand an. Im vergangen Jahr wurden nach der Kommunalwahl Ruven Fritzinger (Ludwigswinkel) und David Leidner (Fischbach) als Vorstandsmitglieder berufen. Weiter sei der Generationenwechsel eingeleitet worden, die Geschäftsstelle habe zwei neue Mitarbeiterinnen. In diesem Jahr sollen alle Akten der Stiftung digitalisiert werden. Weiter sei ein Projekt für die IT-Sicherheit aufgelegt worden und die Geschäftsstelle werde energetisch auf Vordermann gebracht.