Thaleischweiler-Fröschen / Wallhalben RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr Touristen kommen nicht, aber die Einheimischen entdecken ihre Heimat

Der Radweg durchs Wallhalbtal wird zweimal im Jahr gekehrt, damit kein Laub liegen bleibt und ihn matschig und rutschig macht.
Der Radweg durchs Wallhalbtal wird zweimal im Jahr gekehrt, damit kein Laub liegen bleibt und ihn matschig und rutschig macht.

Wegen Corona machen die Deutschen viel mehr im eigenen Land Urlaub, heißt es. Die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben hat diesen Trend vergangenen Sommer nicht gespürt. Dafür sind die Leute von hier wohl einfach zuhause geblieben. Die Mühlenwirte waren jedenfalls zufrieden. Und manche Einheimische haben zum ersten Mal den schönsten Platz in der Verbandsgemeinde erwandert.

Weil Fernreisen wegen der Corona-Beschränkungen nicht möglich sind, haben vergangenes Jahr viele Deutsche im eigenen Land Urlaub gemacht. Die Verbandsgemeinde Pirmasens-Land hat festgestellt, dass ihre Wanderwege auch von Besuchern von weiter her entdeckt werden. In die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben dagegen seien nicht mehr Touristen gekommen als sonst, sagt Verbandsbürgermeister Thomas Peifer. Die Leute von hier seien über Sommer aber schon unterwegs gewesen. Die Gastronomen der Landgrafenmühle, der Kneispermühle und der Weihermühle seien zufrieden gewesen: „Da war schon sehr viel los.“

Manche haben die Heimat erst richtig kennengelernt

Manche hätten auch beim Wandern die eigene Verbandsgemeinde entdeckt. So habe er Leute getroffen, die ihm erzählt haben „Ach Gott, ich war zum ersten Mal im Kessel“, berichtet Peifer. Der Kessel ist das Ende des Wasserschaupfads, der an der Weihermühle startet. Dort findet man zwei Wasserfälle, schöne Felsen und einen schmalen Pad, der hoch Richtung Herschberg führt. Es ist einer der schönsten Orte der Verbandsgemeinde – vielleicht gar der schönste.

Dass es keine Touristen, sondern Leute von hier sind, die die Angebote annehmen, macht Peifer nichts aus. Auch die neuen Broschüren seien nicht nur zum Verschicken gedacht, sondern werden beispielsweise auch auf den Mühlen ausgelegt: „Für uns ist Werbung nicht nur für Fremde, sondern auch für Einheimische.“ Zwei neue Broschüren hat die Verbandsgemeinde fürs Pfälzer Mühlenland – neben Thaleischweiler-Wallhalben die Verbandsgemeinden Zweibrücken-Land, Bruchmühlbach-Miesau und Waldfischbach-Burgalben und die Stadt Zweibrücken – aufgelegt. In einer finden sich 20 Wandertouren von Hornbach bis Landstuhl samt QR-Codes, mit denen man weitere Infos übers Internet abrufen kann. Daneben gibt es eine neue Broschüre mit Ausflugszielen, besonders schönen Orten, Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten.

Peifer hätte gerne eine eigene App fürs Mühlenland

Gerne würde Peifer noch einen Schritt weiter gehen und eine eigene App fürs Pfälzer Mühlenland anbieten. Dort könnte man beispielsweise auch Busverbindungen und Sehenswürdigkeiten in der Region abrufen. Der Verbandsbürgermeister möchte im Frühjahr prüfen lassen, was das kosten würde.

Bereits seit Mitte 2020 fertig ist der Mühlenradweg zwischen der Faustermühle bei Thaleischweiler und Wallhalben. „Der wird sehr genutzt“, hat Peifer festgestellt, und er hofft auf noch mehr Zuspruch, wenn die Corona-Pandemie vorbei ist: „Ein normales Leben war ja 2020 überhaupt nicht möglich.“ Am Weg sollen im Frühjahr noch Tische, Bänke und Schilder aufgestellt werden, ansonsten ist er fertig.

Mit dem neuen Radweg ist der Bürgermeister zufrieden

Dass der Weg mit seiner wasserdurchlässigen Decke nicht komplett glatt ist, stört Peifer nicht: „Da werden noch Unebenheiten drin sein“, sagt er. Vor allem ab der Faustermühle sind beim Fahren aber störende Querrillen spürbar, die von Raupenketten stammen könnten. Richtung Kneispermühle gibt sich das. Gegenüber dem früheren Waldweg, der stellenweise tief ausgefahren und voller Matsch und Pfützen war, ist der neue Weg eine deutliche Verbesserung. Das fällt gerade jetzt bei dem nasskalten Winterwetter auf. So sagt auch Peifer: „Wir sind zufrieden im Vergleich zu dem, was vorher war. Da bleibt kein Wasser stehen.“ Nun sei „dieser Weg durch das schöne Wallhalbtal“ zu jeder Jahreszeit nutzbar.

Damit das so bleibt, muss der Weg gepflegt werden: Zweimal im Jahr wird er mit der Kehrmaschine abgefahren, um das Laub zu entfernen. Sonst würden bis zu 20 Zentimeter Laub liegen bleiben, und der Weg würde matschig.

Die Straße durchs Wallhalbtal soll auch noch saniert werden

Der Weg schlängelt sich durchs Wallhalbtal vorbei an einigen Mühlen und den Abzweigungen zur Tierauffangstation, zur Weihermühle und hoch nach Herschberg. Auf der anderen Bachseite führt die Straße von Thaleischweiler nach Wallhalben. Die ist in einem schlechten Zustand, aber Peifer versichert: „Hier sind und bleiben wir am Ball, um einen Ausbau zu erreichen.“ Er deutet auch an, dass die Landesstraße zur Kreisstraße zurückgestuft werden könnte. Dafür müsste sie das Land sanieren, und wenn sie in einem ordentlichen Zustand ist, könnte sie auf den Kreis übergehen, der sich dann um künftige Schäden kümmern müsste. Konkret wird Peifer hier noch nicht, sagt aber: „Da ist was im Busch.“

Gerd Fuhrmann aus Maßweiler fährt auf dem Mühlenradweg von der Faustermühle Richtung Kneispermühle.
Gerd Fuhrmann aus Maßweiler fährt auf dem Mühlenradweg von der Faustermühle Richtung Kneispermühle.
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