Waldfischbach-Burgalben / Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Maria Rosenberg: Sind künftig keine Übernachtungen mehr möglich?

Das Tagungszentrum von Maria Rosenberg soll nur noch bis Ende Juni 2026 betrieben werden.
Das Tagungszentrum von Maria Rosenberg soll nur noch bis Ende Juni 2026 betrieben werden.

Das Bistum Speyer schließt das Tagungszentrum des Wallfahrtsorts Maria Rosenberg bei Waldfischbach-Burgalben zum 30. Juni 2026 und strebt ein neues Konzept an.

Das Bistum Speyer schließt das Tagungszentrum des Geistlichen Zentrums Maria Rosenberg zum 30. Juni 2026. Das teilte es am Mittwoch mit. „Schon seit einiger Zeit arbeitet das Bistum an einer Weiterentwicklung der mittlerweile in die Jahre gekommenen Gebäude. In diesem Zuge ist eine bauliche Neukonzeption für eine zukünftige Nutzung unumgänglich, an die sich eine Sanierung anschließen wird“, heißt es in einer Pressemitteilung. Ende 2026 werden die WVE Kaiserslautern und die Nahwerk GmbH die Wasser- und Stromversorgung erneuern. Bislang hatte der Rosenberg ein autarkes Wassersystem. Das löst umfangreiche Sanierungsarbeiten an den Gebäuden aus.

Wegen der im zweiten Halbjahr erforderlichen Vorarbeiten werde der Tagungsbetrieb zum 30. Juni 2026 eingestellt. Die Wallfahrtsangebote mit Gottesdiensten und seelsorglicher Präsenz sollen auch in der Konzeptions- und Umbauphase durchgängig aufrechterhalten werden, heißt es weiter. Zuletzt verzeichnete das Tagungszentrum zwischen 10.000 und 12.000 Übernachtungen pro Jahr.

Abriss von Gebäuden im Gespräch

Wie die Neukonzeption aussieht, teilte das Bistum nicht mit. Erwogen wird auch ein radikaler Einschnitt. Das ist kein neuer Plan. Als das Bistum Anfang 2021 seine Sparpläne vorstellte, standen drei Einrichtungen aus der Südwestpfalz auf der Streichliste: die katholische Familienbildungsstätte auf dem Sommerwald, der Beherbergungsbetrieb auf Maria Rosenberg und die Bildungsstätte Heilsbach in Schönau. Die öffentliche Empörung war groß, es wurden mehr als 1000 Unterschriften für den Erhalt gesammelt. Das Ende ist bekannt: Die Heilsbach wurde privatisiert.

Ein Vorschlag von damals soll jetzt wieder auf dem Tisch liegen: Maria Rosenberg wird auf seinen historischen Kern reduziert, die Gebäude des Tagungszentrums aus den 1970er und 1980er Jahren werden abgerissen. Saniert werden sollen das Stiftergebäude und der Arkadenhof, die dann als geistliches Zentrum genutzt werden sollen. Übernachtungsmöglichkeiten für Gruppen würde es dann nicht mehr geben. Kolportiert wird, dass das Bistum eine niedrige zweistellige Millionensumme dafür bereitstellen möchte, einen Teil davon müsste es für den Abriss der alten Gebäude aufwenden.

Investor und Betreiberkonzept

Es soll eine Alternative geben, hat die RHEINPFALZ erfahren. Ein Investor will die beiden Gebäude des Tagungszentrums übernehmen und sanieren. Es gibt ein Betreiberkonzept, das vorsieht, einen Teil der Gebäude als Ausbildungszentrum für ausländische Fachkräfte für die Pflege und die Gastronomie zu nutzen, den anderen für die Angebote des Geistlichen Zentrums zur Verfügung zu stellen. Zuletzt habe es aber rechtliche Bedenken gegen die Übergabe der Gebäude gegeben.

Generalvikar Markus Magin wollte sich gegenüber der RHEINPFALZ nicht zu den Sachverhalten äußern. „Ich werde keine Informationen, die die Diözesanversammlung erst am Freitag bekommen wird, vorher herausgeben“, betonte er. Magin sicherte zu, dass die Mitglieder der Diözesanversammlung am Freitag alle Informationen erhalten werden. Dazu zählten Informationen über den Investor und dessen Pläne, ein Gutachten zum Verkehrswert der Gebäude inklusive einer Beurteilung, wie diese erhalten werden könnten, sowie eine Einschätzung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes.

20 Mitarbeiter auf Stellensuche

Am Montag hat der Generalvikar die Mitarbeiter darüber informiert, dass das Tagungszentrum schließen wird. Derzeit seien rund 20 Menschen im Betrieb auf Voll-, Teilzeit- und Aushilfsbasis beschäftigt, mehr als die Hälfte davon habe befristete Verträge, sagte Magin. Ihnen soll bei der Arbeitsplatzsuche geholfen werden. „Wir haben ein Interesse daran, dass alle Mitarbeiter einen guten Weg finden und wir miteinander auf die Suche gehen.“ Für einen Teil werde es andere Aufgaben auf dem Rosenberg geben, für den anderen Teil sollen Stellen in kirchlichen Einrichtungen in Pirmasens und Kaiserslautern gefunden werden. Magin betonte, dass Maria Rosenberg „nicht nur als Wallfahrtsort, sondern als geistliches Zentrum erhalten bleibt“.

Diözesanversammlung berät am Freitag

Bischof Karl-Heinz Wiesemann ließ sich in der Pressemitteilung so zitieren: „Mir ist sehr daran gelegen, dass der Wallfahrtsort und das Geistliche Zentrum Maria Rosenberg mit seiner jahrhundertelangen, segensreichen Geschichte und seiner spirituellen Bedeutung für viele Menschen in der Region, im ganzen Bistum und darüber hinaus erhalten bleibt.“

Am Freitag wird sich die Diözesanversammlung mit Maria Rosenberg befassen, danach beraten der Priesterrat und die diözesanen Vermögensgremien. „Ich bin zuversichtlich, dass es uns gemeinsam gelingt, eine gute und tragfähige Lösung für den Segensort Maria Rosenberg zu finden“, so Wiesemann.

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