Contwig
Im März sollen die Krippenkinder zurück in ihren Schlafraum
„Dies ist ein personeller Neuanfang“, machte Margit Ernst klar, als sie Sandra Schultz als neue Kindergartenleiterin in Stambach vorstellte. Nach dem Rücktritt von Ortsbürgermeister Karlheinz Bärmann führt Ernst derzeit die Amtsgeschäfte bis zur Neuwahl im März und ist somit Vertreterin des Kindergartenträgers, der Ortsgemeinde Contwig. Dabei wollte sie jedoch keineswegs die Leistungen von Schultz’ Vorgängerin Luise Moch schmälern, die ebenfalls aus dem Ruhestand zur Vorstellung ihrer Nachfolgerin gekommen war. Die Eltern vertrat Kai Uwe Wolf, Vorsitzender des Elternbeirates.
Und alle hatten etwas zu sagen, da der Kindergarten derzeit in nicht ganz so einfachem Fahrwasser segelt. Zum einen erzeugte kurz vor Weihnachten ein Coronafall bei einem Elternteil Unruhe in der Elternschaft, zumal es zuerst hieß, es sei ein Coronafall, dann nur ein Verdacht, was Luise Moch und Margit Ernst jedoch klar stellten. „Es war tatsächlich ein nachgewiesener Coronafall bei einem Elternteil“, so Ernst.
Und zum zweiten ist da noch das Schimmelproblem im Schlafraum der Krippenkinder. Beziehungsweise war das Schimmelproblem. Die Contwiger Malerfirma Strobel hat den Gruppenraum nach erfolgter Sanierung und laut Margit Ernst „positiven Messungen und Tests“ neu verputzt. Derzeitiger Stand: Es arbeitet niemand am Raum, weil der Putz trocknen muss. „Mitte März spätestens soll alles erledigt sein“, schätzt Margit Ernst. Dann können die sechs Krippenkinder aus dem Turnraum, wo sie derzeit untergebracht sind, zurück in ihren alten, sanierten Raum.
Zurück zum Thema Corona: Um den 18. und 19. Dezember herum gab es große Aufregung in sozialen Medien und auch beim Gesundheitsamt in Pirmasens. Ein Elternteil eines Stambacher Kindergartenkindes hatte einen positiven Coronatest,
das Kindergartenkind war zwar getestet, aber das Ergebnis noch nicht da. Am 18. Dezember abends bekam Luise Moch nach eigenen Worten zwei Anrufe vom damaligen Ortsbürgermeister Bärmann und Verbandsbürgermeister Björn Bernhard, die sie gleichlautend über den Coronafall informierten. Man habe dann beschlossen, den Eltern am kommenden Morgen, einem Freitag, anheim zu stellen, ob sie die Kinder der so genannten Riesengruppe im Kindergarten lassen oder anderweitig betreuen. Viele Eltern entschieden sich dafür, ihre Kinder wieder mitzunehmen. Einige riefen dann wohl auch beim Gesundheitsamt in Pirmasens an.
„Wir waren voll transparent, haben die Eltern aufgeklärt. Unser einziger Fehler war, dass wir nicht selbst das Gesundheitsamt informiert haben, sondern davon ausgingen, das habe der positive Elternteil oder dessen Arzt bereits erledigt“, erläuterte die bisherige Kindergartenleiterin Luise Moch. Dann seien sofort alle Erzieherinnen mit Schnelltest getestet worden, alle mit negativem Ergebnis. „Montags war die Gruppe dann wieder geöffnet, und seitdem laufen die normalen Corona-Vorsichtsmaßnahmen“, erklärte Margit Ernst. So betreten die Eltern beispielsweise nicht das Gebäude, sondern die Kinder werden an der Terrasse abgeholt.
Im kommunalen Kindergarten Stambach, der aus dem katholischen Kindergarten hervorging, in dem es auch schon ein Schimmelproblem gab, betreuen elf Erzieherinnen 54 Kinder in zwei offenen Gruppen, der Zwergen- und der Riesengruppe, sowie der Kinderkrippe. Derzeit ist der Kindergarten für 60 Kinder zugelassen, ab Sommer für 65 Kinder.
„Sauwohl“ fühlten sich seine Kinder im Kindergarten, und nicht nur die, lobte der Vorsitzende des Elternausschusses, Kai Uwe Wolf, die Arbeit der Erzieherinnen. Trotz des Schimmelproblems seien alle Kinder sehr gut aufgehoben im Stambacher Kindergarten. „Der Kindergarten hat uns gut und offen informiert in der Corona-Sache. Ich verstehe, dass einige Eltern ungeduldig waren, aber man muss dem Apparat auch mal Zeit geben, bis die Routine angelaufen ist“, brach Wolf eine Lanze für das Krisenmanagement im Dezember.
Die RHEINPFALZ hatte sowohl in der Woche vor Weihnachten als auch im neuen Jahr mehrmals im Kindergarten angerufen, aber niemanden erreicht.
