Waldfischbach-Burgalben
Hotel Martin: Abriss startet mit Straßensperrung und Kostenstreit
Bis Ende Mai gilt die Verfügung zur Straßensperrung. Erste Arbeiten zum Abriss der beiden Gebäude, die direkt an der Straße stehen und seit dem Brand im August 2020 einsturzgefährdet sind, wurden in den vergangenen Tagen bereits erledigt. Das hatte keine Auswirkungen für Autofahrer. Bei den nun anstehenden, größeren Abrissarbeiten muss die Hauptstraße aber halbseitig gesperrt werden. Eine Ampel wird den Verkehr regeln.
Den Abriss zahlt zunächst die öffentliche Hand
Abgerissen werden der vordere Bereich des Hotels und das schmalere Gebäude direkt daneben. Dies geschieht im Auftrag des Landkreises Südwestpfalz – als sogenannte Ersatzmaßnahme. Diese wurde angeordnet, weil die Gebäudeeigentümer der Aufforderung nicht nachgekommen waren, den Abriss vorzunehmen und für sichere Verkehrsverhältnisse zu sorgen. Damit tritt der Kreis finanziell in Vorlage. Ob das Geld jemals zurückgezahlt wird, steht in den Sternen: Die Grundstücke sind Teile eines Grundstückgeschäftes, und Verkäufer und Käufer streiten darüber, wer finanziell geradestehen muss. Wenn zwei sich streiten, zahlt – in diesem Fall – der Steuerzahler.
Beteiligt an diesem Streit ist die Schenk-Gruppe aus Pirmasens, die auf dem ehemaligen Hotelgelände bauen und dann betreutes Wohnen anbieten will – in Verbindung mit einem Seniorenheim, das am Alten Rathaus gebaut werden soll. Dort ist die Baugrube ausgehoben, füllt sich regelmäßig mit Wasser. Waldfischbach-Burgalbens Ortsbürgermeister Michael Oestreicher (BWB) machte zuletzt in der Ratssitzung keinen Hehl daraus, dass sein Glaube an dieses Doppel-Projekt doch arg gelitten habe. Manfred Schenks Begründung, warum es mit dem Bau nicht vorangehe, enthalte nichts, was dieser nicht schonmal mitgeteilt habe, sagte Oestreicher. Dass „absehbar gebaut wird“, erwarte der Ortsbürgermeister nicht – aber man wolle sich mit Manfred Schenk demnächst in Verbindung setzen. Dann soll es vor allem darum gehen, ob Schenk mithelfen kann, ein großes Problem der Gemeinde zu lösen, das die Bauvorhaben mitverursacht haben: den Parkplatzmangel in zentraler Lage. Denn dieser könnte sich durch den anstehenden Abriss, bei dem in der Hauptstraße teilweise Halteverbot angeordnet ist, noch verschärfen.
32 Parkplätze, die „enorm fehlen“
Damit gebaut werden kann, hatte die Gemeinde ihre Parkplätze hinter der Protestantischen Kirche zur Verfügung gestellt. Laut Vereinbarung sollen die Parkplätze in gleicher Zahl, nur in anderer Anordnung, wieder hergerichtet gestellt werden, sobald die Baugrube ausgehoben und die Bodenplatte hergestellt ist. Man werde das Gespräch suchen, sagte Oestreicher, denn es gehe immerhin um 32 Parkplätze, die im Ortszentrum enorm fehlten. Zwar ist die Baugrube mittlerweile ausgehoben, die Bodenplatte allerdings noch nicht hergestellt. Im Rat gab es Zweifel daran, dass die Schenk-Gruppe bereit sein wird, Abhilfe zu schaffen.
Gute Nachrichten hatte Oestreicher für einen anderen Teilabschnitt der Hauptstraße. Der Landesbetrieb Mobilität hat zugesagt, dass der besonders schlechte Bereich nach dem Kreisel bis zur Einfahrt an den Bahnhof saniert wird.