Reifenberg
Feuerwehrhaus statt Fußball? Zukunft des Sportplatzes ungewiss
2018 wäre der SC Reifenberg beinahe noch einmal in die B-Klasse aufgestiegen. Damals mit der zweiten Mannschaft in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Battweiler, die seit 2011 bestand und die nach dem verpassten Aufstieg aufgelöst wurde. Seitdem hat der SC Reifenberg keine Fußballmannschaft mehr, und der Hartplatz im Hintereck wird nur noch selten benutzt. Hin und wieder bolzen dort Kinder, einmal im Jahr wird dort ein Freizeitturnier namens Kapellen-Cup ausgetragen. Früher nutzten benachbarte Vereine den Platz im Winter als Ausweichplatz zum Trainieren, doch das ist dort kaum noch möglich. Die Brasche hat Löcher und kleine Hubbel. Dazwischen wächst Unkraut. Und auch um das Spielfeld herum sieht es nicht gerade nach Spielbetrieb aus: wuchernde Hecken, ein zugeschmiertes Häuschen, in denen früher die Spieler auf der Ersatzbank saßen.
Heute sitzt der Sportplatz auf der Ersatzbank. Das Gelände gehört der Ortsgemeinde, sagt Reifenbergs Bürgermeister Pirmin Zimmer. Der SC zahle nur für das angrenzende Sportheim regelmäßig eine Erbpacht. Laut Bürgermeister ist die aber sehr gering. Ein offizieller Nutzungsvertrag für den Sportplatz, auf dem sowohl Ortsgemeinde als auch der SC unterschrieben haben, ist laut Zimmer nicht auffindbar.
Am Freitag treffen sich die Mitglieder
Wie es mit dem Sportplatz weitergeht, könnte sich am Freitag entscheiden. Um 19 Uhr treffen sich die Mitglieder des SC im Sportheim zur Versammlung. Im Grunde gibt es laut Bürgermeister Zimmer zwei Möglichkeiten: Entweder gibt der SC den Sportplatz zurück an die Gemeinde, die das Gelände dann anders nutzen kann. Oder aber er spricht sich für den Sportplatz aus, verspricht eine bessere Pflege, und dann geht es mit viel Glück wieder bergauf. „Wir als Ortsgemeinde lehnen uns da erst einmal entspannt zurück“, sagt Zimmer. Er möchte, dass der SC entscheidet. „Der Sportplatz ist nun mal ein hochemotionales Thema im Dorf“, weiß Zimmer.
Sollte der SC den Sportplatz an die Ortsgemeinde zurückgeben, so gebe es für das Areal mehrere Ideen. Eine davon, so Zimmer: dort ein neues Feuerwehrhaus bauen. Denn deren Gerätehaus im Rotenmorgen ist zu klein. Der Sportplatz biete genug Platz. „Es gibt aber auch noch andere Stellen im Dorf, wo wir die Feuerwehr bauen könnten“, relativiert Zimmer.
Die Zukunft des Fußballplatzes stand schon einmal auf der Kippe: Im Herbst 2018 hatten die Mitglieder des SC beschlossen, den Sportplatz an die Gemeinde zu geben, die dort Bauplätze schaffen wollte. Die Entscheidung ging damals ganz knapp aus: 14 waren dafür, 13 dagegen. Doch sie wurde wieder zurückgenommen: Christian Büffel, ehemaliger Spieler und Trainer des SCR [Transparenzhinweis: und Bruder des RHEINPFALZ-Redakteurs und Co-Autor dieses Artikels, Thomas Büffel], machte sich für einen Neuanfang stark – mit dem Ziel, im besten Fall auch wieder eine Fußballmannschaft zu stellen. Er übernahm zusammen mit Anna Fink den Vorsitz des Vereins und präsentierte verschiedene Ideen, um das Vereinsleben, das Sportheim und das Gelände wieder aufleben zu lassen. Auf ihn geht auch die Adventsfensteraktion in Reifenberg zurück, die der SCR 2018 ins Leben rief und die sich mittlerweile im Dorfleben etabliert hat. Christian Büffel gab das Amt aber Anfang 2020 an seine Stellvertreterin Anna Fink ab, die den Verein seitdem führt. Sie wollte der Mitgliederversammlung am Freitag nicht vorgreifen und sich vorab nicht äußern.
