Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Die Zeit der Fußballvereine auf dem Dorf ist so langsam vorbei

Wenn die Fußballer wegbleiben, holt sich die Natur die Sportplätze zurück. Das Foto aus dem Jahr 2015 zeigt den Sportplatz des S
Wenn die Fußballer wegbleiben, holt sich die Natur die Sportplätze zurück. Das Foto aus dem Jahr 2015 zeigt den Sportplatz des SC Reifenberg.

Wenn der SC Reifenberg seinen Sportplatz aufgibt, kann das auch eine Chance für den Verein und das Dorf sein – aber nur, wenn der Platz nicht ganz verschwindet.

So traurig es ist: Vielleicht ist die Zeit der Fußballvereine auf dem Dorf einfach vorbei. In der E-, D- oder C-Jugend zu kicken gehörte früher für die meisten Jungs vom Dorf zum Großwerden dazu. Und heute? Wenn es nicht jemanden gibt, dem das Ganze am Herzen liegt und der nicht jede Menge Zeit, Engagement und oft auch eigenes Geld opfert, dann hat ein Dorf keine Fußballjugend mehr. Und wenn doch, dann muss die bis an die Kreisgrenze fahren, um überhaupt noch Gegner zu finden. Wer wirklich Fußball spielen möchte, muss zu den größeren Clubs in Nachbardörfern wechseln und bleibt dann oft dort.

Das schlägt auf die Aktiven durch: In Klassen wie der C-Klasse Pirmasens-Zweibrücken West, in denen vor Jahren noch 18 Mannschaften angemeldet waren, kicken jetzt noch zwölf Teams. Acht davon sind zweite oder dritte Mannschaften. In der A-Klasse Kusel-Kaiserslautern gibt es Spielgemeinschaften, in deren Namen drei Dörfer stehen: die SG Haschbach/Schellweiler/Etschberg und die SG Oberarnbach/Obernheim-Kirchenarnbach/Bann.

Lohnt sich ein Sportplatz, wenn er nicht genutzt wird?

Diese Entwicklung muss auch der SC Reifenberg bedenken, wenn die Mitglieder am Freitag darüber entscheiden, ob sie ihren Sportplatz erhalten möchten. Dass dort wirklich noch einmal jeden zweiten Sonntag eine Mannschaft aufläuft, danach sieht es derzeit wirklich nicht aus. Ein solches Gelände fast ungenutzt vorzuhalten – selbst wenn es gepflegt würde –, ist aber kaum gerechtfertigt. Dann lieber neue Ideen und neues Leben.

Denn eines darf nicht passieren: Dass der Sportplatz völlig verschwindet. Ein Teil muss erhalten bleiben, aber eben mit neuen Möglichkeiten, sich dort zu Sport und Spiel treffen. Im Gespräch sind bereits ein Kleinspielfeld, ein Bouleplatz und Fitnessgeräte. Es gab einmal den Wunsch, einen Fahrradparcours zu schaffen. Auch eine Kletterwand oder ein Kletterfelsen könnten eine Idee sein. So könnte eine Umgestaltung eine Chance für den Verein und fürs Dorfleben sein: Anstelle eines ungenutzten großen Hartplatzes könnte ein kleiner Sport- und Freizeitpark entstehen, der auch Anlaufstelle für Besucher ist, die nicht nur Fußball spielen möchten.

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