Waldfischbach-Burgalben
Ein Pfarrer mit E-Bike: Peter Heinke verbindet Bewegung und Glauben
In aller Welt sind einige seiner Freunde mittlerweile zu Hause. Kürzlich besuchte Peter Heinke Freunde in Norwegen und Wien. Dort fühlte er sich wohl, spürte aber auch ganz genau, dass er an dem Platz, an dem er tätig ist, richtig ist. Der richtige Platz für ihn, das ist die Pfarrei Heiliger Johannes XXIII. in Waldfischbach-Burgalben. Am Sonntag wird er offiziell als leitender Pfarrer eingeführt (15 Uhr, Kirche St. Josef, Waldfischbach-Burgalben).
Vergangene Woche bei der Kerwerede in Hermersberg, „habe ich natürlich auch einen Seitenhieb abbekommen“, erzählt Heinke schmunzelnd. Das zeigt, dass er in der Pfarrei angekommen ist, in die er 2023 zunächst als Kooperator kam. Im September 2024 wurde er Administrator und bekam nun im August deren Leitung von Bischof Karl-Heinz Wiesemann übertragen. Das Amt bedeutet mehr Verantwortung, auch mehr Verwaltungsarbeit. „Ich wusste ja, was auf mich zukommt“, sagt Heinke schmunzelnd.
Für den neuen leitenden Pfarrer ist klar, dass die neuen Aufgaben nie bedeuten werden, dass Seelsorge hinten ansteht. Die habe immer Vorrang, unterstreicht er und ergänzt, dass gute Verwaltungsarbeit auch schon ein Stück weit Seelsorge bedeute. Eine gute Verwaltung bedeute zum Beispiel, dass Lösungen gefunden werden. Die Verwaltung der kirchlich getragenen Kindergärten ist für ihn hierfür ein Beispiel. Drei Kindergärten – Waldfischbach-Burgalben, Weselberg und Horbach – gehören zur Pfarrei.
„Krisen sind Chancen“
Die Herausforderungen, die damit verbunden sind, sind groß und unterschiedlich. Mal geht es um bauliche und räumliche Fragen, mal müssen Stellen, inklusive Leitung, neu besetzt werden, mal wird der Wunsch nach einem Trägerwechsel geäußert. „Krisen sind Chancen“, unterstreicht Heinke. Wichtig sei immer, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, gemeinsam Lösungen zu finden. „Das gelingt uns auch“, ist er sich sicher.
Er weiß zu seiner Freude, bei allen Herausforderungen, die die Leitung einer großen Pfarrei mit sich bringt, „ein kleines, aber sehr eingespieltes Team an meiner Seite“. Durch den Tod seines Vorgängers Matthias Leineweber verteilen sich die Aufgaben auf noch weniger Schultern. Das Miteinander im Team helfe, die Aufgaben zu meistern. 36 Jahre alt ist Heinke. Den Satz „Sie sind ja noch jung“ höre ich öfter“, bestätigt er.
Ihm ist wichtig, sich Raum für die Dinge zu erhalten, die ihm am Herzen liegen. Zum Beispiel die Jugendarbeit. Im Juli war er mit Messdienern auf Fahrt. Rom und Assisi wurden im Heiligen Jahr besucht. Jungen Menschen den Kern des Glaubens näherzubringen, mit ihnen über den Glauben zu sprechen, sich kritisch auseinanderzusetzen, das bereitet ihm Freude.
Papst Leo unlängst im Vatikan besucht
In Rom war er dieses Jahr nicht nur während der Messdienerfahrt. Gemeinsam mit mehreren Priestern aus dem Bistum Speyer traf er Papst Leo. Für ihn ein besonderes, ein inspirierendes und ein ihn in seinem Glauben bestärkendes Erlebnis. Zur Pfarrei Heiliger Johannes XXIII. gehören die Gemeinden Waldfischbach-Burgalben, Hermersberg/Höheinöd, Heltersberg/Geiselberg/Schmalenberg, Weselberg und Horbach/Steinalben. Für den in Zweibrücken geborenen, in Blieskastel-Blickweiler aufgewachsenen Heinke ist die Westpfalz, ist der Pfälzerwald eine Region, in der er sich wohlfühlt. Eine Region, die es ihm auch ermöglicht, seinen Bewegungsdrang auszuleben. „Wenn ich mich nicht bewegen kann, fehlt mir etwas, dann werde ich unruhig“, verrät er. Beim Wandern, beim Schwimmen oder beim Radfahren ist er anzutreffen.
Wenn es möglich ist, nutzt er das E-Bike innerhalb der gesamten Pfarrei als Fortbewegungsmittel, um zu Terminen zu fahren, verbindet Bewegungsdrang mit Berufsalltag. Wenn er zu Fuß oder per Rad unterwegs ist, kommt er mit Menschen ins Gespräch, freut sich über jeden, der seinen Gruß erwidert. Wenn er es mal etwas ruhiger angehen lässt und angehen lassen kann, schätzt Heinke Literatur. Gedruckt oder in Form eines Hörbuches. Neben theologischen Werken oder Werken zur Geschichte schätzt er die Klassiker wie zum Beispiel Thomas Mann. Er mag die Oper, hört gerne klassische Musik und pflegt den Kontakt zur Familie und den verstreut lebenden Freunden.