Südwestpfalz
Ein Bundesverkehrsministerium mit Lieferschwierigkeiten
40 Lastwagen, 13 Autos und sechs Busse nimmt ab Ende des Jahres der neue Rastplatz der Bundesstraße 10 bei Wilgartswiesen auf. Für Lastwagenfahrer ist dieser Parkplatz bitter nötig, denn in der Südwestpfalz gibt es entlang der B10 und im Bereich der Autobahnen 8 und 62 zu wenige Plätze für Brummifahrer. Das führt dazu, dass Fahrer die südwestpfälzischen Verkehrsachsen verlassen und mit ihren Lastern in den Dörfern und Gewerbegebieten stehen, um ihre vorgegebenen Ruhepausen einhalten zu können. Immer wieder gibt es deshalb Beschwerden wegen Lärm und Müll. Zwölf Jahre hatte es gedauert, bis die Bagger rollten, die Kosten haben sich mittlerweile auf acht Millionen Euro verdoppelt.
Wenn Parkplatz, WC-Anlage und Kreisel fertig sind, endet die Bautätigkeit in diesem Bereich. Auch wenn die Pläne einer Tank- und Rastanlage mit Hotel und Supermarkt oberhalb des jetzt angelegten Parkplatzes noch kursieren, hat das Vorhaben eines Landauer Investors keine Chance auf eine Genehmigung. Wer sieht, wie viele Bäume für den vor der Fertigstellung stehenden Parkplatz gefällt, welche Erdmassen bewegt wurden, kann in etwa abschätzen, was für die um einiges größere Tank- und Rastanlage abgeholzt und bewegt werden müsste. Im Biosphärenreservat Pfälzerwald spricht nichts für diesen weiteren massiven Eingriff.
Tank- und Rast-Luftnummer
Die Ansiedlung einer Tankstelle und eines Supermarktes lässt der gültige Raumordnungsplan ebenfalls nicht zu. Zumal es wenige Hundert Meter weiter in Hauenstein eine Tankstelle und Supermärkte gibt, wenige Kilometer weiter auf dem Ständenhof bei Ruppertsweiler eine Tank- und Rastanlage mit Hotel.
Viel dringender als eine weitere Tank- und Rastanlage benötigt die B10 in diesem Bereich eine Entscheidung aus Berlin. Dem Bundesverkehrsministerium liegen drei Trassenvarianten zur Entscheidung vor, wie die Strecke zwischen Hinterweidenthal und Hauenstein vierspurig ausgebaut werden soll. Berücksichtigt man naturschutzfachliche Gründe, dann gibt es eigentlich nur eine Variante, die in Frage kommt. Das Entscheidungsverfahren hat sich mittlerweile so in die Länge gezogen, dass naturschutzfachliche Gutachten ihre Gültigkeit verloren hatten und neu eingeholt werden mussten.
Entscheidung zur Trassenführung
Warum das alles so lange dauert, ist nicht nachzuvollziehen. Das Bundesverkehrsministerium steht jetzt in der Pflicht und muss liefern. Es muss auf den Tisch, wie gebaut werden soll, damit es in diesem Bereich vorwärtsgeht. Denn bis die Bagger wirklich rollen, um die B10 zwischen Hinterweidenthal und Hauenstein vierspurig auszubauen, werden noch Jahre vergehen. Wer sich daran erinnert, wie lange es dauerte, bis der Abschnitt im Bereich der Bahnüberführung bei Hinterweidenthal gebaut und freigegeben war, der rechnet bei Fertigstellungsterminen in Sachen B10 mittlerweile in Jahrzehnten.
Immerhin wird sich in den nächsten Wochen an der Felsnase bei Hauenstein etwas tun. Mit der Rodung beginnen die Arbeiten zur Beseitigung dieser Engstelle, die dem Ausbau bislang im Wege stand. In diesem Bereich wird die B10 dreispurig ausgebaut, das Baurecht liegt vor.