Wilgartswiesen
Parkplatz an B10 fast fertig: Dann endet die Großbaustelle
Wer in diesen Tagen auf der B10 bei Wilgartswiesen unterwegs ist, der sieht: Die große Baustelle in Fahrtrichtung Pirmasens gleich neben der Zufahrt zum Hermersbergerhof befindet sich in den letzten Zügen. Seit Sommer 2024 sind Bagger, Walzen und Asphaltkolonnen zugange. Nun ist die neue Lkw-Rastanlage fast fertig.
„Die Arbeiten sind deutlich vorangekommen“, berichtet der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Kaiserslautern auf Anfrage der RHEINPFALZ. Die Parkplatzflächen selbst sind bereits fertig. In den vergangenen Monaten wurden dort Stellplätze für 40 Lkw, 13 Pkw und sechs Busse gebaut. Die Beleuchtung auf dem Parkplatz und das Regenrückhaltebecken bekommen gerade den letzten Schliff.
Mitte November soll neue B10-Auffahrt Richtung Pirmasens öffnen
Parallel dazu entstehen eine neue B10-Abfahrt und ein neuer Kreisverkehr. An beiden liefen aktuell die letzten Arbeiten, wie der LBM mitteilt. Der Kreisel hat bereits seine Form. Der normale Verkehr darf diesen bereits nutzen – zumindest zur Hälfte. Einseitig werden die Fahrzeuge darüber an der Baustelle vorbei Richtung Hermersbergerhof geleitet. Markierungen und Schilder fehlen noch am Kreisel und sollen demnächst kommen.
Die Verkehrssicherung auf der B10 soll Ende Oktober verschwinden – danach wird an der Bundesstraße nicht mehr gebaut. Die Verkehrsführung mit Ampel auf der K56 bleibt aber vorerst noch bestehen. „Diese wird noch bis zum Ende der Bauarbeiten benötigt“, so der LBM. Mitte November soll dann die neue B10-Auffahrt in Richtung Pirmasens geöffnet werden, kündigt die Straßenbaubehörde an. Damit hat die lange Umleitungsstrecke endlich ausgedient.
Neuer Kreisel spielt künftig zentrale Rolle
Bisher gab es an dieser Stelle in Fahrtrichtung Pirmasens keine B10-Abfahrt. Wer zum Hermersbergerhof wollte, musste bereits vor Wilgartswiesen abfahren und dann durch den Ort fahren, bis er auf die K56 hinauf zu der Pfälzerwald-Siedlung abbiegen konnte. Künftig kann die Wilgartswiesener Annexe ohne Umweg angefahren werden, was auch zur Verkehrsentlastung in der Muttergemeinde beitragen soll. Die neue Abfahrtsrampe wurde bereits vor einem Jahr gebaut. Genutzt werden kann sie erst, wenn der Kreisel vollendet ist.
Dieser spielt künftig eine zentrale Rolle für die Verkehrsanbindungen. Er verbindet die K56 mit der Rastanlage. Damit ist der Parkplatz dann aus beiden B10-Richtungen problemlos erreichbar. Zudem soll er den Verkehrsfluss verbessern: Die bisherige Kreuzung zwischen Auf- und Abfahrtsrampe wird ersetzt, die Einfädelspur auf die B10 verlängert. So wird das Ein- und Ausfahren für Lkw und andere Fahrzeuge sicherer.
Und was hat das Ganze gekostet?
Wenn alles im Plan bleibt, sollen Rastanlage und Kreisel Ende des Jahres für den Verkehr freigegeben werden, kündigt der LBM jetzt an. Das WC-Gebäude folgt als letztes Puzzleteil im kommenden Jahr – bis dahin steht ein Sanitärcontainer als Übergangslösung bereit.
Der Preis für das Projekt: acht Millionen Euro – doppelt so viel wie ursprünglich kalkuliert. Denn der neue Lkw-Parkplatz hat eine lange Vorgeschichte – und sie ist alles andere als geradlinig. Schon 2012 gab der Bund grünes Licht für das Großprojekt. Hintergrund: Der Lkw-Verkehr auf der B10 nahm stetig zu. Nachts suchten Trucker oft verzweifelt nach Stellplätzen entlang der B10 – und landeten am Ende in den Dörfern, sehr zum Leidwesen der Anwohner.
Die ganze Geschichte hinter dem B10-Parkplatz
Dann kam der zähe Teil: Zwölf Jahre lang wurde das Projekt durch Planänderungen und Verzögerungen immer wieder verschoben. Erst vor rund 15 Monaten rückten die Baumaschinen an. Zuvor musste ein Waldstück von über drei Hektar weichen – das entspricht mehr als vier Fußballfeldern. Immerhin: Die Arbeiten liegen jetzt innerhalb des kalkulierten Kosten- und Zeitrahmens, wie der LBM informiert.
Knifflig wurde es dann noch mal in diesem Jahr, weil gleich nebenan die Queichtalbrücke erneuert wurde, währenddessen der B10-Verkehr über Wilgartswiesen umgeleitet wurde. Mit dem Kreiselbau konnte daher erst danach begonnen werden, wie der damalige LBM-Leiter Elmar Goerz erklärte.
Warum Elmar Goerz nach nur vier Monaten LBM-Leitung abgab
Goerz hatte erst im Mai dieses Jahres die Dienststellenleitung von Richard Lutz übernommen, der nach rund 24 Jahren an der Spitze des LBM Kaiserslautern in den Ruhestand gegangen war. Goerz hatte die Führung nach nur vier Monaten abgegeben. Wie der LBM mitteilt, hat sein Ausscheiden persönliche Gründe. Goerz ist die B10 wohlvertraut, war er doch zuvor Projektleiter für den B10-Ausbau bei Landau.
Laut LBM läuft derzeit die Suche nach einem Nachfolger. Derweil steht der stellvertretende Leiter, Baudirektor Volker Priebe, an der Spitze des LBM Kaiserslautern, der für 1765 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in den Kreisen Südwestpfalz, Kaiserslautern und Kusel zuständig ist.
