Contwig
Contwiger Grundschule zieht komplett um nach Stambach, wo vier Klassensäle angebaut werden
Eigentlich sollte das Zweibrücker Architekturbüro Grub Mitte März dem Schulträgerausschuss und dem Verbandsgemeinderat das Ergebnis seiner Machbarkeitsuntersuchung vorstellen. Doch diese Sitzungen wurden wegen der Corona-Krise abgesagt. Nun hätten sich die Fraktionsvorsitzenden in Telefonkonferenzen beraten und für einen Anbau in Stambach und für die Zwischenlösung mit Containern entschieden, sagte Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker am Dienstag im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
Wenn alles glatt läuft, werden zum Beginn des neuen Schuljahres auf dem Bolzplatz hinter der Stambacher Turnhalle Container für vier Klassensäle stehen. In zwei Jahren soll der Anbau fertig sein, der südlich vom Schulhof in Richtung Ringstraße entstehen könnte. Das sei wirtschaftlich und bautechnisch am einfachsten, sagt Architekt Martin Grub. Allerdings sei das nur ein möglicher Standort, und die Machbarkeitsuntersuchung sei noch keine Planung. Hierfür habe er auch noch gar keinen Auftrag.
Während Grub den Zeitraum von zwei Jahren für den Anbau für umsetzbar hält, ist er bei den Containern vorsichtig. Schon in der Studie steht, es sei zweifelhaft, ob das bis zum neuen Schuljahr klappt. Und das war vor der Coronakrise. Die wirke sich zwar noch nicht groß auf den Bausektor aus, aber er bekomme derzeit von den Firmen keine Terminzusagen, sagt Grub, der ergänzt: „Das heißt nicht, dass es nicht geht.“
Um die Container aufzustellen, sind einige Dinge vorzubereiten. Zum einen müssen die Container beschafft werden. Außerdem muss der Untergrund vorbereitet werden, und die Leitungen für Strom, Wasser und Abwasser müssen verlegt werden, und es müssen Genehmigungen eingeholt und noch Beschlüsse gefasst werden.
Die Machbarkeitsuntersuchung, die im März vorgestellt werden sollte, wurde inzwischen aktualisiert, nachdem die neuen Zahlen des Schulentwicklungsplans vorlagen. Vorgesehen waren 18 Container für drei Klassensäle, Foyer und Flur. Nun plant man gleich Container für vier Klassensäle, da die Schülerzahlen weiter steigen dürften. Dadurch steigen auch die Kosten. Die Studie ging von 130 000 Euro aus – 55 0000 Euro für die Vorbereitung und 70 000 bis 75 000 Euro, um die Container für zwei Jahre zu mieten. Nun könne man das ungefähr von drei auf vier Klassensäle hochrechnen, sagt Grub, der aber betont, dass dies nur Schätzungen sind. Er könne zum Beispiel nicht sagen, ob die Containerpreise steigen, wenn die Nachfrage durch die Coronakrise steigt.
Den Anbau selbst veranschlagt das Architekturbüro mit 1,4 Millionen Euro. Auch das ist eine erste Schätzung anhand Vergleichswerten. Der Anbau soll Platz für vier Klassensäle bieten. Die Architekten empfehlen, die auf zwei Stockwerke zu verteilen.
Hintergrund all dieser Pläne ist, dass der Keller der Contwiger Grundschule wegen Schimmels saniert werden muss. Das Gebäude ist derzeit gesperrt, zwei Klassen sind bis Schuljahresende an der Contwiger Gesamtschule untergebracht, die übrigen in Stambach. Laut der Studie wäre es auch möglich gewesen, das Contwiger Gebäude weiter zu nutzen. Man hätte den Keller mit einer Trockenbauwand vom Erdgeschoss trennen und dann sanieren können. Das hätte 320 000 Euro gekostet. Eine anschließende Generalsanierung hätte laut Studie 20 Monate gedauert und noch mal zwei Millionen gekostet. Die Studie nennt noch eine dritte Möglichkeit, die aber nicht in Erwägung gezogen wurde: ein Neubau an einem anderen Ort.
Was aus dem Schulgebäude in Contwig wird, steht noch nicht fest. Es gebe mehrere Ideen, sagt Jürgen Gundacker, ohne näher darauf einzugehen. Oberhalb der Schule entsteht derzeit der neue Contwiger Kindergarten. Zwar hat das eine mit dem anderen nicht direkt etwas zu tun, aber es sei schon schade, dass dort jetzt doch nicht dieser Schwerpunkt für Kinder entsteht, findet Gundacker.