Contwig
CDU-Bürgermeisterkandidatin Nadine Brinette zitiert selbstbewusst Margaret Thatcher
Einstimmig hat der CDU-Ortsverband Contwig am Samstagnachmittag in der Contwiger Turn-und Festhalle seine Vorsitzende Nadine Brinette zur Bürgermeisterkandidatin gewählt. Bei einer Enthaltung entfielen 25 Stimmen auf die einzige Bewerberin um den Kandidatenposten. Die hurtig durchgezogene Wahl war inklusive Regularien der einzige echte Tagesordnungspunkt der Mitgliederversammlung, die unter dem Einfluss strenger Hygieneregeln stand. Lediglich der scheidende Bürgermeister Karlheinz Bärmann informierte in seinem Grußwort kurz über die Situation im Stambacher Kindergarten.
Selbstbewusst trat Nadine Brinette am Rednerpult auf, als sie sich und ihre Ziele vorstellte. In schwarzem Anzug, mit schwarz lackierten Fingernägeln und mit schwarzer Mund-Nasen-Bedeckung ließ sie schon äußerlich keine Zweifel an ihrer politischen Orientierung aufkommen. „Wenn Sie in der Politik etwas gesagt haben wollen, fragen Sie einen Mann. Wenn Sie in der Politik etwas getan haben wollen, fragen Sie eine Frau“, zitierte sie zu Beginn ihrer Vorstellung die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher – wobei im Originalzitat nicht nur von der Politik die Rede ist. Damit sorgte sie bei ihren männlichen Parteifreunden für eine kurze Denkpause, dann Raunen, bevor Applaus und Lacher folgten.
Ihr sei bewusst, dass sie in die großen Fußstapfen ihrer Vorgänger trete, so Nadine Brinette. Fehlende Erfahrung – sie ist 33 Jahre alt und laut Bürgermeister Karlheinz Bärmann „eher ein Greenhorn in der Politik“– möchte sie mit Begeisterung und großem Engagement wettmachen. „Zuhören, vermitteln und handeln sind meine Stärken und Grundlagen meines politischen Handelns“, sagte die zweifache Mutter.
Kreisvorsitzender Christof Reichert, Bürgermeister Karlheinz Bärmann, Landtagsabgeordneter Christoph Gensch und der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes Zweibrücken-Land, Verbandsbürgermeister Björn Bernhard, forderten die Mitglieder auf, Nadine Brinette zu unterstützen. Die plant im Falle ihrer Wahl neben der Pflanzung eines Baumes für jedes Neugeborene in Contwig und Stambach unter anderem einen Zukunftswald mit klimaresistentem Artenmix und Aktivtage mit Angeboten für ältere Menschen.
„Wir haben uns schwer getan mit dieser Mitgliederversammlung. Die Entscheidung für die Versammlung war nicht einfach und bereitet uns Bauchweh, aber satzungsgemäß ist sie nicht online möglich, und wir stehen unter Zeitdruck“, sagte der Gemeindeverbands-Vorsitzende Bernhard. Er betonte, dass Contwig schon immer ein CDU-Dorf sei, und forderte Unterstützung für Nadine Brinette ein, damit dies auch so bleibe. „Trotz Corona muss die Demokratie funktionieren“, pflichtete ihm der Kreisvorsitzende Christof Reichert bei. Er bedankte sich bei Karlheinz Bärmann für seine geleistete Arbeit und sagte, die Partei sei gut vorbereitet auf die Nachfolge.
Die Bürgermeisterwahl ist am 14. März. Die SPD hat Ende November David Betz nominiert. Weitere Kandidaten gibt es derzeit nicht. Die Bürgermeisterwahl ist notwendig, weil Amtsinhaber Karlheinz Bärmann Ende März nach zwölf Jahren im Amt zurücktritt.