Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Bei Gebäudebrand Asbest freigesetzt

Große Spezialstaubsauger, gesperrte Gehwege, geschlossene Parkplätze und Geschäfte: Am Montag reinigte eine Spezialfirma in der
Große Spezialstaubsauger, gesperrte Gehwege, geschlossene Parkplätze und Geschäfte: Am Montag reinigte eine Spezialfirma in der Hauptstraße in Waldfischbach-Burgalben Flächen, die beim Brand des ehemaligen Hotels mit Asbest verseucht worden waren.

Der Spezialstaubsauger dröhnt. Das war am Montag der beherrschende Ton in der Hauptstraße in Waldfischbach-Burgalben rund um das ehemalige Hotel Martin. Am vergangenen Dienstag war das Gebäude ausgebrannt. Dabei wurde Asbest freigesetzt, der am Montag von Straßen, Gehwegen und Parkplätzen entfernt wurde. Wann die seit dem Brand gesperrte Hauptstraße wieder freigegeben wird, ist indes noch nicht geklärt.

Die Kreisverwaltung Südwestpfalz hatte nach dem Brand einen Gutachter beauftragt, um den Brandherd sowie die Umgebung auf mögliche Umweltbelastungen zu untersuchen. Es sollte geklärt werden, was am und im Haus an gesundheitsgefährdenden Stoffen verbaut war – etwa in Form von Platten, Rohren, Kleber und sonstigen Materialien –, die durch den Brand freigesetzt wurden. Dafür wurden sogenannte Stempelkontaktproben genommen und analysiert. Das Ergebnis: Die Fläche rund um das Brandhaus wurde mit Asbest kontaminiert. „Es wurde eine schwache Asbeststaubbelastung in der Hauptstraße und eine mittelschwere Asbeststaubbelastung im südlichen Bereich des Anwesens auf einem Privatgrundstück festgestellt“, informierte André Schattner, Sprecher des Landkreises Südwestpfalz.

Unmittelbar nachdem die Laborergebnisse vorlagen, wurde ein Spezialunternehmen beauftragt. Die Experten der Firma A.R.D. Simmertal waren am Montag bei hochsommerlicher Hitze in Schutzkleidung mit Spezialgerät zur Asbestentfernung im Einsatz. Zu Beginn des Jahres, bei deutlich angenehmeren Temperaturen, waren die Fachleute schon einmal in Waldfischbach-Burgalben zugange. Damals hatten sie die asbesthaltigen Gewächshäuser am Friedhof fachgerecht abgebaut und entsorgt.

Geschäfte wegen Reinigungsarbeiten geschlossen

Die für den Autoverkehr ohnehin gesperrte Hauptstraße war am Montag auch für Fußgänger zwischen Altem Rathaus und Brandhaus gesperrt. Bis in die Mitte der Bahnhofstraße reichte die zu reinigende Fläche. Die Parkplätze im Zentrum – zwischen Apotheke am Markt und Uhren Lehmann sowie an der Protestantischen Kirche und hinter der Apotheke am Markt – blieben gesperrt. Die Geschäfte teils geschlossen.

„Heute, ganz früh am Morgen, wurden wir informiert“, berichtete Carlos Vendrame vom Eiscafé Dolomiti. Vergebens versuchten Kunden am Montag, zur Abkühlung ein Eis zu bekommen. „Leider geschlossen“, musste er mitteilen. Auch wenn die Straße am Nachmittag sauber war, das Mobiliar musste ebenfalls noch gereinigt werden. Dem einen oder anderen Fußgänger musste, trotz zahlreicher Asbest-Schilder, erklärt werden, dass die Schließung nichts mit Corona zu tun hat, wie manch einer spekulierte, sondern eine Folge des Brandschadens ist. Ab Dienstag hat das Eiscafé wieder regulär geöffnet. Auch die Sparkasse Südwestpfalz ist dann wieder erreichbar.

Am Montag gegen 15 Uhr konnten die Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde Waldfischbach-Burgalben die Sperrung in der Bahnhofstraße bereits nach vorne an den Kreuzungsbereich verlegen, nachdem die Fahrbahn gereinigt war. Damit war der Fußweg zur Apotheke wieder frei. Der Arzneilieferant musste diesen nutzen. Die Apotheken – wie sonst üblich – direkt anzufahren, war nicht möglich. Das wird am Dienstag wieder machbar sein.

Einsturzgefahr: Straße ist weiter gesperrt

Udo Rapp, Leiter des Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben, und seine Mitarbeiter sorgten vor Ort dafür, dass sich Passanten nicht in den Gefahrenbereich begaben, die asbestbedingten Sperrungen der Fußwege beachteten.

Was nach der Reinigung folgt, wird noch geklärt. Am Montag gab es erneut einen Termin eines Gutachters mit Vertretern der Kreisverwaltung an der Brandruine. „Es besteht immer noch Einsturzgefahr“, erklärte Kreissprecher Schattner. Gefahr geht vor allem vom oberen Bereich des Gebäudes aus. Was getan werden muss, um die Hauptstraße wieder für den Verkehr freigeben zu können, steht noch nicht fest. So lange die Einsturzgefahr besteht, bleibt die Straße für den Autoverkehr gesperrt.

x