Annweiler
Wahl: Bürgermeister Christian Burkhart sichert sich zweite Amtszeit
Christian Burkhart strahlt. „Ich bin glücklich. Jetzt hat sich die Anspannung gelöst, die dann doch heute Mittag aufgekommen ist“, sagt der Amtsinhaber, als bereits 37 Minuten, nachdem die Wahllokale geschlossen wurden, alle Stimmbezirke ausgezählt sind. Mit 85,3 Prozent (3886 Ja-Stimmen, 671 Nein-Stimmen) holt er die Mehrheit bei der Bürgermeisterwahl und wird die Verbandsgemeinde Annweiler für eine zweite Amtszeit führen. Der Christdemokrat, den die Mehrheitskoalition von CDU, FWG und FDP ins Rennen geschickt hat, hat einen glatten Sieg erzielt.
Wie bereits vor acht Jahren, als er als Ersatzkandidat für seinen Amtsvorgänger Kurt Wagenführer (FWG) ins Rennen geschickt wurde, der aus gesundheitlichen Gründen von seiner Kandidatur zurückgetreten war. Damals war er der Jungspund, der sich überraschend bereits im ersten Wahlgang gegen zwei politisch erfahrene Mitbewerber durchsetzen konnte. Inzwischen sitzt der 41-Jährige so fest im Sattel, dass noch nicht einmal ein Gegenkandidat antrat.
Nach acht Minuten ist erstes Ergebnis da
Bereits um 18.08 Uhr wird das erste Ergebnis auf die Leinwand. Im kleinen Saal im Erdgeschoss des VG-Rathauses verfolgt Burkhart mit seiner Familie, politischen Weggefährten und auch einer Handvoll Bürger die einlaufenden Zahlen. Dass die Auszählung diesmal wohl früher als zuvor gedacht beendet sein würde, hatte er schon angekündigt, als er kurz vor 18 Uhr mit seiner Familie im Verwaltungsgebäude am Messplatz ankommt. Der Grund dafür ist allerdings nicht gerade erfreulich und liegt in der geringen Wahlbeteiligung. Von den 13.577 Wahlberechtigten ließen sich nur 4587 zum Wahlgang bewegen.
Und so sind die 48 eingegangenen Stimmzettel im kleinsten Stimmbezirk Sarnstall denn auch im Nu ausgezählt. Die 85,4 Prozent Zustimmung dort liefern dafür Anlass zur Freude. „Es wäre gut, wenn’s so bleibt“, kommentiert er. Kurz darauf ist die erste Ortsgemeinde ausgezählt: Münchweiler, der kleinste Ort im Trifelsland, bringt ein Traumergebnis von 90 Prozent für den Amtsinhaber. Dort und mit gleicher Prozentzahl in Wernersberg wird Burkhart an diesem Abend die höchsten zustimmungswerte erzielen.
Geringste Zustimmungswerte in Heimatgemeinde
Im Minutentakt treffen die nächsten Ergebnisse der Stimmbezirke ein. Und diese zeigen zumeist das gleiche Bild: hohe Zustimmungswerte zwischen 80 und 90 Prozent für den Amtsinhaber, der an diesem Tag nur gegen sich selbst antritt. Und darin begründet wohl auch die ziemlich dürftige Wahlbeteiligung, die meist irgendwo im 30er-Prozent-Bereich liegt. Doch wo bleibt Waldhambach? Das Heimatdorf von Burkhart ist als einer der letzten Stimmbezirke an diesem Abend ausgezählt. Das könnte daran liegen, dass die Wahlbeteiligung dort mit 47,1 Prozent deutlich höher ist als anderswo in der Verbandsgemeinde. Allerdings kommt als Ergebnis ein Wert, der aufhorchen lässt.
Mit 72,9 Prozent Ja-Stimmen kann Burkhart bei sich zu Hause auf den geringsten Rückhalt im gesamten Trifelsland bauen. Bei der Wahl vor acht Jahren hatte er dort noch den höchsten Zuspruch innerhalb der VG erfahren. Damals kam er auf 77,1 Prozent – hatte aber noch zwei Mitbewerber. „Schade“ findet er es schon, grämen lassen will er sich davon aber nicht. Wenn man einmal Ortsbürgermeister gewesen sei, gebe es immer jemanden, der einem nicht so gewogen sei, sucht er nach einer Erklärung. Allerdings: Ortsbürgermeister Waldhambachs war er auch damals schon.
Ergebnis steht bereits nach 37 Minuten fest
Schon um 18.37 Uhr ist das Endergebnis festgezurrt. Mit Silz ist der letzte der 21 Stimmbezirken ausgezählt. Von dort gibt’s noch mal erfüllende 89,2 Prozent Zuspruch. Und dann hallen auch schon die Gratulationsrufe durch den Raum. Doch der erste Weg führt Burkhart zu seiner Familie. Eine innige Umarmung und ein Kuss für seine Ehefrau Kathrin und der Zuruf an seine zwei Kinder: „Papa bleibt Bürgermeister.“
Der 41-Jährige ist glücklich – nicht überschwänglich, das ist nicht seine Art, aber man merkt ihm die Freude deutlich an. Auch wenn das Manko der Wahlbeteiligung von gerade einmal 33,8 Prozent das Hochgefühl etwas trübt. Dass es ohne Wettbewerbssituation kein leichtes Los sein würde, Wähler für den Urnengang zu bewegen, war Burkhart schon im Vorfeld klar. Dennoch hatte er gehofft, mehr motivieren zu können. Letztendlich spiegele die Wahlbeteiligung auch die Einschätzung der Bevölkerung zu seiner Politik der vergangenen acht Jahre wider.
Danach geht’s zur Wahlparty nach Waldhambach
Trotzdem sieht sich Burkhart bestätigt: „Es ist ein deutliches Zustimmungsergebnis trotz der vielen Probleme, die wir in den letzten Jahren zu lösen hatten. Damit kann ich mit gutem Rückenwind in die zweite Amtszeit gehen“, sagt er und lässt die Sektkorken knallen. Und dann rauscht er auch schon Richtung Heimat ab. Dort, im Dorfgemeinschaftshaus Waldhambach, hat er Helfer, Freunde und Unterstützer am Abend noch zur Wahlparty eingeladen.
Liveblog zur Wahl: Alle Infos und Ergebnisse
In den Verbandsgemeinden Jockgrim, Annweiler und Maikammer wurde am Sonntag ein neuer Bürgermeister gewählt. Die Germersheimer entschieden über ihr Stadtoberhaupt. In unserem Wahlblog finden Sie alle Ergebnisse und Eindrücke vom Wahltag. Dort haben wir auch alle Infos über die Kandidaten und Hintergründe zur Wahl für Sie gesammelt. Hier geht’s zum Liveblog.

