Südpfalz / Südwestpfalz
Vorsicht, Brandgefahr: Was im Wald tabu ist
Der Sommer macht gerade eine Pause. Statt andauernder Hitze ziehen derzeit immer wieder Wolkenfelder über die Pfalz, die hier und da für einen kräftigen Regenschauer sorgen. Ob einem das gefällt oder nicht, ist Ansichtssache. Klar ist aber: Für den Wald ist die aktuelle Wetterlage ein Segen. Denn in langen Trockenperioden ist die Brandgefahr sehr hoch.
Wie schnell Bäume und Sträucher in Flammen stehen können, wurde dieses Jahr schon zwei Mal in und bei Bad Bergzabern deutlich. Bereits im März, also noch lange vor den Sommermonaten, brannte plötzlich der Wald oberhalb der Kurstadt. Zwar konnte die Feuerwehr die Lage schnell unter Kontrolle bringen, ein solcher Einsatz ist aber immer eine große Herausforderung. Denn das Gelände ist unwegsam und die Versorgung mit Löschwasser ist problematisch. So war das auch vor gut zwei Wochen, als zwischen Bad Bergzabern und Birkenhördt eine Wiese am Waldrand in Flammen stand. Auch in diesem Fall konnte eine Katastrophe verhindert werden.
Beschaffenheit des Pfälzerwaldes begünstigt Brände
Ein Indikator dafür, wie hoch das Risiko ist, ist der Waldbrand-Gefahrenindex (WBI) des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Wegen der aktuellen Wetterlage gilt für den Pfälzerwald in den nächsten Tagen Stufe 2 von 5, es herrscht also eine geringe Gefahr. Anfang des Monats lag der WBI in der Südpfalz und in der Südwestpfalz allerdings bei Stufe 4, was einer hohen Gefahr entspricht. „Es ist schon sehr lange sehr trocken, hinzu kommt eine konstante Ostwindlage, die den Boden noch schneller austrocknet“, erklärte Ulrike Abel, Leiterin des Forstamtes Wasgau, warum das Risiko in den heimischen Wäldern in dieser Zeit so hoch war. Und es braucht keine seherischen Fähigkeiten, um zu wissen, dass in den nächsten Monaten noch die eine oder andere Trockenperiode kommen wird.
Grundsätzlich spielt die Beschaffenheit des Pfälzerwaldes eine große Rolle: Der Buntsandsteinboden ist besonders wasserdurchlässig und trocknet schnell aus. Durch die großen Kiefernbestände, die besonders feuergefährdet sind, läge die Gefahr sogar noch einmal höher, erklärt Abel. 99 Prozent aller Waldbrände seien von Menschen verursacht. Dass ein Feuer natürliche Ursachen habe, sei sehr selten. Insofern gelte es, besonders aufzupassen und gewisse Regeln einzuhalten:
1. Auto nur auf Parkplätzen abstellen
Wer zum Wandern in den Wald fährt, sollte sein Auto ausschließlich auf ausgewiesenen Parkplätzen abstellen. Auf Wiesen oder am Wald- und Wegesrand sollte nicht geparkt werden, da das heiße Auto das Gras entzünden könnte.
2. Keinen Müll liegen lassen
Schon häufiger seien Brände durch Glasscherben von Flaschen oder Ähnlichem ausgelöst worden, warnt Abel. Daher gelte: Keinen Müll im Wald hinterlassen, sondern alles, was man mitbringt, auch wieder mitnehmen.
3. Keine Fackeln oder Ähnliches verwenden
Wer eine Nachtwanderung unternimmt, sollte das mit Taschenlampe tun. Auf keinen Fall eine Fackel oder andere brennende Gegenstände nutzen.
4. Nicht rauchen, kein Lagerfeuer entzünden
Rauchen und offenes Feuer sind ganzjährig im Wald verboten. Gerade jetzt ist es besonders wichtig, dass die Menschen sich daran halten, betont Abel. Immer wieder komme es vor, dass Menschen im Wald ein Lagerfeuer entzündeten. Das sei vor einigen Jahren beispielsweise im Wolfsägertal passiert. Dort hätten Leute auf einem Felsen ein Lagerfeuer gemacht und dadurch einen Waldbrand ausgelöst.
5. Nichts aus dem Auto werfen
Zigarettenkippen, die aus Autofenstern geworfen werden, gehören zu einem weiteren großen Brandrisiko, nennt Abel einen weiteren vermeidbaren Grund für Wald- und Böschungsbrände.
In der Südwestpfalz gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Waldbrände, größere waren der Brand auf dem Maimont 2022 sowie das Feuer entlang der Bärenhalde Richtung Rodalben im Jahr 2023. Wer einen Waldbrand bemerke, sollte sofort die Feuerwehr rufen. Diese wiederum habe Kontakt zu den Forstämtern, sodass im Falle eines Falles schnell jemand vor Ort geschickt werde, der sich dort auskenne. Brände im Wald seien äußert gefährlich, betont Abel: Zum einen für die Wehrleute, die sie löschen. Zum anderen für Pflanzen und Tiere, die bei einem Brand sterben können.