Birkenhördt
Wiese am Waldrand brennt: Pilot und Feuerwehr verhindern Katastrophe
Schon seit mehreren Tagen rollt eine Hitzewelle über Deutschland hinweg. Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad machen den Menschen zu schaffen. Und sie trocknen die Landschaft so sehr aus, dass ein kleiner Funke reicht, um einen Flächenbrand auszulösen. Der Deutsche Wetterdienst weist in seinem Waldbrand-Gefahrenindex fast für die ganze Republik eine hohe (Stufe 4 von 5) oder gar eine sehr hohe (Stufe 5) Gefahr aus. Wie real diese Gefahr ist, wird am Mittwochnachmittag in Birkenhördt deutlich.
Gegen 14 Uhr ist Hobbypilot Thomas Hörauf mit seinem Ultraleichtflugzeug in der Luft. Er habe Segelflieger hochgeschleppt, erzählt er. Als er die dritte Maschine in die Luft bringt, sieht er vom Landauer Ebenberg aus eine Rauchsäule in der Nähe von Bad Bergzabern. Sofort funkt er den Flight Information Service (FIS) an. Auf dessen Anweisung fliegt er in Richtung der Rauchsäule, um die Stelle genauer lokalisieren zu können. Wenig später kreist er über einer Wiese direkt oberhalb der Gehlmühle zwischen dem Bad Bergzaberner Ortsteil Blankenborn und Birkenhördt. Er habe sich dann wieder beim FIS gemeldet. „Von dort aus können meine Koordinaten über einen Transponder ausgelesen werden.“ Schließlich habe er die Mitteilung bekommen, dass die Feuerwehr alarmiert worden sei.
7 Hektar Wiese stehen in Flammen
Das war exakt um 13.54 Uhr, wie Max Klein, Sprecher der Feuerwehr der Verbandsgemeinde (VG) Bad Bergzabern, erklärt. Als die RHEINPFALZ gegen 16.30 Uhr mit ihm telefoniert, ist er noch am Einsatzort. Es handle sich um einen Wiesenbrand, erklärt er. Betroffen sei eine Fläche von knapp 7 Hektar. Zum Vergleich: Das sind etwa zehn Fußballfelder, der Landauer Zoo hat eine Fläche von rund 4,5 Hektar. Ein Übergreifen der Flammen auf den unmittelbar angrenzenden Wald habe verhindert werden können, erklärt Klein. „Seit 15.55 Uhr ist das Feuer unter Kontrolle, es laufen noch Nachlöscharbeiten“. Es habe aber die große Gefahr bestanden, dass das Feuer in den Wald zieht.
Wie brenzlig die Situation am frühen Nachmittag war, zeigt das Großaufgebot von Einsatzkräften. Vor Ort seien 90 Personen mit 28 Fahrzeugen, außerdem seien zwei Drohnen in der Luft, sagt Klein. Im Einsatz sind mehrere Feuerwehren aus der VG Bad Bergzabern und der VG Dahner Felsenland, der Katastrophenschutzzug des Kreises SÜW sowie die Red Farmer – eine Initiative von Landwirten zur Unterstützung der Feuerwehren – mit zwei Fahrzeugen. Weil am Brandort keine Wasserversorgung ist, muss Löschwasser aus dem Bad Bergzaberner Schwanenweiher gezogen werden und per Tanklöschfahrzeug zur Fläche oberhalb der Gehlmühle transportiert werden.
Pilot: Luftsport ist aktiver Teil des Katastrophenschutzes
Am Ende ist die Sache gerade noch einmal gut ausgegangen. Einerseits, weil die Einsatzkräfte einmal mehr bewiesen haben, dass auf sie Verlass ist. Andererseits aber auch, weil Pilot Hörauf vorbildlich gehandelt und den Brand sofort gemeldet hat. Erst diese Woche hätten die Luftsportvereine neue Handlungsanweisungen des Landesverbands erhalten, erklärt Hörauf. Für ihn sei das der Beweis dafür, dass der Luftsport nicht nur Freizeitgestaltung sei, „er ist in Zeiten des Klimawandels auch ein aktiver Teil des Katastrophenschutzes“.
