Rodalben/Pirmasens Explosionsgefahr: 400 Rodalber müssen wegen Waldbrand ihre Häuser verlassen

Die Rauchsäule des Waldbrandes war von der Husterhöhe aus deutlich zu sehen.
Die Rauchsäule des Waldbrandes war von der Husterhöhe aus deutlich zu sehen.

Seit Dienstagnachmittag bekämpfen Hunderte Feuerwehrleute einen Waldbrand an der Bärenhalde zwischen Pirmasens und Rodalben. Bis zu 14 Hektar Wald standen in Flammen. Am Abend hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Sie setzt darauf, dass die Kühle und die Feuchtigkeit der Nacht ihr bei der Bekämpfung helfen. Derweil werden 400 Rodalber evakuiert, weil ihre Häuser gefährdet sind.

Als Einsatzleiter Simon Tigges am Dienstagabend kurz nach 19 Uhr bei einer Pressekonferenz die Lage beschrieb, bekämpften noch Hunderte Helfer von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk den Brand an der Bärenhalde, der sich zwischen Grünbühl und Rodalben am frühen Nachmittag rasend schnell ausgebreitet hatte. Zunächst stand die Böschung der Bärenhalde in Flammen, begünstigt durch die sommerlichen Temperaturen und die Trockenheit des Waldes fachte der Wind das Feuer an. „Das Feuer sprang rasch über, Bäume standen im Vollbrand bis in die Krone, das ist für die Jahreszeit in Deutschland ungewöhnlich“, sagte Tigges.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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Um 15.41 Uhr wurde die Bevölkerung in Pirmasens und Rodalben über Katwarn auf die Gefahrensituation hingewiesen. Da hatte der Einsatzleiter schon längst Hilfe der ganzen Region angefordert. Aus Zweibrücken rückte die Triwo-Flugplatzfeuerwehr an, die Feuerwehr der Ramsteiner Airbase kam mit drei großen Löschfahrzeugen. Die Feuerwehren aus dem gesamten Kreis waren im Einsatz, auch die der Stadt Zweibrücken rückte an. In Rodalben informierte die Feuerwehr zunächst die Bewohner der Fonbach- und der Bergstraße über die Gefahrensituation. Die ersten Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Zum einen, weil die Entwicklung des Brandes durch den Wind nicht absehbar war, zum anderen, weil im Waldboden explosive Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet werden. Die Munitionsreste sind der Grund dafür, dass die Feuerwehr ihre Strategie ändern musste, wie Tigges berichtete. Sie zog sich auf befestigte Wege zurück und konzentrierte sich auf den Schutz der Infrastruktur. Der Kampfmittelräumdienst ist vor Ort, wegen der Hitze und der Glutnester kann er aber nicht eingesetzt werden.

Kurz warten auf die freie Tankleitung: Auch die Flugplatz-Feuerwehr der Triwo Zweibrücken beteiligt sich am Einsatz.
Rodalben

Rodalb-Wasser für die Feuerwehr und Notbetten für Evakuierte

Keine Munition in US-Hallen

Zunächst hatte die Feuerwehr vermutet, dass auch in den Hallen auf dem Grünbühl Munition gelagert sein könnte. „Das Gefährdungspotenzial hat sich nicht bestätigt. In den Hallen lagerten sehr hohe Sachwerte, die Air Force hat sie in andere Hallen verlegt“, sagte Tigges. Die Feuerwehr hat mittlerweile einen Objektschutz auf dem Grünbühl aufgebaut.

Zwischendurch wurde die Bevölkerung wegen des hohen Löschwasserverbrauchs gebeten, Wasser zu sparen. Einen Versorgungsengpass habe es nicht gegeben, versicherten Tigges und Denzer. Die Feuerwehr hatte eine feste Leitung nach Rodalben verlegt, später kam eine zweite nach Pirmasens hinzu. „Außerdem haben wir einen Pendelverkehr eingerichtet“, so Tigges. Aufgetankt wurden die Löschfahrzeuge an der Rodalb und am Eisweiher. Auch ein Polizeihubschrauber, der am Eisweiher in Pirmasens Wasser aufnahm, war im Einsatz.

Notunterkunft in Turnhalle

In Rodalben selbst wurde der Evakuierungsbereich auf weitere Straßen im Bereich der Fohnbachstraße ausgeweitet. Laut Verbandsbürgermeister Wolfgang Denzer seien 300 bis 400 Menschen betroffen, für sie wurde am Abend eine Notunterkunft in der Turnhalle der Rodalber Berufsschule eingerichtet, die Versorgung übernimmt das benachbarte Katastrophenschutzzentrum des Kreises, wie Landrätin Susanne Ganster sagte. Ganster und Tigges erklärten, dass die Lage stündlich neu bewertet werde und man in der Lage sei, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Auch wenn der Brand unter Kontrolle sei könne nicht gesagt werden, wie lange es dauern werden, den Brand zu löschen. Möglicherweise könnte das sogar Tage dauern, so Tigges. In der Nacht auf Mittwoch hat die Feuerwehr eine Brandwache eingerichtet. Kräfte von der Südlichen Weinstraße und aus dem Kreis Kaiserslautern stünden zur Unterstützung und zur Ablösung erschöpfter Helfer bereit, so Tigges.

Das Geschehen haben wir im Liveblog dokumentiert

An der Bärenhalde, die L482 zwischen Pirmasens und Rodalben, brennt Wald.
An der Bärenhalde, die L482 zwischen Pirmasens und Rodalben, brennt Wald.
Im Bereich der Bärenhalde bekämpfte die Feuerwehr den Brand von der Drehleiter aus.
Im Bereich der Bärenhalde bekämpfte die Feuerwehr den Brand von der Drehleiter aus.
Die Flammen erreichten fast die Landesstraße 482.
Die Flammen erreichten fast die Landesstraße 482.
Über der Bergstraße stand am Nachmittag eine Rauchsäule.
Über der Bergstraße stand am Nachmittag eine Rauchsäule.
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An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

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