Bad Bergzabern RHEINPFALZ Plus Artikel Telekom-Tochter kündigt Glasfaserausbau an

Ende 2023 soll Bad Bergzabern mit 5000 Glasfaseranschlüssen versorgt sein.
Ende 2023 soll Bad Bergzabern mit 5000 Glasfaseranschlüssen versorgt sein.

Mancher mag sich verwundert die Augen reiben. Ende 2023 soll die Kurstadt mit 5000 Glasfaseranschlüssen versorgt sein. Von der Firma Glasfaser Plus, einer Tochterfirma der Deutschen Telekom. Investionsvolumen fünf Millionen. Wie soll das gehen?

Die Kurstadt rüstet sich für die digitale Zukunft: Stadtbürgermeister Hermann Augspurger (FWG) und der Regio-Manager der Deutschen Telekom/Glasfaser Plus, Gerd Schäfer, trafen sich diese Woche, um den Ausbau des Glasfasernetzes in Bad Bergzabern gegenseitig zu bestätigen. Die Telekom braucht die Unterschrift der Stadt eigentlich nicht, aber die Stadt wolle den Ausbau mit den entsprechenden Informationen für die Bürger und der bestmöglichen Vorgehensweise natürlich unterstützen, sagt Augspurger.

Glasfaser Plus ist ein Unternehmen der Telekom und von IFM Investors (Industry Funds Management). Bei Letzterem handelt es sich um einen australischen Fondsverwalter, der weltweit Pensionsgelder unter anderem in digitale Infrastrukturen steckt. Die Telekom und IFM sind zu je 50 Prozent an Glasfaser Plus beteiligt. Laut eigenen Angaben von Glasfaser Plus sollen bis Ende 2023 weitere 300 Kommunen bundesweit mit 650.000 Anschlüssen versorgt werden. Für Bad Bergzabern will die Firma im Frühjahr in die Feinplanung gehen, kündigt Gerd Schäfer an. 5000 Haushalte gebe es in der Kurstadt mit rund 8000 Einwohnern. „Wir setzen keine Quote voraus, um den Ausbau zu beginnen, erfahrungsgemäß rechnen wir aber mit 30 Prozent der Haushalte“, so Schäfer. Das sind 1500 Haushalte, die Glasfaser Plus dann per Gestattungsvertrag genehmigen müssen, auf ihrem Grundstück zu arbeiten.

Telekom sieht keine Probleme bei Baufirmen

Die Firma kündigt Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde an. Der Anschluss ins Haus (FTTH-Fibre to the home) ist während der Bauarbeiten kostenlos. Gerd Schäfer rechnet mit 100 bis 200 Meter Ausbaulänge pro Tag bei einer Mindesttiefe der Glasfaserrohre von 40 Zentimetern. Kein Problem sieht er bei den Firmen, die die Bauarbeiten durchführen werden. Die Telekom habe langjährige Verträge mit Baufirmen. Zum Investitionsvolumen hält sich Schäfer bedeckt. „Wir rechnen mit 1000 Euro pro Haushalt“, sagt er. Hochgerechnet auf 5000 Haushalte wären das fünf Millionen Euro. Ein Hausanschluss kann auch nach Beendigung der Tiefbauarbeiten „ganz bequem im Internet“ bestellt werden, für Kunden der Telekom kostet er dann 799,95 Euro. Die Glasfaser Plus vermietet das Netz an alle Anbieter auf dem Markt. Damit haben die Bürger freie Wahl, bei wem sie Telefon, Internet oder Fernsehen buchen wollen.

Für Stadtbürgermeister Hermann Augspurger ist die schnelle und stabile Internetverbindung in der Stadt natürlich wichtig. „Ein Glasfaseranschluss in der eigenen Wohnung oder im Haus ist genauso wichtig wie der Anschluss an Strom, Wasser oder Gas, nicht nur für Gewerbetreibende“, sagt Augspurger. Zudem steigere er den Wert der Immobilie. Wichtig ist ihm das systematische Vorgehen, das heißt, dass Stadtteile Zug um Zug ausgebaut werden und nicht an mehreren Stellen gleichzeitig angefangen wird.

Geplant ist ein Glasfasermobil in der Stadt, in einer Einwohnerversammlung sollen die Bürger informiert werden und mit der Stadt soll es wöchentlich eine Baustellenbesprechnung geben. Das Telekom-Tochterunterunternehmen will neben Bad Bergzabern auch Annweiler, Landau und Edenkoben mit einem Glasfasernetz versorgen.

Info

Informationen zum Glasfaserausbau gibt es im Telekom Shop Landau, Gerberstraße 29, unter Telefon 0800 2266100 (kostenfrei) und im Internet unter www.telekom.de/glasfaser.

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