Edenkoben RHEINPFALZ Plus Artikel Glasfaserausbau für 2023 angekündigt

Das Unternehmen Glasfaserplus hat sich zum Ziel gesetzt, kommendes Jahr in Edenkoben rund 2500 Glasfaseranschlüsse bis ins Haus
Das Unternehmen Glasfaserplus hat sich zum Ziel gesetzt, kommendes Jahr in Edenkoben rund 2500 Glasfaseranschlüsse bis ins Haus zu bauen.

Edenkobener dürfen sich auf schnelleres Internet freuen. Eine neu gegründete Gesellschaft übernimmt den Glasfaserausbau in der Stadt. Manche Haushalte müssen nicht einmal den Anbieter wechseln, um vom neuen Angebot zu profitieren.

Zwei Unterschriften im Besprechungszimmer des Rathauses genügen, um Edenkoben für die digitale Zukunft zu rüsten. Mit der Unterzeichnung des Vertrags können die Planungen für den Glasfaserausbau in der Stadt vorangetrieben werden. Verwirklicht werden soll das Projekt von der neu gegründeten Gesellschaft Glasfaserplus. Hinter dieser stecken die Deutsche Telekom und der australische Fondsverwalter Ifm Investors, der Pensionsgelder in verschiedene Infrastrukturmaßnahmen anlegt.

Durch einen Zufall haben die Kommune und Glasfaserplus zusammengefunden. Der Kontakt entstand im März, als Stadtbürgermeister Ludwig Lintz (CDU) am Rathaus einen Mitarbeiter der Telekom sah. Er sprach ihn auf das Thema Glasfaser an, woraufhin er zu Regionalmanager Gerd Schäfer vermittelt wurde. Lintz erfuhr über die Neugründung und Pläne der Gesellschaft – dann führte eines zum anderen. Damit ist Edenkoben eine der ersten Kommunen, in denen Glasfaserplus tätig sein wird. Die Gesellschaft hat sich laut Schäfer zum Ziel gesetzt, bis 2028 bundesweit vier Millionen Glasfaseranschlüsse im ländlichen Raum zu bauen. Nächstgelegene Projekte werden in Elmstein und in Hochspeyer verfolgt.

Ausbau im ersten Versuch gescheitert

Die Freude bei den Verantwortlichen der Stadt ist groß. Schließlich hatte sich die Deutsche Glasfaser GmbH vergangenes Jahr aus Edenkoben zurückgezogen, nachdem sie erfolglos die Werbetrommel für die neue Technologie gerührt hatte. Es hatten sich zu wenige Haushalte bereiterklärt, einen Vertrag mit dem Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen abzuschließen. 27 Prozent der Haushalte hatten sich den Breitbandausbau gewünscht, 40 Prozent war als Ziel ausgegeben worden.

Dieses Ergebnis war für die Deutsche Glasfaser nicht unbedingt überraschend. In Städten sei es herausfordernder, die Bürger für Glasfaser zu begeistern. Sie seien im Vergleich zu ländlichen Regionen besser versorgt, etwa durch ein gut ausgebautes Kabelnetz, das auch für das Internet genutzt werden kann und mit dem sich höhere Übertragungsraten erzielen lassen. In Landauer Stadtdörfern und in zahlreichen Gemeinden im Kreis Südliche Weinstraße hingegen waren die Vermarktungsphasen der Deutsche Glasfaser erfolgreich.

Bandbreite bei Glasfaser nahezu unbegrenzt

In der Branche wird immer wieder betont, dass der große Vorteil von Glasfaser darin liegt, dass die Bandbreite nahezu unbegrenzt ist. Die Internetgeschwindigkeit bleibe zudem auch dann konstant, wenn mehrere Personen zeitgleich zu unterschiedlichen Zwecken auf das Netz zugreifen. So können beispielsweise zur gleichen Zeit Dateien herunter- und hochgeladen, Videokonferenzen geführt und Fernsehen geschaut werden, ohne dass das Bild ruckelt oder die Übertragungsdauer sich in die Länge zieht.

Details zu den Bauarbeiten in der Stadt müssen noch geklärt werden, sagt Schäfer. Fest stehe jedoch, dass der Netzausbau kommendes Jahr gestartet und abgeschlossen werden soll. Unabhängig davon, wie viele Haushalte sich bis dahin entschließen, auf Glasfaser umzusteigen. Das Projekt sei nicht an Vermarktungsquoten gekoppelt, sagt Schäfer. Die Leitungen werden so oder so verlegt. Wobei nicht alle Edenkobener davon profitieren werden.

Auch andere Anbieter sollen auf Glasfasernetz zugreifen

Das Projekt wird zunächst südlich der Kloster- und Luitpoldstraße verwirklicht. Es war als unwirtschaftlich betrachtet worden, das Gebiet nördlich dieser Verkehrsachse mit Glasfaser zu erschließen. Was aber nicht heißt, dass die dortigen Haushalte nicht zu einem späteren Zeitpunkt zum Zuge kommen. Das sei nicht ausgeschlossen, sagt Schäfer.

Ziel soll es sein, im Zuge der Tiefbauarbeiten so viele Hausanschlüsse wie möglich fertigzustellen, damit Anwohner nach der Baustelle nicht die nächste vor der Tür haben. Um Interessierte anzulocken, verzichtet Glasfaserplus auf die Hausanschlusskosten in Höhe von rund 800 Euro, wenn die Tarifbuchung in der Ausbauphase erfolgt. Informationen erhalten sie in den Telekom-Geschäften in Landau und Neustadt oder auf der Webseite der Telekom.

Die Haushalte müssen dann nicht zwingend den Anbieter wechseln. Telekom-Kunden können das Produkt dazu wählen, Kunden von anderen Anbietern könnten auch bei ihrem jetzigen Vertragspartner bleiben, sofern diese die Zusammenarbeit mit der Glasfaserplus vertraglich festhalten. Die Glasfaserplus vermietet nämlich das Netz an alle Telekommunikationsanbieter.

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