Annweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Telekom-Tochter soll ab 2024 Glaserfaser bis ins Haus bringen

Glasfaser bis ins Zuhause soll in Annweiler ab 2024 ein neuer Kooperationspartner bringen.
Glasfaser bis ins Zuhause soll in Annweiler ab 2024 ein neuer Kooperationspartner bringen.

Beim Thema Glasfaserausbau ist Annweiler ein gebranntes Kind. Inexio hat für Pleiten, Pech und Pannen gesorgt. Nun will die Trifelsstadt beim Ausbau bis ins Haus – wie auch schon Landau und Edenkoben – unter das Dach von Glasfaser plus, einer Tochterfirma der Telekom. Warum jetzt alles besser werden soll.

Wenn man in Annweiler das Wort Glasfaserausbau sagt, hört man nur Stöhnen und blickt in verärgerte Gesichter. Was Inexio und seine beauftragten Sub- und Sub-Sub-Unternehmer in der Trifelsstadt hinterlassen haben, ist eine Pannenserie sondersgleichen. Über Monate offene und mangelhaft gesicherte Kopflöcher, aus Versehen angebohrte Kanäle, schlecht verschlossene Straßen, wenig bis gar keine Kommunikation. Als es zu arg wurde, zog das saarländische Telekommunikationsunternehmen, das seit 2020 unter einem Dach mit der Deutschen Glasfaser agiert, sogar die Tiefbaufirma ab und setzte eine neue ein, doch die Probleme gingen weiter. Erst nach anderthalb Jahren konnte der Straßenschaden im Burgenring behoben werden, nachdem endlich eine Einigung mit der Versicherung erzielt worden war.

Was das Thema Glasfaserausbau angeht, ist Annweiler also leidgeplagt. Die Firma Inexio konnte man sich nicht aussuchen. Diese hatte vom Kreis den Zuschlag für den flächendeckenden Ausbau mit 50 Mbit/s an der Südlichen Weinstraße bekommen. Beim Ausbau bis ins Haus, dem sogenannten FTTH-Anschluss, der schnelles Internet weit über 50 Mbit/s direkt in die Wohnung ermöglicht, will Annweiler nun selbst entscheiden. Während viele Gemeinden im Landkreis oder die Landauer Stadtdörfer Kooperationsverträge mit der Deutschen Glasfaser getroffen haben, die den eigenwirtschaftlichen Ausbau übernimmt, wenn mindestens 40 Prozent der Haushalte Verträge mit dem Unternehmen abschließen, will sich Annweiler einen anderen Partner wählen.

Auch Landau und Edenkoben setzt auf Kooperation

Und zwar einen, auf den man sich hoffentlich mehr verlassen könne als auf das bisherige Telekommunikationsunternehmen, so die Hoffnung des Stadtbürgermeisters. Die Stadt habe dafür Gespräche mit der Firma Glasfaser plus, einem Tochterunternehmen der Deutschen Telekom, geführt. Diese will bis Ende 2023 auch in Landau ein Glasfasernetz für 11.500 Haushalte ausbauen. Edenkoben setzt ebenso auf den Kooperationspartner, nachdem die 40-Prozent-Hürde mit der Deutschen Glasfaser nicht erreicht worden war. „Wir wären dann 2024 dran“, sagt Seyfried zum bisher ausgeloteten Terminplan. Allerdings seien die vier Ortsbezirke noch nicht in das Ausbaukonzept inkludiert, was nachgeholt werden solle. In dieser Woche steht dazu erneut ein Gespräch an. Der Stadtrat stand einstimmig bei einer Enthaltung grundsätzlich hinter der Kooperation.

Der Vorteil sei, dass die Telekom-Tochterfirma die Glasfaser auf der bestehenden Trasse der Telekom-Leitungen verlegen könne und nicht wie andere Anbieter Abstände zu der Trasse halten müsse. Damit müsse nur minimal in den Grund eingegriffen werden, erklärte Seyfried. „Das ist dann eine unkompliziertere Angelegenheit, ohne große Kopflöcher und Spülbohrverfahren wie bisher.“

Ein freies Netz

Um Interessierte anzulocken, verzichtet das Unternehmen in Landau und Edenkoben auf die Hausanschlusskosten in Höhe von rund 800 Euro, wenn die Kunden in der Ausbauphase einen Tarif bei Glasfaser plus buchen. Das Gute sei aber, dass das Unternehmen einen „Open-Access-Ansatz“ verfolge, berichtet Seyfried. Heißt: Das Netz sei frei, die Bewohner könnten auch Kunden anderer Anbieter bleiben oder werden, da Glasfaser plus das Netz auch an andere Telekommunikationsanbieter vermiete.

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