SÜW
Landratswahl: Wer will den Chefsessel Kreishaus?
Nein, wie sich später am Abend zeigte, hatte sich Daniel Salm nicht verirrt. In der Offenbacher Turn- und Festhalle war zwar keine Veranstaltung der FWG, für die der Freimersheimer als Politiker in der Region tätig ist. Es war eine Mitgliederversammlung der Christdemokraten, in der der Kandidat für die Landratswahl kommendes Jahr nominiert werden sollte.
Dietmar Seefeldt warb an diesem Abend für sich, der 54-Jährige strebt eine zweite Amtszeit als Landrat an. Den CDU-Rückenwind hat er erhalten: Bis auf eine Person votierten alle Stimmberechtigten für ihn. Mehr als eine Randnotiz wert war dann die Botschaft von Daniel Salm, für die er nach Offenbach gekommen war. Er verkündete erstmals öffentlich, dass die Freie Wählergruppe keinen Kandidaten für die Wahl im Frühjahr aufstellen wird.
Wie positionieren sich die Grünen?
Das mag manche vielleicht überraschen: Die FWG ist im Kreistag SÜW nach der SPD drittstärkste Kraft, zusammen mit der Grünen-Fraktion ist sie Koalitionspartner der CDU. Die Zusammenarbeit mit ihr, insbesondere mit Dietmar Seefeldt, sei sehr gut. Man begegne sich auf Augenhöhe, so Daniel Salm. Damit begründete er, wieso man auf einen eigenen Kandidaten für den Posten im Kreishaus verzichtet.
Es ist nicht das erste Mal, dass sich CDU und FWG bei Bürgermeisterwahlen im Landkreis SÜW nicht im Weg stehen. In Herxheim war im März 2023 Christian Sommer von der FWG sogar als gemeinsamer Kandidat von CDU, FWG und gar SPD ins Rennen geschickt worden, um Verbandsbürgermeister zu werden. Er wurde dann auch ins Amt gewählt. Ein Jahr später war Sven Koch von der CDU gemeinsamer Kandidat der Christdemokraten und der FWG bei der Wahl des Ortsbürgermeisters in Herxheim. Auch da ging die Rechnung auf.
Für den amtierenden Landrat gibt es nun einen Konkurrenten weniger bei der Wahl 2025. Seefeldt ist sich aber sicher, dass es Mitbewerber geben wird. Nur: Wer wird ins Rennen geschickt? Ob die eben angesprochenen Grünen mitmischen werden wie bei der Landratswahl 2017? Die sind noch gelassen bei dem Thema. „Wir haben ja hier keinen Zeitdruck und werden das Thema Landratswahl daher in den nächsten beiden Monaten intern besprechen“, informiert Peter Kallusek, Vorstandsmitglied des Grünen-Kreisverbands SÜW, auf Anfrage der RHEINPFALZ.
Wie sieht es bei der SPD aus?
Die Wahl ist am 6. April, eine mögliche Stichwahl würde am 27. April erfolgen. Dass diese Daten schon festgelegt sind, ist auf die Initiative der SPD-Kreistagsfraktion zurückzuführen. Diese hatte in der jüngsten Sitzung des Kreistags im September auf einen Termin gedrängt, damit alle Bewerber frühzeitig den Wahltermin kennen und ihre Planungen darauf abstellen können. Auch weil CDU-Kreistagsfraktion und -Kreisverband sich kurz zuvor für Seefeldt als Kandidaten ausgesprochen hatten, war die SPD dazu animiert, auf die Tube zu drücken. Ob und wann es bei ihr so weit ist mit der Nominierung ihres Kandidaten oder ihrer Kandidatin, ist nicht bekannt. Der Kreisverband der SPD ließ ebenso wie der Kreisverband der AfD die Anfrage unbeantwortet.
Landrat Seefeldt war im Oktober 2017 auf Theresia Riedmaier gefolgt. Die Sozialdemokratin hatte zuvor 20 Jahre den Landkreis geführt, der zuvor in CDU-Hand war.
