Rhodt Kirchenlose Zeit ist nach Renovierung vorbei
Der Steinmetz war da, ebenso der Schreiner, der Glaser und Restauratoren, um in der Kirche an Fenstern, Böden, Bänken und Gemälden zu arbeiten. Der Elektriker war nicht nur im Gotteshaus, sondern auch auf dem Dach tätig, weil er dort Solarmodule montierte. Unter anderem dafür war zuvor die Gerüstbaufirma vor Ort gewesen, damit der Fachmann überhaupt hochkommt. Allein diese Aufzählung an Handwerkern verdeutlicht, an wie vielen Stellen in der St. Georgskirche in Rhodt gearbeitet werden musste, um sie für die Zukunft fit zu machen.
Die Renovierung der Kirche ist jetzt nach gut 15 Monaten zu Ende. Na ja, so gut wie. Denn nach Angaben von Pfarrer Bernd Rapp sind noch ein paar wenige Dinge zu erledigen. Angelegenheiten, die, wie er sagt, zwar viel Arbeit machen, die aber keiner sieht. Doch das Wesentliche ist erledigt, weshalb er und das Presbyterium in Freudenstimmung sind. Auch, weil es wegen der neuen Akustik, des neuen Lichtkonzepts und der neuen farblichen Gestaltung von Decke und Böden ein ganz neues Gefühl sein wird, in dieser Kirche Gottesdienste zu feiern, nachdem diese in dieser kirchenlosen Zeit an außergewöhnlichen Orten, etwa im Weingut, gefeiert wurden.
Kirche nach Renovierung autark
All die Arbeiten haben natürlich ihren Preis. Wären Mathilde und Viktor Müller und deren gleichnamige Stiftung nicht gewesen, hätte sich die Kirche schon strecken müssen, um das Ganze finanzieren zu können. Auch wenn der Kirchbauverein fleißig war und viele Spenden gesammelt hat. Das Ehepaar Müller – Mathilde lebte noch bis vor wenigen Jahren im Ort – stellte sein ganzes Vermögen dafür bereit, die Kirche erhalten zu können. Laut Rapp war dadurch weit über die Hälfte der geschätzten Kosten von 850.000 Euro gedeckt.
Durch die Investition ist man zuversichtlich, alles getan zu haben, um in baulicher Hinsicht für längere Zeit Ruhe zu haben. Nur der Vorplatz soll noch neugestaltet werden. Dafür hat man die Energiewende schon eingeleitet. Der Umstieg von der Gasheizung auf Elektrotechnik ist nämlich gelungen. Und durch die PV-Anlage auf dem Kirchendach ist man nun auch Stromproduzent. Das bedeutet, dass sich die Verantwortlichen eine neue Einnahmequelle erschlossen haben.
Wie am Wochenende gefeiert wird
Laut Helga Fuchs-Entzminger, der stellvertretenden Vorsitzenden des Presbyteriums, geht es jetzt darum, Leben in die Kirche zu bekommen. Anders als bei anderen Einweihungen wird bei der Abschlussfeier auf gesprochene Grußworte verzichtet. Stattdessen hat man sich diverse Aktionen überlegt. Das Eröffnungskonzert am Freitagabend gestaltet ein Projektchor. Am Samstag gibt es eine Erlebnisführung für Kinder, bei der sogar Königin Therese dabei sein wird. Ihr Königinnenstuhl wurde rechtzeitig geliefert, damit er wieder an seinem angestammten Platz in der Kirche stehen kann. Dieser war für die Zeit der Renovierung nach Speyer verliehen worden, wo das Historische Museum der Pfalz den Thron für die Ausstellung zu Ehren ihres Gatten, König Ludwig I., gut gebrauchen konnte.
Was in der Rhodter Kirche noch fehlt, ist die Kirchenorgel. Diese wurde nicht nur wegen der Renovierung ausgelagert, auch eine Neuintonation war gewünscht. Eigentlich war man davon ausgegangen, dass das imposante Instrument erst zu Weihnachten 2025 wieder an Ort und Stelle steht. „Wir haben die leise Hoffnung, dass wir die Orgel früher wieder hier haben, weil die Firma früher dazu kommt, sie zu bearbeiten“, erklärt Rapp.
Info
Der Abschluss der Renovierung der Kirche in Rhodt wird von Freitag bis Sonntag gefeiert. Dabei gibt die Gruppe „Mann singt“ am Samstagabend ein Konzert. Der feierliche Gottesdienst ist am Sonntag, 14.30 Uhr.