Rhodt RHEINPFALZ Plus Artikel Photovoltaik: Strom gibt es jetzt vom Kirchendach

Armin Pister und Mitarbeiter Martin Liptak beim Anbringen des ersten Solarmoduls auf dem Kirchendach.
Armin Pister und Mitarbeiter Martin Liptak beim Anbringen des ersten Solarmoduls auf dem Kirchendach.

Solarmodule auf einem Kirchendach – das ist nicht nur spannend für die Monteure, die in schwindelerregender Höhe arbeiten müssen. Das Projekt in Rhodt ist auch sonst besonders.

60 Solarmodule platzieren Ingenieur Armin Pister und seine Mitarbeiter aktuell auf dem Dach eines Gebäudes in Rhodt. Allein an der Zahl der Kollektoren lässt sich ablesen, dass es eine überdurchschnittlich große Fläche ist. Dort soll die Kraft der Sonne genutzt werden, um Energie zu gewinnen. Besonders ist das Projekt, weil es sich um das Dach der protestantischen Kirche handelt.

Im Zuge der Energiewende rücken seit einiger Zeit auch Gotteshäuser in den Blickpunkt. Dass dabei denkmalgeschützte Kirchen, wie jenes in Rhodt, für PV-Anlagen infrage kommen, hat noch Seltenheitswert. Wie Pfarrer Bernd Rapp berichtet, sei man einer der ersten Kirchengemeinden in der Region, die sich dadurch von fossilen Brennstoffen unabhängig machen. Bekannt sei ihm noch das Projekt in Ungstein bei Bad Dürkheim, wo schon vor einem Jahr dieses Neuland beschritten wurde. Weil die Denkmalpflege der Kirche ihren Segen gab und auch die Gestaltungssatzung der Gemeinde PV-Anlagen in solch sensiblen Bereichen und auf schutzwürdigen Gebäuden erlaubt, kann Rhodt jetzt nachziehen.

Die südliche Dachfläche der Rhodter Kirche wird stetig mit PV-Modulen bestückt.
Die südliche Dachfläche der Rhodter Kirche wird stetig mit PV-Modulen bestückt.

Elektroheizung ersetzt Gasheizung

Die Initiative wurde aber nicht deshalb aufgegriffen, weil man jetzt auf Grün machen möchte. Für Rapp und das Presbyterium kamen einige Punkte zusammen, die dafür sprachen, eine PV-Anlage auf dem Dach dieses Anfang des 18. Jahrhundert erbauten Anwesens zu montieren. Aufgrund der seit Januar 2024 laufenden Renovierung steht am Gebäude ohnehin ein Gerüst, das für die Installation benötigt wird. Zudem muss die Kirche schauen, ob und wie sie sich ihre Immobilien angesichts der rückläufigen Mitgliederzahlen und daher geringeren Steuereinnahmen noch leisten kann. Anders ausgedrückt, müssen die Unterhaltungskosten gesenkt werden. Abgesehen davon, dass auch der Kirchenbezirk Landau aus Klimaschutzgründen die Treibhaus-Emissionen um 90 Prozent senken muss.

Freuen sich über das Projekt (von links): Pfarrer Bernd Rapp sowie Silke Pister, Roland Schenck und Helga Fuchs-Entzminger vom P
Freuen sich über das Projekt (von links): Pfarrer Bernd Rapp sowie Silke Pister, Roland Schenck und Helga Fuchs-Entzminger vom Presbyterium.

Die Kirche wird bald auf einen Schlag autark sein, sagt Rapp. Die Gasheizung kommt raus, sie wird durch eine elektrische Sitzbankheizung ersetzt. Nach Angaben von Pister, für den das Projekt als Rhodter und ehemaliger Ortschef ein Herzensanliegen ist, wird der jährliche Ertrag der PV-Anlage bei etwa 24.800 Kilowattstunden sein. Eine Menge an Energie, die den Bedarf von sechs bis acht Einfamilienhäusern decken könnte. So viel in der Theorie. Der gewonnene Strom wird tatsächlich eingespeist.

x