Offenbach
Indoorspielplatz Tibolin nach Umbau: Mehr Platz und neue Attraktionen
Wer glaubt, dass Kinder bei den sommerlichen Temperaturen nur draußen auf den Spielplätzen sind, wenn sie nicht mit den Eltern gerade ins Schwimmbad gehen, irrt. Auch in der Freiluftsaison zieht es Familien auf den Indoorspielplatz nach Offenbach. Gerade an den Wochenenden ist dort mächtig Betrieb.
Die rund 6000 Quadratmeter große Halle mit den diversen Klettermöglichkeiten, Hüpfelementen und Spielecken ist zum Beispiel für Geburtstagsfeiern ein beliebter Schauplatz. Betreiber Daniel Steinbach weiß wieso: Das liege unter anderem daran, dass Eltern ihre Kinder im Spielpark loslassen und der Nachwuchs sich für mehrere Stunden auch alleine oder mit Freunden beschäftigen könne, sagt er. „Das bekomme ich so von Eltern gesagt.“ Zudem haben Mamas und Papas keine Angst davor, dass die Kinder verloren gehen, da sie nicht einfach aus der Halle spazieren können.
Was im Indoorspielplatz erneuert wurde
Doch damit es den Kleinen im Indoorspielplatz nicht zu eintönig wird, wird regelmäßig durch Neuanschaffungen für Abwechslung gesorgt. Für den jüngsten Umbau wurde ein niedriger sechsstelliger Betrag investiert, wie der Betreiber mitteilt. So wurde die große, als Wabbelturm bekannte Hüpfburg durch ein kleineres Exemplar ersetzt.
Der Grund: Man wollte Platz gewinnen, um das benachbarte Klettergerüst zu erweitern. So hat das labyrinthartige Konstrukt jetzt zusätzliche Rutschen, worauf Kinder und Jugendliche besonders abfahren, sagt Steinbach. Rasant hinunter geht es für die Mädchen und Jungen, die mit den Donutglidern, den luftgefüllten Gummireifen, rutschen.
Außerdem können jüngere Kinder jetzt einfacher auf die Hüpfburg. Generell werde bei den Spielelementen darauf geachtet, dass möglichst schon die Kleinen sie nutzen können, aber auch Ältere ihre Freude an ihnen haben, am besten auch Väter und Mütter. In manchen Familien hätten Kinder inzwischen so wenig Zeit mit ihren Eltern, dass sie zumindest auf dem Indoorspielplatz die Möglichkeit haben sollen, mit ihnen herumzutoben, meint Steinbach.
Betreiber: „Spielgeräte so teuer wie ein Haus“
Auch wenn manche Eltern unter einem Umbau etwas anderes verstehen als ein paar neue Spielgeräte, seien es gerade diese Neuerungen, die viel bewirken. Und Steinbach vertritt die Devise, regelmäßig Bereiche zu erneuern beziehungsweise aufzuwerten, statt die Halle komplett umzukrempeln. Dadurch könne er die Eintrittspreise konstant halten. Würde er dagegen alles auf einen Schlag erledigen, stünde er schneller unter einem Kostendruck und müsste dann gegebenenfalls den Eintritt erhöhen oder das Mitbringen von eigenen Speisen beschränken. Hinzu kommt, dass die Firmen, die die Spielgeräte liefern und aufbauen, auch nicht ständig verfügbar seien. Die vorherige Hüpfburg wiege fast eine Tonne. „Da kann man nicht so schnell zu zweit anpacken und sie einlagern“, sagt Steinbach.
Außerdem seien solche Spielelemente kostspielig: „Von demselben Geld, das wir jetzt ausgegeben haben, könnte man sich ein Einfamilienhaus im Saarland leisten“, sagt Steinbach. Das wisse er deshalb, weil er von dort stamme. Offenbach und damit die Pfalz wurde 2010 zu seiner Wirkungsstätte. Damals war er bei der Eröffnung des Indoorspielplatzes Tobolino dabei. Als sich sechs Jahre später die Möglichkeit ergab, den Laden zu führen, ergriff Steinbach die Chance.
Aus Indoorspielplatz Tobolino wird Tibolin
Waren zuvor ein Affe und ein Känguru die Maskottchen des Indoorspielplatzes, lächeln seither ein Hai und ein Krebs auf Wandflächen und Flyern. Was auch daran liegt, dass der Spielpark sowohl farblich als auch vom Angebot her an eine Wasserwelt angelehnt ist. So steht im hinteren Hallenteil ein Schiff. Mit dem Betreiberwechsel ging auch die Umbenennung von Tobolino in Tibolin einher. Das war schon aus rechtlichen Gründen nötig, sagt Steinbach. Wobei er dadurch auch die Möglichkeit hatte, sich vom Namen her von anderen Indoorspielplätzen abzuheben. „Vor Corona hätte ich um die 60 Indoorspielsplätze nennen können, die auf lino enden“, sagt er. Vor Corona deshalb, weil nach der Pandemie zahlreiche Spielparks geschlossen wurden, unter anderem auch in Landau und in Neustadt.