Annweiler / Kommunalwahl Diese Kandidaten wollen Ortsbürgermeister im Trifelsland werden

Im Trifelsland werden am 9. Juni die politischen Karten neu gemischt. Zahlreiche neue Kandidaten treten an.
Im Trifelsland werden am 9. Juni die politischen Karten neu gemischt. Zahlreiche neue Kandidaten treten an.

Im Trifelsland wird sich am 9. Juni das politische Personalkarussell ordentlich drehen. Spannend wird’s in zwei Gemeinden, in denen es zum Kandidaten-Duell kommt.

In Albersweiler geht eine Ära zu Ende. 30 Jahre lenkte Ernst Spieß die Geschicke der größten Ortsgemeinde im Trifelsland. Nun verabschiedet sich der 66-jährige Sozialdemokrat von dem Amt. Der SPD-Ortsverband hat Andreas Gerdon als Kandidat für das Ortsbürgermeisteramt nominiert. Der 53-Jährige ist Lehrer und ehrenamtlich aktiv. Aktuell ist er Vorsitzender des Kinder- und Jugendfördervereins und des SPD-Ortsvereins.

Andreas Gerdon
Andreas Gerdon

Auch in Dernbach neigt sich eine lange Amtszeit dem Ende zu. 15 Jahre lenkte Harald Jentzer das Dorf zwischen Wald und Wiesen. Der Parteilose tritt nicht erneut an. Das Amt erfordere viel Zeit, sagt er. Nach drei Legislaturperioden möchte er diese wieder für sich und seine Familie zur Verfügung haben. Nun stellt sich Daniel Hatscher zur Wahl. Auf Anfrage der RHEINPFALZ machte der Kandidat keine weiteren Angaben zu seiner Person.

Drei Amtsinhaber treten erneut an

Im wenige Kilometer entfernten Eußerthal hält der Amtsinhaber die Stellung. Reinhard Denny ist seit 20 Jahren Ortsbürgermeister und strebt nun eine fünfte Amtszeit an, und zwar aus ganz pragmatischen Gründen: Weil mit einem Straßenausbau oder dem Neubau der Kita teure Projekte anstehen „und kein anderer hier geschrien hat“.

Reinhard Denny
Reinhard Denny

Einen bekannten Namen sehen auch die Einwohner von Gossersweiler-Stein auf dem Wahlzettel. Dort tritt Amtsinhaber Pascal Braun erneut an. Der 40-jährige selbstständige Forstwirt wurde 2019 vom Gemeinderat gewählt, nachdem sich für die Kommunalwahl kein Bewerber gemeldet hatte. Mit der Wählergruppe Braun möchte er das Dorf zukunftssicher aufstellen „und das Liegengebliebene bestmöglich aufarbeiten“, wie er sagt.

Pascal Braun
Pascal Braun

In Münchweiler, der mit rund 200 Einwohnern kleinsten Gemeinde im Trifelsland, stellt sich Hans-Peter Carius erneut der Wahl. Vor fünf Jahren hatten noch drei Einzelbewerber um die Nachfolge des langgedienten Ortschefs Hermann Hahn gebuhlt. Nun warf Carius seinen Hut in den Ring, weil sich kein anderer für das Amt bereit erklärte. Das Örtchen liegt dem gebürtigen Annweilerer am Herzen, der seit 2012 dort lebt. Der 73-jährige Versicherungsfachmann ist ehrenamtlich engagiert, unter anderem seit 2015 als Vorsitzender des VdK Bad Bergzabern.

Hans-Peter Carius
Hans-Peter Carius

Zwei Frauen buhlen in Ramberg um Wählergunst

Zwei Frauen treten in Ramberg um die Nachfolge von Jürgen Munz (RBL) an, der zwei Legislaturperioden Ortschef war und nun nicht mehr kandidiert. Die Waldgemeinde ist seit vielen Jahren bekannt dafür, dass es dort politisch und menschlich immer wieder kracht. Das möchte Nicole Rebholz ändern, die seit 1997 in der örtlichen katholischen Kita arbeitet und seit 2011 deren Leiterin ist. In dieser Zeit habe sie die Politik und das Geschehen in Ramberg verfolgt und eigene Erfahrungen gemacht, sagt die 48-Jährige und kommt zu dem Schluss: „Das Dorf ist gespalten, ja sogar zerstritten. Hier gilt es, wieder ein Miteinander und einen sachlichen, respektvollen Umgang zu schaffen.“ Sollte sie gewählt werden, möchte sie den Fokus auf die Themen Gemeinschaft, Dorffrieden, Tourismus, Infrastruktur und Dorfbild legen. Unterstützt wird sie von der neu gegründeten Wählergruppe Rebholz, die sowohl aus erfahrenen als auch jungen Kandidaten und Unterstützern bestehe.

Nicole Rebholz
Nicole Rebholz

Marina Fess hat mit der Ramberger Bürgerliste, der Wählergruppe, aus der auch der Amtsinhaber kommt, eine erfahrene politische Gemeinschaft hinter sich. Für die RBL ist sie seit 2019 aktiv, doch bereits zuvor – von 1994 bis 1999 – war sie im Gemeinderat engagiert, wie die 60-Jährige berichtet. Die Bankfachwirtin und Baufinanzierungsberaterin stehe für eine „gerechte, bürgernahe, wirtschaftliche und transparente Ortspolitik“, sagt sie. Sie wolle sich mit Herz und Tatkraft für ihre Heimatgemeinde einsetzen. Wichtige Punkte auf ihrer Agenda seien der Dorfmittelpunkt, der Kita-Ausbau, ein Bauflächenkonzept, die Förderung des Tourismus und des Vereine.

Marina Fess
Marina Fess

Torsten Hertel ist seit 2019 Ortsbürgermeister von Rinnthal und strebt nun eine zweite Amtszeit an. Denn es steht noch einiges auf der Agenda des 49-Jährigen, nicht zuletzt die Bewirtschaftung des Waldes neu aufzustellen, nachdem die gemeindeeigene Forstgesellschaft Rinnthaler Wald GmbH seit Kurzem in der vorläufigen Insolvenz steckt. Der parteilose Familienvater arbeitet als Förderschullehrer im Jugendwerk St. Josef in Landau.

Torsten Hertel
Torsten Hertel

Lama-Papa will Ortchef werden

Für eine zweite Legislaturperiode tritt auch die Silzer Ortsbürgermeisterin an. Elke Mandery ist die erste Frau, die die Geschicke der Gemeinde leitet, die wegen des Wild- und Wanderparks und des Silzer Sees viele Besucher anzieht. Die dreifache Mutter ist seit 15 Jahren im Gemeinderat und seit sechs Jahren im Verbandsgemeinderat Annweiler. Vor ihrem Amt an der Spitze der Gemeinde war die 57-jährige Friseurmeisterin bereits eine Legislaturperiode erste Beigeordnete. Nun möchte sie „das, was begonnen wurde, gerne für Silz zum Abschluss und Erfolg bringen“.

Elke Mandery
Elke Mandery

Der seit zehn Jahren amtierende Völkersweilerer Ortschef Gerhard Hammer kandidiert nicht mehr. Dafür will nun Rudolf Klotz mit dem neu formierten Team „Wir für Völkersweiler“, in dem sich Christdemokraten und Parteilose zusammengefunden haben, das Ruder übernehmen. Der 61-jährige Christdemokrat ist weithin bekannt für seine Pfalz-Lamas. Zudem betreibt er eine Event-Agentur und die Minigolfanlage in Annweiler.

Rudolf Klotz
Rudolf Klotz

Zwei Kandidaten in Waldhambach, keiner im Nachbarort

Während in Waldrohrbach, das in der laufenden Legislaturperiode von Thomas Wick (CDU) geführt wurde, niemand für das Ortsbürgermeisteramt antritt, haben die Wähler im benachbarten Waldhambach gleich die Wahl zwischen zwei Kandidaten. Die Gemeinde wurde ab 2017 von Michael Martin gelenkt, der im vergangenen Jahr aus persönlichen und beruflichen Gründen zurücktrat. Interimsmäßig übernahm sein CDU-Kollege Peter Fischer, bis dato erster Beigeordneter. Nun schickt die CDU aber ein neues Gesicht ins Rennen: Patricia Hammer lebt seit 15 Jahren mit ihrer Familie im Ort. Die Konditoreifachverkäuferin hatte im vergangenen Jahr den Beigeordnetenposten von Fischer übernommen. Sie wolle das Miteinander, das aktive Dorfleben und die Attraktivität des Ortes weiter fördern, sagt sie.

Patricia Hammer
Patricia Hammer

Den Gemeinschaftssinn beschreibt auch Stephan Platz als Leitfaden seiner Kandidatur. Dazu gehöre für ihn, ein respektvoller Umgang und sowohl die positiven als auch die negativen Dinge in der Gemeinde anzupacken. Der 58-Jährige lebt seit 1998 in Waldhambach und wurde 2019 in den Gemeinderat gewählt. Zudem ist er Vorsitzender des Vereins Selbstbestimmt Wohnen Landau und des örtlichen Feuerwehr-Fördervereins. Der technische Angestellte im Bereich Informatik geht als parteiloser Einzelbewerber ins Rennen.

Stephan Platz
Stephan Platz

In Wernersberg strebt Ortsbürgermeister Dominik Rubiano Soriano eine dritte Amtszeit an. Die Entscheidung, erneut zu kandidieren, hatte der zweifache Vater schon früh getroffen, da die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und den Bürgern einfach gut laufe, wie er sagt. Als er vor zehn Jahren den Posten übernahm, war er mit 33 Jahren der jüngste Ortschef in der Geschichte der Gemeinde.

Dominik Rubiano Soriano
Dominik Rubiano Soriano

Die Kandidaten für das Bürgermeisteramt und die Ortsvorsteherposten von Annweiler und deren Stadtteilen finden Sie hier.

Mehr zur Wahl

Wer steht bei mir vor Ort zur Wahl? Was muss ich bei einer Briefwahl beachten? Und was bedeutet kumulieren und panaschieren? Alle Infos rund um die Kommunalwahlen 2024 finden Sie unter rheinpfalz.de/kommunalwahlen

So wird es am Sonntag auf sehr vielen Tischen in der Pfalz aussehen: Große Mengen an Stimmzetteln warten darauf, ausgezählt zu w

Wahlen Rheinland-Pfalz 2024: So hat die Pfalz gewählt

Verfolgen Sie live den aktuellen Stand der Auszählungen in unseren interaktiven Karten und Grafiken: Oberbürgermeister, Bürgermeister, Gemeinderäte, Kreis- und Stadträte, Bezirkstag - bei den Wahlen am 9. Juni könnte die Kommunalpolitik in Rheinland-Pfalz umgekrempelt werden. Foto: dpa /Jacob Schröter

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

x