Südpfalz / Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Blauzungenkrankheit schreitet voran: Wo es bisher Ausbrüche gab

Mindestens 24 Schafe, Rinder und Ziegen hat die Krankheit an der Südlichen Weinstraße schon dahingerafft.
Mindestens 24 Schafe, Rinder und Ziegen hat die Krankheit an der Südlichen Weinstraße schon dahingerafft.

Die Blauzungenkrankheit ist auf dem Vormarsch. Seit dem erstmaligen Auftreten in der Region sind 55 Tiere daran gestorben. Viele Halter setzen inzwischen auf Impfungen.

Kurz nachdem die Afrikanische Schweinepest Rheinland-Pfalz erreicht hatte, machte sich eine weitere Tierseuche im Land breit: die Blauzungenkrankheit. Diese befällt überwiegend Schafe und Rinder, aber auch Ziegen und Kamele, zu denen auch Lamas und Alpakas zählen. Der Verlauf ist für die Tiere oft schmerzhaft etwa mit Entzündungen, Schwellungen und Blasenbildungen an Maul, Zunge, Klauen und Zitzen. Die Krankheit kann tödlich enden.

So sind an der Südlichen Weinstraße bislang 24 Schafe, Rinder und Ziegen gestorben, seitdem die Seuche am 6. August erstmals im Landkreis aufgetreten war, wie Kreissprecherin Marina Mandery auf Anfrage mitteilt. Betroffen waren 13 Betriebe in den Verbandsgemeinden Annweiler, Bad Bergzabern, Edenkoben und Herxheim. Dem zuständigen Veterinäramt sind bisher keine Ausbrüche in den Verbandsgemeinden Landau-Land, Offenbach und Maikammer sowie in der Stadt Landau bekannt. In der Südwestpfalz ist die Krankheit am 13. August erstmals amtlich festgestellt worden. Seitdem seien mindestens 31 Tiere in 22 Betrieben nachweislich an dem Blauzungenvirus verendet, teilt die Kreisverwaltung mit. Bis auf die Verbandsgemeinde Rodalben sind alle Verbandsgemeinden im Kreis sowie die Stadt Zweibrücken betroffen.

Virusübertragende Mücken bis 8 Grad Celsius aktiv

Nach Ausbruch der Krankheit habe das Veterinäramt den Haltern empfohlen, ihre Tiere impfen zu lassen, berichtet Kreissprecherin Mandery. Ziel sei es, dadurch „das schlimmste Tierleid zu verhindern, also die Anzahl der schweren Verläufe und tödlichen Krankheitsfälle auf ein Minimum zu reduzieren“. Die Impfempfehlung sei gut angenommen worden. Aktuell grassiert der Serotyp 3 des Virus durch Deutschland, für den es jedoch keinen von der EU zugelassenen Impfstoff gibt. Da sich die Krankheit im Sommer mit enormer Geschwindigkeit ausbreitete, hatte das zuständige Bundesministerium im Juli per Eilverordnung für sechs Monate erlaubt, drei noch nicht zugelassene Impfstoffe anzuwenden. „Bis dato konnte ein Infizieren in größerem Ausmaß verhindert werden. Wie und ob sich die Krankheit weiter ausbreitet, wird insbesondere auch davon abhängen, wie sich die Mückenpopulation in der Region entwickelt“, so die Zwischenbilanz aus dem Kreishaus in Landau.

Diese Meinung teilen auch die Amtskollegen aus der Südwestpfalz. Das Veterinäramt in Pirmasens geht davon aus, dass die Weiterverbreitung des Blauzungenvirus in der kühleren Jahreszeit sinken wird. Der Erreger wird durch Stechmücken übertragen. Die Krankheit tritt überwiegend während der Sommerregenzeit auf, der Schwärmperiode des Mücken, wie das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz informiert. Die Mücken fliegen aber noch bei Temperaturen bis etwa 8 Grad Celsius. Bis Mitte September gab es in Deutschland rund 9000 Ausbrüche.

Virus ungefährlich für Menschen

Tritt die Seuche bei einem Tier auf, muss der Tierhalter dies dem zuständigen Veterinäramt melden. Dann gilt zunächst eine Bestandssperre, wie Mandery erklärt. Nach einer Untersuchung dürfen klinisch unauffällige Tiere wieder aus den Betrieben gebracht werden. Ein Keulen, wie etwa bei der Afrikanischen Schweinepest, sei nicht notwendig, da die Krankheit nicht ansteckend sei, sondern nur unmittelbar von Mücke zu Rind, Schaf, Ziege beziehungsweise Kamel übertragen werde. Das Virus ist für den Menschen ungefährlich, der Verzehr von Fleisch- und Milchprodukten infizierter Tiere ist unbedenklich.

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