SÜW
Blauzungenkrankheit befällt Schafe
Während die Afrikanische Schweinepest mittlerweile in der Region angekommen ist und die ersten Sperrgebiete ausgewiesen worden sind, sorgt der Ausbruch der Blauzungenkrankheit bisher für weniger Aufregung. Einer der Unterschiede: Nicht Schweine, sondern überwiegend Schafe sind von der Seuche betroffen. Die Blauzungenkrankheit endet für sie meist tödlich. Das Virus ist für Menschen hingegen nicht gefährlich. Un d ein weiterer Unterschied zur Schweinepest: Der Verzehr von Milch und Fleisch der kranken Tieren ist für Menschen unbedenklich, wie in einer Mitteilung des Tierseuchenverbundes Rheinpfalz zu lesen ist. In dem Verbund sind Veterinärinnen und Veterinäre der Landkreise Bad Dürkheim, Germersheim, Rhein-Pfalz-Kreis und Südliche Weinstraße zusammen geschlossen.
Tierhalter in Sorge
Mitte August wurde die Krankheit zum ersten Mal im Landkreis SÜW nachgewiesen. Allerdings nicht bei einem Schaf, sondern einem Rind, das die Tierseuche ebenfalls befallen kann. Anders als bei der Schweinepest kann man Tiere gegen die Blauzungenkrankheit impfen. „Aus Gründen des Tierwohles sollten Schafe, Rinder, Ziegen, gehaltene Wild-Wiederkäuer sowie Kameliden, zu denen unter anderem Kamele, Lamas und Alpakas gehören, gegen das auslösende Virus geimpft werden“, lautet die Empfehlung der Veterinäre. Zu den Wild-Wiederkäuern zählen unter anderem Rothirsche, Rehe und Damwild. Bisher ist die Blauzungenkrankheit bei Wildtieren im Kreis noch nicht nachgewiesen worden, wie es aus der Jägerschaft heißt.
„Die Sorge ist schon groß“, bestätigt Claus Börner, der bei Dernbach aktuell rund 50 Schafe hält. Die Blauzungenkrankheit sei schon vor einigen Jahren einmal Thema gewesen. Und da es bereits die ersten Fälle in der weiteren Region gab, sei klar gewesen, dass auch die Südpfalz nicht davon verschont bleiben würde. „Ja, man kann impfen“, sagt der Tierhalter und erzählt von Fällen aus anderen Ländern, in denen das Impfen aber so gut wie nichts gebracht hätte. Auch die Kosten können schnell immens sein, wenn man einen entsprechend großen Tierbestand hat – trotz finanzieller Unterstützung.
Symptom: Blaue Zunge
Laut Mitteilung der Kreisverwaltung gewährt die Tierseuchenkasse Beihilfen für die Impfung. Einen anderen Schutz für die Tiere gibt es nicht, denn das Virus wird von einer bestimmten Stechmückenart übertragen. Da diese Mücken bei feucht-heißem Wetter am aktivsten sind, tritt auch die Blauzungenkrankheit verstärkt im Sommer auf. Seit Beginn der Sommermonate breitete sich das Virus über Nordrhein-Westfalen nach Süden hin aus, im benachbarten Baden gibt es bereits großflächige Ausbrüche. Die Symptome sind Schwellungen im Gesicht, Entzündungen der Nasen- und Maulschleimhaut, Rötungen, Geschwüre, starker Speichelfluss, Lahmheit sowie eine namensgebende blaugefärbte Zunge. Während Schafe dies häufig nicht überleben, zeigen Ziegen oftmals mildere Symptome.
