Oberes Glantal Mit neuer App: Digitale Führungen durch die Museen im Oberen Glantal
Die neue Museums-App mit Augmented-Reality-Elementen des Landkreises Kusel wurde am Sonntag im Jüdischen Museum in Steinbach vorgestellt. Augmented Reality ist die computergestützte Erweiterung der menschlichen Realitätswahrnehmung.
Wie Sascha Vogel von der Kreisverwaltung Kusel erläuterte, konnten sich sämtliche Museen des Landkreises für das Projekt bewerben. Genutzt wurde das Angebot jedoch ausschließlich von den Museen der Verbandsgemeinde Oberes Glantal. Das sind neben dem Jüdischen Museum das Kirschenland-Museum in Altenkirchen, das Diamantenschleifermuseum in Brücken, der Historische Bierkeller in Schönenberg-Kübelberg sowie das Bergmannsbauern-Museum in Breitenbach.
Im Jüdischen Museum, das vom Heimatverein Steinbach getragen wird, zeigte sich dessen Vorsitzende Cornelia Hahn erfreut über die neue Informationsmöglichkeit. Rund ein Jahr lang arbeitete der Verein gemeinsam mit der Kreisverwaltung an der Umsetzung. Für die neun Stationen des Museums stellte der Heimatverein die erforderlichen Inhalte bereit.
Wie die neue App funktioniert
Die Besucher können sich nun mithilfe eines Tablets durch die Ausstellung führen lassen. Fünf Geräte stehen dem Jüdischen Museum zur Verfügung. Damit sich die Gäste nicht gegenseitig stören, können die Tablets mit Kopfhörern genutzt werden. Die Informationen vermitteln zwei Avatare: eine jüngere und eine ältere Person. Die ältere Figur ist Ruth Miller nachempfunden, einer Nachfahrin einer jüdischen Familie, die einst in Steinbach lebte. Während sie aus der Vergangenheit berichtet, stellt der jüngere Avatar den Bezug zur Gegenwart her. Die Beiträge dauern zwischen zwei und drei Minuten.
Ein weiterer Vorteil der Anwendung ist die Mehrsprachigkeit: Die Informationen gibt es auf Deutsch, Englisch und Französisch. Hahn geht davon aus, dass das digitale Angebot vor allem jüngere Besucher ansprechen wird.
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Eigentlich sollte die App bereits zum Internationalen Museumstag vorgestellt werden. Da jedoch kurz zuvor ein Feiertag lag und die Verantwortlichen mit einer geringeren Besucherzahl rechneten, entschieden die beteiligten Museen, die Präsentation um zwei Wochen zu verschieben.
Vorgestellt wurde das Projekt von Oliver Loos, der bei „Land L(i)eben“ für die Vergabe zuständig ist, sowie von Sascha Vogel von der Kreisverwaltung Kusel, der die Umsetzung betreut. Finanziert wird das Projekt über das Smart-Citys-Projekt „Land L(i)eben“ mit Mitteln des Bundes und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
Info
Das Jüdische Museum in Steinbach ist jeweils am ersten und dritten Sonntag eines Monats von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Besuche außerhalb dieser Zeiten sind nach Vereinbarung möglich.