Kusel / Bad Sobernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Draisinen-Lösung rückt näher: Start im Naheland noch vor den Sommerferien geplant

Zwischen Altenglan und Lauterecken wird seit dem 1. April wieder stampelnd auf den Gleisen gerollt.
Zwischen Altenglan und Lauterecken wird seit dem 1. April wieder stampelnd auf den Gleisen gerollt.

Ab Juli sollen wieder Draisinen zwischen Staudernheim und Meisenheim rollen. Die Verbandsgemeinde Nahe-Glan wird das Geld für die erforderlichen Brückenreparaturen bereitstellen. Das habe Vorrang vor Verhandlungen über die Übernahme des Betriebs von der Kreisverwaltung Kusel.

Mit Kosten von 150.000 Euro wird laut Bürgermeister Uwe Engelmann gerechnet für die an drei größeren und drei kleineren Brücken erforderlichen Instandsetzungsarbeiten. Ein Prüfingenieur habe die Brücken genau untersucht. Am Mittwochabend hat der Verbandsgemeinderat Nahe-Glan entschieden, dies stemmen zu wollen. Nun werde gleichzeitig gerechnet, wie dies im Haushalt dargestellt und genehmigt werden könne, und die Arbeiten geplant. „Wir stellen es uns so vor, mit den Bauhöfen zusammenzuarbeiten“, sagt Engelmann. Schließlich warteten die Firmen, die die erforderlichen Metall- und Holzarbeiten ausführen könnten, nicht auf diesen Auftrag.

Dennoch ist Engelmann zuversichtlich, dass der Start am Samstag, 1. Juli, erfolgen kann – mit etwas Vorlauf vor den Ferien, der auch für die Buchungen in dieser verkehrsstarken Zeit erforderlich sei. Das zeigten die Erfahrungen der Kreisverwaltung Kusel, mit der man in guter Abstimmung sei, sagt Engelmann. In diesem ersten Schritt gehe es um die Ertüchtigung der Strecke. „Wir wollen das zunächst mal schnell in Gang kriegen.“ Philipp Gruber, bei der Kreisverwaltung Kusel für die Draisinen zuständig, betont: „Wir können von heute auf morgen starten, wenn freigegeben ist.“ Schließlich war der Betrieb in zwei Teilstrecken sowieso vorgesehen. Engelmann: „Am Betriebskonzept ändert sich gar nichts.“

Umdrehen um 13 Uhr

Das hatte die Kreisverwaltung Kusel erarbeitet, weil die Glanbrücke bei Odenbach in diesem Jahr saniert werden sollte. Obwohl das nun wohl frühestens 2025 geschehen wird, wurde an der Zwei-Strecken-Lösung festgehalten. Der Plan: Auf der Teilstrecke Glantal zwischen Altenglan und Lauterecken bleibt es dabei, dass die Fahrtrichtung täglich wechselt. Auf der Nahelandstrecke wird um 13 Uhr gewendet, Start und Ziel ist in Staudernheim.

Dass der nördliche Streckenteil nun noch still liegt, während zwischen Altenglan und Lauterecken seit Anfang April auf den Draisinen in die Pedale getreten wird, liegt an einer im Februar eingeleiteten Brückenprüfung. Sie war nach dem Unfall einer Reiterin eingeleitet worden: Das Pferd war durch den Holzsteg neben den Gleisen gebrochen.

„Das kann man nicht aus dem Stand machen“

Die Schäden an den Brückenbauwerken der Glantalstrecke konnten noch vorm Saisonstart behoben werden. Jene auf der Nahelandstrecke würden teurer und zeitintensiver, hieß es, weswegen entschieden wurde: Dort werde dieses Jahr nicht gefahren. Meisenheimer Gastronomen sorgten sich jedoch, es könnten weniger Touristen kommen. Sie gründeten eine Interessengemeinschaft. Auch die Verbandsgemeinde Nahe-Glan meldete großes Interesse daran an, dass die Draisinen zwischen Staudernheim und Meisenheim wieder rollen.

Die Verhandlungen dazu bezeichnen beide Seiten, die Kreisverwaltung Kusel und die VG, als konstruktiv. Am Buchungssystem hingen auch Aspekte wie Verkehrssicherung und Versicherung dran, erklärt Engelmann. „Das kann man nicht aus dem Stand machen.“ Über die genaue Ausstellung für den aktuellen Betrieb werde verhandelt. „Wir sind schon daran interessiert, das komplett zu machen“, betont er. Er sei zuversichtlich, dass gute rechtliche Konstruktionen für die verschiedenen Stadien gefunden würden.

Im Herbst habe sowieso eine Evaluation dieses neuen Modells stattfinden sollen, sagt Gruber. Dem kommt nun ein neuer Aspekt hinzu.

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