Schwedelbach / Reichenbach-Steegen Warum der Kita-Zweckverband Schwedelbach und Reichenbach-Steegen aufgelöst wird

Die Kita Lummerland in Reichenbach-Steegen soll erweitert werden.
Die Kita Lummerland in Reichenbach-Steegen soll erweitert werden.

Der Kita-Zweckverband Schwedelbach und Reichenbach-Steegen ist knapp ein Jahr nach seiner Gründung bereits Geschichte. Welche Gründe es hierfür gibt.

Die Gemeinderäte Kollweiler, Erzenhausen und Reichenbach-Steegen haben in ihren jüngsten Sitzungen beschlossen, den Zweckverband aufzulösen und zur vorherigen Konstellation zurückzukehren. Der Gemeinderat Schwedelbach wird in seiner Sitzung am Donnerstag, 11. Dezember, einen parallelen Beschluss fassen. Mit diesem Schritt wird bei den Kitas in beiden Dörfern der Verbandsgemeinde Weilerbach zum Ende des Jahres in Sachen Kita wieder der Status quo hergestellt, wie er bis 2024 bestand.

„Wir haben uns bewusst für einen Kita-Zweckverband entschieden. Leider konnten die Ziele bislang nicht umgesetzt werden“, sagte Kathrin Wolf, Ortsbürgermeisterin von Reichenbach-Steegen, auf Anfrage der RHEINPFALZ. „Deshalb haben wir uns in einer Bürgermeisterrunde Gedanken darüber gemacht, wie es weitergehen kann. Dabei war unser erster Gedanke, aufgrund der Gegebenheiten an den beiden Standorten in zwei Zweckverbände (Kollweiler mit Reichenbach-Steegen und Erzenhausen mit Schwedelbach) zu gehen.“

Keine Übereinkunft getroffen

Mit Kollweiler sei keine tragfähige Lösung gefunden worden. „In unserem letzten Gespräch mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden wurde klar, dass wir wieder zur vorherigen Konstellation zurückkehren. Wir sind uns einig darin, dass wir wieder getrennte Wege gehen wollen“, sagte Wolf.

Der „große“ Kita-Zweckverband – dem neben Reichenbach-Steegen und Schwedelbach auch die Ortsgemeinden Kollweiler und Erzenhausen angehören – arbeitet zwar de facto seit einem Jahr und hat in Kathrin Wolf auch eine Verbandsvorsteherin. Der Verband besitzt aber keine rechtskräftige Verbandsordnung. Deshalb ist die Aufhebung verwaltungstechnisch ein einfacher Vorgang – und mit den Beschlüssen in den Gremien besiegelt.

Die Zeit drängt

„Dieser Beschluss war für uns wichtig, da uns in Reichenbach-Steegen die Zeit davonläuft“, so die Ortsbürgermeisterin. Die aktuelle Betriebserlaubnis für die Kita Lummerland laufe zum 31. August 2026 aus – es sei denn, es gebe bis dahin ein Konzept, wie die Einrichtung zukünftig geführt werden soll. „Dazu gehören auch Pläne, wie wir die Kita baulich so umgestalten, dass sie den Anforderungen des neuen Kita-Gesetzes in Rheinland-Pfalz genügt“, erläuterte Wolf.

Über diesen Punkt hatte sich der Gemeinderat von Reichenbach-Steegen im nichtöffentlichen Teil seiner jüngsten Sitzung Gedanken gemacht. „Wir möchten die Kita an ihrem jetzigen Standort mit einem Anbau so erweitern, dass die Einrichtung danach nicht nur den gesetzlichen Anforderungen genügt, sondern auch Platz hat für alle Kinder, die in den nächsten Jahren in die Kita kommen“, schilderte Wolf.

Künftig mehr Kapazitäten gebraucht

Das neue Kita-Gesetz schreibt unter anderem vor, dass alle Kinder einen Anspruch auf sieben Stunden durchgehende Betreuung haben sowie ein warmes Mittagessen erhalten. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die Kita in Reichenbach-Steegen, deren Betriebserlaubnis derzeit für 56 Kinder gilt, ab dem übernächsten Jahr von mindestens 67 Kindern besucht wird. Die tatsächlichen Zahlen seien aber nicht genau vorauszusagen.

Da auch die Kita in Schwedelbach mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte, war bei der Verwaltung der Verbandsgemeinde in Weilerbach im vergangenen Jahr die Idee entstanden, einen „großen“ Kita-Zweckverband im Westen der Verbandsgemeinde zu bilden. „Die Idee war, dass die vier Gemeinden in einem Zweckverband mit zwei Kita-Standorten von Synergien profitieren können“, so Wolf.

Viel Zeit verloren

Allerdings ging vieles nach einer anfänglichen Euphorie nur recht langsam voran – so habe es beispielsweise bis Mitte des Jahres gedauert, bis der Grundsatzbeschluss zur Gründung des „großen“ Zweckverbands in den vier Gemeinderäten ratifiziert worden war. „Dadurch ist ein halbes Jahr lang im Prinzip nichts passiert, das konnten wir uns eigentlich nicht leisten“, sagte die Ortsbürgermeisterin von Reichenbach-Steegen. Nun bestehe Klarheit darüber, wie es mit der Kita Lummerland weitergehe. Das sei auch für die Eltern im Dorf von Interesse. Wolf wolle den Zweckverband ordnungsgemäß abwickeln und bis zur Wahl eines neuen Verbandsvorstehers das Amt übernehmen.

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